Das BBK empfiehlt, sich für möglichst 10 Tage selbst versorgen zu können; schon ein Vorrat für zumindest 3 Tage hilft sehr. Die Vorsorge (2 Liter Wasser pro Person und Tag, Radio, Medikamente, Dokumente, Bargeld, Notgepäck) kann laut BBK bei einer Katastrophe ebenso hilfreich sein wie in einem Spannungs- oder Verteidigungsfall. Im Ernstfall gilt: Warnungen beachten und den Anweisungen der Behörden folgen.
Grundlage: BBK, Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, 2. Aufl., Stand 11/2025; „S.“ bezeichnet die Seitenzahl in dieser Ausgabe. Alle Angaben sind in eigenen Worten wiedergegeben und am 04.10.2026 mit den Quellen abgeglichen. Diese Seite macht keine Aussage zur Lage oder zur Wahrscheinlichkeit eines Konflikts und nennt keine Fluchtrouten. Sie gibt wieder, was Behörden zur Vorsorge empfehlen. Auf dieser Seite stehen keine Produkte und keine Preise.
Was empfiehlt das BBK für den Kriegs- und Verteidigungsfall? 10 Tage Vorrat, mindestens 3
Das BBK schreibt, dass alle Vorsorgemaßnahmen sowohl bei einer Katastrophe als auch in einem Spannungs- oder Verteidigungsfall hilfreich sein können; seine Kernempfehlung lautet: sich möglichst 10 Tage selbst versorgen zu können, mindestens 3 Tage. Eine eigene Liste nur für den Kriegsfall enthält der Ratgeber nicht, sondern eine allgemeine Checkliste (S. 32–35).
- Vorrat: möglichst 10 Tage, zumindest 3 Tage; darauf können Sie schrittweise aufbauen (S. 3, 6).
- Wasser: idealerweise 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Das BBK-Beispiel für 3 Personen: 18 Liter für 3 Tage, 30 Liter für 5 Tage, 60 Liter für 10 Tage (S. 7).
- Medikamente: Wer regelmäßig Medikamente braucht, hält einen Vorrat für mindestens 10 Tage bereit (S. 20).
- Information: Warn-App NINA und ein Radio, das ohne Steckdose funktioniert (S. 11, 13).
- Dokumente, Bargeld, Notgepäck: griffbereit, Dokumente in einem feuerfesten oder wasserdichten Behälter (S. 25–27).
- Schutz: vorher wissen, welche Räume in Ihrer Umgebung Schutz bieten (S. 28–31).
Die einzelnen Punkte mit Seitenzahl stehen in der Checkliste. Die Mengen für 3 bis 14 Tage rechnet der Notvorrat-Rechner; zum Ratgeber selbst siehe BBK-Ratgeber: Download und Bestellung.
Warum geht das BBK im Ratgeber auf das Thema Krieg ein?
Das BBK schreibt dazu: „Im Kontext des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben sich viele Bürgerinnen und Bürger mit Sorgen und Fragen zum Thema Krieg an das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gewandt.“ Erhebungen hätten laut BBK gezeigt, dass viele Menschen mehr Informationen und Vorbereitungsempfehlungen dazu wünschen; das sei bei der Überarbeitung des Ratgebers berücksichtigt worden.
Warum soll ich mich zunächst selbst versorgen können?
Die Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung halten fest, dass Bürger wegen möglicher gleichzeitiger Schäden an vielen Orten nicht damit rechnen können, dass überall sofort staatlich organisierte Hilfe geleistet wird; sie sollen darauf vorbereitet sein, sich zunächst selbst zu helfen und, soweit möglich, Nachbarn zu helfen. Der Selbstschutz bietet laut den Richtlinien zusammen mit der Warnung bei geringem Aufwand einen Mindestschutz. Das BBK schreibt im Ratgeber: Wer vorbereitet ist, kann sich und andere versorgen, bis Hilfe eintrifft, und entlastet damit die Rettungskräfte (S. 3–4).
Quellen: BBK-Ratgeber S. 3–4, 6–7, 20; BBK, Zivilschutz: Vorsorgeempfehlungen für Sie und Ihre Mitmenschen; BBK, Vorsorge, Fragen zum Ratgeber; Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung, Nr. 20.2.1.
