Bei einem Stromausfall prüfen Sie zuerst den Sicherungskasten, melden den Ausfall Ihrem Netzbetreiber (nicht Ihrem Stromanbieter), schalten Herd, Bügeleisen und andere Wärmegeräte aus und halten Kühl- und Gefrierschrank geschlossen. Die meisten Ausfälle sind nach wenigen Stunden behoben (BBK); 2024 war jeder Letztverbraucher laut Bundesnetzagentur im Schnitt 11,68 Minuten ungeplant ohne Strom.
Vorratsempfehlung: BBK, Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, 2. Aufl., Stand 11/2025. Verhalten beim Stromausfall: BBK-Broschüre Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe, Ausgabe 3, Stand Januar 2019. Die Angaben sind in eigenen Worten wiedergegeben.
Was tun bei Stromausfall? Die 9 Sofortmaßnahmen in den ersten Minuten
Prüfen Sie zuerst Sicherungskasten und FI-Schalter und sehen Sie nach, ob nur Ihre Wohnung betroffen ist. Danach gehen Sie diese neun Punkte durch:
- Nur bei Ihnen oder auch in der Nachbarschaft? Prüfen Sie Sicherungskasten und FI-Schalter und sehen Sie nach, ob auch bei den Nachbarn der Strom fehlt. Sind beide in Ordnung und fehlt der Strom auch dort, handelt es sich laut Bezirksamt Pankow mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um ein lokales Ereignis mit einer Dauer von wenigen Minuten bis Stunden.
- Ausfall melden, falls er nicht bekannt ist. Informationen zum Ausfall und zu seiner möglichen Dauer erhalten Sie laut BBK von Ihrem Stromnetzbetreiber; dort melden Sie die Störung auch (Bezirksamt Pankow). Die Pflicht, Unterbrechungen zu beheben, liegt nach § 17 Abs. 1 NAV beim Netzbetreiber.
- Wärmegeräte ausschalten. Schalten Sie Herd, Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und Heizlüfter sofort aus, damit sie nicht unkontrolliert anlaufen, wenn der Strom zurückkehrt (BBK).
- Alle anderen laufenden Geräte ausschalten. Schalten Sie sie aus oder ziehen Sie den Netzstecker, damit sie nicht unkontrolliert anlaufen und keinen Schaden nehmen, wenn der Strom zurückkehrt (Bezirksämter Pankow und Spandau). Eine Lampe lassen Sie eingeschaltet, damit Sie die Rückkehr bemerken (Bezirksamt Spandau).
- Kühl- und Gefrierschrank geschlossen halten. So bleibt die Kälte länger erhalten (Bezirksämter Pankow und Spandau).
- Für Licht sorgen. Nutzen Sie Taschenlampe oder Batterieleuchte. Kerzen lassen Sie nie unbeaufsichtigt (Bezirksamt Spandau), und bei Kerzen als Lichtquelle lüften Sie regelmäßig (BBK).
- Informieren. Mit einem Batterie- oder Kurbelradio empfangen Sie Mitteilungen der Behörden, auch wenn Mobilfunknetz und Internet nicht mehr funktionieren (BBK).
- Notruf nur bei echter Gefahr. Dazu zählen etwa ein Brand oder eine akute gesundheitliche Gefährdung. Ein Stromausfall allein ist kein Notfall (BBK; Bezirksämter Pankow und Spandau).
- Kein Grill und keine offene Flamme zum Heizen in Innenräumen. In der Wohnung oder im Haus besteht Erstickungsgefahr (BBK).
Grillen Sie nicht in der Wohnung oder im Haus: Es besteht Erstickungsgefahr (BBK). Gasbetriebene Heizquellen brauchen laut BBK eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung. Ein Kohlenmonoxid-Warnmelder erhöht die Sicherheit. Bei offenen Flammen wie Kerzen oder Gasflammen in Innenräumen muss ausreichend gelüftet werden.
Stromausfall: Was passiert in den ersten Stunden, an Tag 1–3 und nach 3 Tagen?
Die meisten Stromausfälle sind nach wenigen Stunden vorbei; erst bei großflächigen Schäden dauern sie Tage, und dann kommen Kälte, Kommunikationsausfall sowie die Versorgung mit Wasser und Essen nacheinander ins Spiel. Die Tabelle ordnet ein, was in welcher Phase typisch ist und was Sie tun.