Checkliste für den Ernstfall: 22 Punkte aus dem BBK-Ratgeber, zusammengestellt mit Seitenangabe
Die Checkliste auf dieser Seite ist unsere Zusammenstellung aus dem BBK-Ratgeber und hat 22 Punkte (unsere Zählung); hinter jedem Punkt steht die Seite im Ratgeber, auf der die Empfehlung steht. Haken Sie ab, was Sie haben, und drucken Sie sie mit dem Knopf „Checkliste drucken“ aus.
Essen und Trinken
- Für 3, 5, 7 oder 10 Tage · BBK S. 7, 32 · Wasser einlagern
- BBK S. 3, 6, 32 · Notvorrat-Liste
- Campingkocher oder Gasgrill nur im Freien · BBK S. 22, 32
- BBK S. 7, 32
Information und Kommunikation
- BBK S. 13, 32 · Kurbelradio und Notfallradio
- BBK S. 11, 32
- BBK S. 12, 32
- BBK S. 12, 32
Licht und Wärme
- BBK S. 32
- BBK S. 23, 32
- Nur Geräte, die für Innenräume zugelassen sind · BBK S. 22–23, 32 · Heizen ohne Strom
Gesundheit
- Bei regelmäßigem Bedarf Vorrat für mindestens 10 Tage · BBK S. 20, 33
- BBK S. 20, 33
- BBK S. 20
Dokumente, Geld und Notgepäck
- BBK S. 25
- BBK S. 27, 35
- Verpflegung für 2 Tage laut BBK-Seite „Notgepäck“ · BBK S. 26–27, 34 · Notgepäck-Packliste
Hygiene, Brandschutz und Sonstiges
- BBK S. 35
- BBK S. 35 · Brauchwasser
- BBK S. 22, 24, 35
- Zum Schutz vor Viren, Bakterien und gefährlichen Stoffen in der Luft · BBK S. 35
- Zum Schutz bei herumfliegenden Trümmern · BBK S. 35
Stand dieser Liste: 04.10.2026. Quelle: BBK, Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, 2. Aufl., Stand 11/2025, Seitenangaben wie angegeben; BBK, Notgepäck. Was in das Notgepäck gehört, steht vollständig in der Notgepäck-Packliste.
Wie werde ich im Ernstfall gewarnt? Sirene mit 1 Minute Heulton, Cell Broadcast, NINA und Radio
Die zuständigen Behörden warnen über mehrere Kanäle gleichzeitig (Warnmix); die meisten Informationen erhalten Sie laut BBK über Warn-Apps und Radio, in besonderen Gefahrenlagen kommen Sirenen und Handy-Warnungen hinzu (S. 10).
Ausführlich: Sirenen, Cell Broadcast und Warn-Apps erklärt
| Warnkanal | Was Sie wissen müssen |
|---|---|
| Sirene: Warnung | 1 Minute Heulton, der Ton schwillt an und ab. Bedeutung: Es besteht Gefahr, informieren Sie sich. |
| Sirene: Entwarnung | 1 Minute Dauerton. Bedeutung: Die Gefahr ist vorbei. Öffentliche Sirenen beschaffen und betreiben die Kommunen. |
| Cell Broadcast | Textmeldung direkt aufs Handy, ohne App, seit 23.02.2023, höchstens 500 Zeichen. Voraussetzung: Android ab Version 11 oder iOS ab 16.1, Gerät eingeschaltet, nicht im Flugmodus, funktionierende Funkzelle. Die Meldung enthält einen Link zu warnung.bund.de mit dem ausführlichen Text. Seit dem 25. November 2025 wird laut BBK über Cell Broadcast auch entwarnt; die Entwarnung trägt im Betreff „ENTWARNUNG“ (BBK: Cell Broadcast – Entwarnung). |
| Warn-App NINA | Warn-App des Bundes, kostenfrei. Sie erhalten nur Warnungen für Orte, die Sie abonniert haben (zum Beispiel Wohnort und Arbeitsplatz) oder für Ihren Standort, wenn Sie diese Funktion einschalten. |
| Radio | Radiosender funktionieren laut BBK auch dann, wenn Mobilfunknetz und Internet ausfallen. Auto-, Kurbel- und batteriebetriebene Radios brauchen keinen Strom aus der Steckdose. |
| Weitere Wege | Fernsehen, Lautsprecherwagen, digitale Informationstafeln und die Webseite warnung.bund.de. |
Was tun, wenn eine Warnung kommt?
Nehmen Sie amtliche Warnungen ernst, denn sie enthalten laut BBK wichtige Informationen, um sich selbst und andere zu schützen. Geben Sie Warnungen an Nachbarschaft, Freundeskreis und Familie weiter, und halten Sie Ihr Handy auch nachts empfangsbereit (S. 11). Bei Cell Broadcast folgen Sie, falls möglich, den Kurzhinweisen und informieren sich zusätzlich über NINA oder einen lokalen Radiosender, weil die Meldung auf 500 Zeichen begrenzt ist.
Was gilt, wenn Strom oder Mobilfunk ausfallen?
Bei einem Stromausfall oder einem Ausfall des Mobilfunknetzes funktionieren laut BBK viele Warnkanäle nicht (S. 11); ein Auto-, Kurbel- oder Batterieradio funktioniert dann weiter, weil es weder Steckdose noch Mobilfunk braucht (S. 13). Das BBK empfiehlt außerdem, vorher zu klären, wie Ihre Kommune Sie im Gefahrenfall informiert, und Anlaufstellen wie das Rathaus oder Notfalltreffpunkte zu kennen. Mehr dazu unter Kurbelradio: Empfang und Stromquellen.
Der letzte Bundesweite Warntag war am 10.09.2026; der nächste ist am 09.09.2027 (BBK, Bundesweiter Warntag). Quellen: BBK, So werden Sie gewarnt, Cell Broadcast, Warn-App NINA, Stand 04.10.2026.
Wo suche ich Schutz? Regel der 2 Wände und der Stand der Schutzräume
Bei Explosionen, auch bei Luftangriffen, bieten laut BBK innenliegende Räume ohne Fenster mit möglichst wenigen Außenwänden und Türen einen wirksamen Schutz; am besten ist ein fensterloser Kellerraum. Achten Sie darauf, dass 2 Wände zwischen Ihnen und dem Außenbereich liegen.
Ausführlich: Schutzraum in der Nähe: Was es heute gibt
Welche Räume bieten bei Explosionen Schutz?
- Fensterlose Kellerräume bieten viel Schutz.
- Ohne Keller: innenliegende Räume wie Treppenhäuser, Bäder oder Flure. Das Dachgeschoss meiden Sie, weil ein Dach wenig Schutz vor Druckwellen, Glassplittern und Trümmern bietet.
- Öffentlich zugängliche Einrichtungen wie Schulen, Museen, Tiefgaragen oder U-Bahn-Stationen: Halten Sie viel Abstand zu offenen Eingängen, Fenstern und Türen. Aufzüge dürfen dann nicht mehr genutzt werden.
- Regel der 2 Wände: Wird die Außenwand durch eine Explosion beschädigt, kann die zweite Wand vor eindringenden Splittern und Trümmern schützen. Je abgeschirmter der Raum im Gebäudeinneren liegt, desto besser.
- Grund: Bei Explosionen geht die große Gefahr von Druckwellen, umherfliegenden Trümmern und Glassplittern aus; Gebäude in Deutschland bestehen laut BBK größtenteils aus solider Bausubstanz.
Wo suche ich Schutz bei Gasen, Dämpfen oder radioaktiven Stoffen?
Das BBK betont, dass es je nach Situation sehr unterschiedlich sein kann, ob ein Ort sicher oder gefährlich ist. Die Tabelle zeigt die Unterschiede; Einzelheiten stehen auf der Seite CBRN-Schutz.
| Situation | Wo das BBK Schutz sieht |
|---|---|
| Explosionen | So tief wie möglich und weg von Fenstern und Glasflächen: Keller, Tiefgaragen, U-Bahn-Stationen. Ist kein unterirdischer Raum in der Nähe, gehen Sie in einen innenliegenden Raum ohne Fenster. |
| Gase oder Dämpfe im Freien | In ein Gebäude gehen, Fenster und Türen schließen, möglichst in obere Stockwerke, Lüftungen ausschalten. Ist kein Gebäude in Reichweite: im Auto, Belüftung und Klimaanlage aus. |
| Radioaktive Stoffe | So tief wie möglich in innenliegenden Räumen, am besten in Kellern, Tiefgaragen oder U-Bahn-Stationen. Dicke Mauern und Erde erhöhen den Schutz. |
Gibt es öffentliche Schutzräume in Deutschland? 579 Anlagen, laut BBK nicht einsatzbereit
Nach BBK-Angaben sind in Deutschland noch 579 öffentliche Schutzräume mit rund 478.000 Schutzplätzen dem Zivilschutz gewidmet; sie sind jedoch weder funktions- noch einsatzbereit. Nach dem Ende des Kalten Krieges hat der Bund im Jahr 2007 den Bau und die Unterhaltung öffentlicher Schutzräume (umgangssprachlich Bunker) aufgegeben. Die Rückabwicklung der noch vorhandenen Anlagen hat das Bundesinnenministerium mit Erlass vom 17. März 2022 gestoppt. Ob Schutzräume wieder in Betrieb genommen werden können, wird laut BBK derzeit zwischen Bund und Ländern abgestimmt; zudem werden Kriterien entwickelt, nach denen öffentliche Gebäude als geeignete Zufluchtsorte identifiziert werden können. Fragen zu den öffentlichen Schutzräumen beantwortet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).
Wie finde ich einen Zufluchtsort in meiner Nähe?
Das BBK nennt noch keine Übersicht: Es ist geplant, ein digitales Verzeichnis aller zugänglichen Zufluchtsorte zu entwickeln, auch eine Beschilderung ist im Gespräch; die Stelle, die Auskunft geben wird, steht laut BBK derzeit noch nicht fest (Stand 04.10.2026). Bis dahin empfiehlt das BBK: Informieren Sie sich dort, wo Sie sich aufhalten, über Notausgänge und Fluchtwege, halten Sie Ihr Mobiltelefon stets aufgeladen, und nutzen Sie die Warn-App NINA.
Stand dieses Abschnitts: 04.10.2026. Quellen: BBK, Explosionen: Hier finden Sie Schutz; BBK, Schutz suchen; BBK, Schutzbauwerke; BBK-Ratgeber S. 28–31.
Was tun, wenn Krieg ausbricht, und wohin soll ich flüchten?
Das BBK empfiehlt: „Achten Sie auf Warnhinweise und folgen Sie den Empfehlungen sowie möglichen Anweisungen.“ Fluchtrouten nennt das BBK nicht, und diese Seite gibt keine vor. Die Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung (RRGV) nennen als Planungsgrundsatz der Behörden, dass die Zivilbevölkerung grundsätzlich an ihrem gewöhnlichen Aufenthaltsort bleiben soll; das ist kein Rat dieser Seite, im Einzelfall gelten die Anweisungen der Behörden.
- Warnungen und Durchsagen beachten. Das BBK nennt die Durchsagen der Behörden ausdrücklich und rät, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und sie nicht zu behindern.
- Informiert bleiben. Nutzen Sie die Warn-App NINA und das Radio; in einer konkreten Bedrohungslage veröffentlichen die zuständigen Behörden ihre Anweisungen zum Beispiel auf der Internetseite der Kommune, über einen regionalen Radiosender oder per Lautsprecherwagen.
- Schutz suchen, je nach Lage. Bei Explosionen gehen Sie so tief wie möglich in einen Raum ohne Fenster, bei Gasen eher nach oben; siehe Wo suche ich Schutz?
- Nur im äußersten Notfall telefonieren, damit die Leitungen nicht zusammenbrechen. Erkennen Sie eine Gefahrensituation, informieren Sie die Polizei unter 110; sind bei einem Schadensereignis noch keine Einsatzkräfte da, wählen Sie 112. Funktionieren diese Nummern nicht mehr, gehen Sie bei einem Notfall, wenn möglich, zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus.
- Erste Hilfe leisten, soweit Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigenschutz hat laut BBK oberste Priorität.
- Informationen prüfen, bevor Sie sie teilen. Das BBK warnt vor Desinformation in Krisen: kritisch hinterfragen statt weiterleiten, die ursprüngliche Quelle und das Impressum prüfen und mit weiteren seriösen Quellen vergleichen.
- Notgepäck bereithalten. Das Notgepäck hilft laut BBK, die ersten Tage außer Haus zurechtzukommen, falls Sie das Haus verlassen müssen; siehe Notgepäck-Packliste.
Wohin im Falle eines Krieges in Deutschland?
Die Rahmenrichtlinien beschreiben, dass im „äußeren Notstand“ (so nennen die RRGV den Verteidigungsfall und seine Vorstufen wie den Spannungsfall) die obersten Landesbehörden oder die nach Landesrecht zuständigen Stellen Verlassens- und Betretungsverbote sowie Evakuierungsanordnungen erlassen können; die Art der Maßnahmen hängt davon ab, wie stark die Bevölkerung in einem Gebiet gefährdet ist. Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände treffen die Vorbereitungen für Evakuierung sowie für Aufnahme und Versorgung der Evakuierten. Für Sie heißt das: Ordnet eine Behörde eine Evakuierung an, folgen Sie ihren Anweisungen; allgemeine Fluchtempfehlungen für Privatpersonen enthalten die hier ausgewerteten Quellen nicht.
Quellen: BBK-Ratgeber S. 13, 28; BBK, Explosionen: Hier finden Sie Schutz; BBK, Zivilschutz: Vorsorgeempfehlungen; Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung, Nr. 20.2.4; BBK, Notgepäck. Stand 04.10.2026.
Stromausfall im Krieg: Was fällt aus, und wie bereite ich mich vor?
Bei einem längeren Stromausfall fallen laut BBK Leitungswasser, Mobilfunk, Kartenzahlung, Heizung und Licht aus; vorbereiten lässt sich das mit Wasser, Radio, Licht, Wärme, Bargeld und Medikamenten (S. 4–5). Das BBK beschreibt keinen eigenen „Kriegs-Stromausfall“, sondern empfiehlt für jede längere Unterbrechung dieselbe Vorsorge; als mögliche Ursachen nennt der Ratgeber unter anderem Unfall, Extremwetter, Sabotage und Cyberangriffe.
| Was ausfallen kann (BBK) | Was das BBK vorzubereiten empfiehlt |
|---|---|
| Leitungswasser: Wasserwerke brauchen Strom und digitale Systeme; ohne sie fällt die Wasserversorgung aus. | Wasservorrat von idealerweise 2 l pro Person und Tag; Wasserbehälter für Brauchwasser (S. 7, 35). |
| Mobilfunk und Internet | Radio, Telefonliste auf Papier, Powerbank, heruntergeladene Offline-Karten (S. 12–13). |
| Fernseher und Radio an der Steckdose | Auto-, Kurbel- oder batteriebetriebenes Radio (S. 13). |
| Kühlung und Kochen | Haltbare, fertige Lebensmittel mit kurzer Kochzeit; Campingkocher oder Gasgrill im Freien (S. 6, 22). |
| Heizung und Licht | Warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke, zugelassene Heizgeräte für Innenräume, Taschenlampen (S. 23, 32). |
| Bezahlen: Automaten und Kartenzahlung fallen aus. | Bargeld, zusätzlich zum Notgepäck (S. 5, 35). |
| Medizinische Behandlung wird erschwert. | Persönliche Medikamente, Hausapotheke, Erste-Hilfe-Kenntnisse (S. 4, 20). |
Was Sie in den ersten Minuten, Stunden und Tagen eines Stromausfalls tun, steht Schritt für Schritt unter Stromausfall: Was tun?.
Gibt es einen Notfallplan der Bundesregierung? RRGV 2024 und Operationsplan Deutschland
Öffentlich sind zwei Grundlagendokumente der Bundesregierung zum Verteidigungsfall: die Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung (RRGV, Kabinettsbeschluss vom 05.06.2024) und die Konzeption Zivile Verteidigung (24.08.2016); beide beschreiben Aufgaben, Strukturen und Zuständigkeiten. Die Details des Operationsplans Deutschland, des militärischen Anteils der Gesamtverteidigung, unterliegen laut Bundeswehr der Geheimhaltung.
| Dokument | Was es ist | Öffentlich? |
|---|---|---|
| Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung (RRGV) | Vom Bundeskabinett am 05.06.2024 beschlossen, lösen die RRGV von 1989 ab. Sie beschreiben die Maßnahmen und Strukturen, damit alle Akteure (Bundeswehr, Hilfsorganisationen, Zivilschutzbehörden) ihre Rollen und Verantwortlichkeiten in Krisen- und Konfliktzeiten erfüllen können. | Ja, als PDF beim Bundesinnenministerium. |
| Konzeption Zivile Verteidigung (KZV) | Stand 24.08.2016. Das konzeptionelle Basisdokument für die zwischen den Bundesministerien abgestimmte Aufgabenerfüllung in der Zivilen Verteidigung und der zivilen Notfallvorsorge des Bundes. | Ja, als PDF beim BBK. |
| Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) | Der militärische Anteil an der nationalen Gesamtverteidigung; seit März 2023 im Territorialen Führungskommando der Bundeswehr entwickelt, unter Beteiligung ziviler Partner, der Länder und Kommunen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (05.06.2024): Der Plan legt vereinfacht fest, wer in welchem Krisenszenario welche Aufgabe übernimmt. | Nein: Die Details unterliegen laut Bundeswehr der Geheimhaltung. |
Was steht für die Bevölkerung in den Rahmenrichtlinien?
Die RRGV nennen als Inhalte, über die der Staat die Bevölkerung im Zivilschutz informieren soll, unter anderem notwendige Verhaltensweisen beim Selbstschutz und bei der Gesundheitsvorsorge sowie die freiwillige Lebensmittel- und Trinkwasserbevorratung. Sie halten außerdem fest, dass der Staat seine Schutzverpflichtung nur mit Hilfe der Bürger erfüllen kann und die Gemeinden für die Anleitung der Bevölkerung zum Selbstschutz verantwortlich sind. Die konkreten Empfehlungen für Haushalte gibt das BBK in seinem Ratgeber; sie stehen in der Checkliste mit 22 Punkten und Quelle.
Einen veröffentlichten Plan der Bundesregierung speziell für Privathaushalte gibt es nach unserer Recherche nicht; Empfehlungen für Haushalte enthält der BBK-Ratgeber. Quellen: BMVg, Stärkung der militärischen und zivilen Verteidigung, 05.06.2024; RRGV (BMI), Nr. 20.1 und 20.2; BBK, Konzeption Zivile Verteidigung; Bundeswehr, Operationsplan Deutschland; Bundeswehr, Nachgefragt.
Wer ist für den Bevölkerungsschutz zuständig? BBK, Länder und Kommunen
Für Katastrophen sorgen laut BBK nach dem Grundgesetz hauptsächlich die Bundesländer; was darüber hinaus nötig ist, um die Bevölkerung vor militärischen Gefahren zu schützen, organisiert der Bund.
- Bund (BBK): Information und Warnung der Bevölkerung, Unterstützung von Ländern und Kommunen. Das BBK betreibt das Modulare Warnsystem (MoWaS), über das auch NINA und Cell Broadcast laufen.
- Länder: Sie führen den Zivilschutz im Auftrag des Bundes aus; die Warnung führen die für Katastrophen zuständigen Landesbehörden durch.
- Gemeinden: Sie sind für Aufbau, Förderung und Anleitung der Bevölkerung zum Selbstschutz verantwortlich und betreiben die öffentlichen Sirenen.
- Zivilschutz: Seine Aufgabe ist es, die Bevölkerung, ihre Wohnungen und Arbeitsstätten sowie wichtige Einrichtungen durch nichtmilitärische Maßnahmen vor Kriegseinwirkungen zu schützen und deren Folgen zu mildern.
Quellen: BBK, Zivile Verteidigung; BBK, Zivilschutz; RRGV Nr. 20.1, 20.2.1 und 20.2.2. Stand 04.10.2026.
Wie gehe ich mit Sorgen um, und wie spreche ich mit Kindern über Krieg?
Das BBK nennt es normal, sich in einer Gefahr hilflos zu fühlen, und sagt, dass Vorbereitung Ängste und Sorgen reduzieren kann; rund um die Uhr erreichen Sie die Telefonseelsorge kostenlos unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 sowie unter 116 123.
- Für sich selbst: Kontakt zu anderen halten, tägliche Routinen beibehalten, wenn möglich ins Freie gehen, sich bewegen, Pausen machen und nur so viele Nachrichten konsumieren wie nötig; feste Zeiträume für den Medienkonsum können helfen (S. 16).
- Mit Kindern: Fragen offen, ehrlich, sachlich und einfach beantworten, zuhören und Gespräche nicht aufdrängen; erklären, warum Sie selbst besorgt sind; positive Botschaften wie „Wir passen auf dich auf“ vermitteln (S. 18–19).
- Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche: Das BBK nennt als kostenfreie Stelle nummergegenkummer.de (S. 18).
Quelle: BBK-Ratgeber S. 16–19 (Stand 11/2025). Die Telefonnummern stehen im Ratgeber auf S. 16; abgeglichen 04.10.2026.
Häufige Fragen
Was sollte man für den Verteidigungsfall zu Hause haben?
Laut BBK dieselbe Vorsorge wie für jede Krise: Vorrat für möglichst 10 Tage, mindestens 3 Tage, idealerweise 2 Liter Wasser pro Person und Tag, Medikamente, Radio, Powerbank, Dokumente, Bargeld und Notgepäck. Die Checkliste mit Seitenangaben steht auf dieser Seite.
Was tun, wenn Krieg ausbricht?
Das BBK empfiehlt, auf Warnhinweise zu achten und den Empfehlungen und Anweisungen der Behörden zu folgen, sich über NINA und Radio zu informieren und nur im äußersten Notfall zu telefonieren.
Wohin im Falle eines Krieges in Deutschland?
Allgemeine Fluchtempfehlungen für Privatpersonen nennen die hier ausgewerteten Quellen nicht. Das BBK empfiehlt, auf Warnhinweise zu achten und den Empfehlungen und möglichen Anweisungen zu folgen. Als Planungsgrundsatz der Behörden nennen die Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung, dass die Zivilbevölkerung grundsätzlich an ihrem gewöhnlichen Aufenthaltsort bleiben soll; das ist kein Rat dieser Seite. Evakuierungen können die Landesbehörden anordnen, und dann gelten deren Anweisungen.
Gibt es einen Notfallplan der Bundesregierung?
Öffentlich sind die Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung (Kabinett, 05.06.2024) und die Konzeption Zivile Verteidigung (24.08.2016); sie beschreiben Aufgaben, Strukturen und Zuständigkeiten. Die Details des Operationsplans Deutschland unterliegen laut Bundeswehr der Geheimhaltung. Empfehlungen für Haushalte gibt das BBK.
Gibt es noch Bunker und Schutzräume in Deutschland?
Laut BBK sind noch 579 öffentliche Schutzräume mit rund 478.000 Schutzplätzen dem Zivilschutz gewidmet, sie sind aber weder funktions- noch einsatzbereit. Ein digitales Verzeichnis zugänglicher Zufluchtsorte ist geplant; die auskunftgebende Stelle steht noch nicht fest (Stand 04.10.2026).
Wo suche ich bei einer Explosion Schutz?
In fensterlosen Kellerräumen oder, ohne Keller, in innenliegenden Räumen wie Treppenhaus, Bad oder Flur; das Dachgeschoss meiden Sie. Achten Sie auf 2 Wände zwischen sich und dem Außenbereich.
Was bedeuten die Sirenensignale?
Ein Heulton von 1 Minute, der an- und abschwillt, bedeutet Warnung: Es besteht Gefahr, informieren Sie sich. Ein Dauerton von 1 Minute bedeutet Entwarnung.
Wie werde ich gewarnt, wenn Strom und Mobilfunk ausfallen?
Viele Warnkanäle funktionieren dann nicht. Das Radio funktioniert laut BBK auch bei Ausfall von Mobilfunknetz und Internet; Auto-, Kurbel- und batteriebetriebene Radios brauchen keinen Strom aus der Steckdose.
Wie lege ich in Deutschland Vorräte an?
Das BBK empfiehlt möglichst 10 Tage Selbstversorgung, mindestens 3 Tage, und rät, schrittweise aufzubauen: haltbare, fertige Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen, und idealerweise 2 Liter Wasser pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen.
Quellen
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, 2. Auflage, Stand 11/2025, gelesen 04.10.2026
- BBK: Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Zivilschutz: Vorsorgeempfehlungen für Sie und Ihre Mitmenschen, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Fragen zum Ratgeber), abgerufen 04.10.2026
- BBK: Schutz suchen, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Explosionen: Hier finden Sie Schutz, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Schutzbauwerke, abgerufen 04.10.2026
- BBK: So werden Sie gewarnt, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Cell Broadcast, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Warn-App NINA, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Bundesweiter Warntag, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Notgepäck, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Zivile Verteidigung und Zivilschutz, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Konzeption Zivile Verteidigung, Stand des Dokuments 24.08.2016, abgerufen 04.10.2026
- Bundesministerium des Innern: Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung (RRGV), gelesen 04.10.2026
- Bundesministerium der Verteidigung: Stärkung der militärischen und zivilen Verteidigung Deutschlands, 05.06.2024
- Bundeswehr: Operationsplan Deutschland: Wie verteidigen wir unser Land?, 14.11.2023
- Bundeswehr: Nachgefragt: Operationsplan Deutschland, 03.04.2024