| Phase | Was ist typisch? | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Erste Minuten | Ein lokaler Fehler oder ein Netzausfall; ein Blick in den Sicherungskasten zeigt, welches von beiden (Bezirksamt Pankow). | Sofortmaßnahmen, siehe oben. |
| Erste Stunden | Meist in wenigen Stunden behoben (BBK). Kühl- und Gefriergeräte öffnen Sie nur, wenn es unbedingt nötig ist (Bezirksamt Spandau). | Türen von Kühl- und Gefrierschrank geschlossen halten, Radio einschalten, Powerbank laden, Kerzen nur beaufsichtigt nutzen. |
| Tag 1–3 | Die Heizung fällt häufig aus, und warmes Wasser steht vielen Haushalten nicht mehr zur Verfügung (Bezirksamt Spandau). Die Trinkwasserversorgung wird häufig über einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten, Einschränkungen sind nicht ausgeschlossen (Bezirksamt Spandau); laut BBK fällt sie ohne Strom in den Wasserwerken aus. Das Festnetz fällt mit Verzögerung aus, Mobilfunknetze sind zum Teil nicht notstromversorgt und schnell überlastet (BBK, Stand 2019). | Warm anziehen, einen Raum zum Aufenthalt wählen, Wasser (mindestens 2 l je Person und Tag) und Essen ohne Kühlung und Kochen bereithalten, Bargeld und Medikamente griffbereit haben, Nachbarn ansprechen. |
| Über 3 Tage | Bei großflächigen Schäden kann ein Ausfall Tage dauern (BBK). In Berlin richten die Bezirke bei großflächigen, länger andauernden Ausfällen Anlaufstellen ein (Bezirksamt Neukölln). Beispiel: Berlin, 3. bis 7. Januar 2026, siehe unten. | Bei Gemeinde oder Stadt nach Anlaufstellen und Hilfsangeboten fragen, die Warn-App NINA nutzen, sich mit der Nachbarschaft abstimmen. Den Vorrat legen Sie laut BBK auf möglichst 10 Tage, mindestens aber auf 3 Tage an. |
Was tun in den ersten Stunden?
Beschränken Sie das Telefonieren auf das Nötigste: Die Mobilfunknetze sind bei außergewöhnlichen Ereignissen schnell überlastet, und Polizei und Feuerwehr sollen erreichbar bleiben (BBK). Schalten Sie das Radio ein, halten Sie Kühl- und Gefrierschrank geschlossen, nehmen Sie Geräte vom Netz und fragen Sie Nachbarn, ob sie Hilfe brauchen. Mehr zum Anrufen steht im Abschnitt zum Notruf.
Was tun an Tag 1–3?
Tragen Sie warme Kleidung und nutzen Sie Decken und Schlafsäcke (BBK). Wählen Sie möglichst einen Raum zum Aufenthalt und halten Sie dessen Türen geschlossen, damit die Wärme nicht entweicht; lüften Sie trotzdem regelmäßig (BBK). Beim Essen helfen haltbare Lebensmittel, die ohne Kühlung und Kochen auskommen; beim Wasser empfiehlt das BBK idealerweise 2 Liter je Person und Tag. Zum Kochen nennt das BBK einen Campingkocher oder einen Holzkohle- oder Gasgrill im Garten oder auf dem Balkon; Näheres steht unter Kochen ohne Strom. Für die Toilette nennt das BBK stabile Müllbeutel zum Einhängen und eine Campingtoilette. Halten Sie Bargeld bereit, denn Geldautomaten fallen aus (BBK). Wer auf stromabhängige medizinische Geräte angewiesen ist, fragt laut Bezirksamt Neukölln bei der Krankenkasse nach einem Ersatz- oder Zusatzakku und wählt bei akuter gesundheitlicher Gefährdung den Notruf 112.
Was tun, wenn der Stromausfall länger als 3 Tage dauert?
Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde oder Stadt, welche Wege und Hilfsangebote es gibt (BBK), und nutzen Sie Anlaufstellen und die Warn-App NINA. Pflegedienste und Hausnotruf können bei längeren Ausfällen gestört sein; klären Sie vorher, ob und wie sie aufrechterhalten werden (BBK). Nachbarschaftshilfe ist wichtig: Laut BBK-Broschüre ergab eine BBK-Studie 2013, dass 93 Prozent der Bevölkerung in Notfällen mit Nachbarschaftshilfe rechnen. Das BBK empfiehlt, dass jeder Haushalt einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt. Wie Warn-Apps, Cell Broadcast und Sirenen warnen, steht unter Warnung.
Wen rufe ich bei einem Stromausfall an? Netzbetreiber, nicht Stromanbieter
Melden Sie einen Stromausfall Ihrem örtlichen Netzbetreiber, nicht Ihrem Stromanbieter; die Notrufnummern 110 und 112 sind nur für echte Notfälle da.
Das BBK erklärt, dass Informationen zum Stromausfall und zu seiner möglichen Dauer vom Stromnetzbetreiber kommen. Bei früheren Ausfällen wurden die Notrufnummern häufig zu Auskunftszwecken gewählt, was den Notruf überlastete und in Einzelfällen zu Verzögerungen bei echten Notfällen führte. Nach § 17 Abs. 1 Satz 2 NAV muss der Netzbetreiber jede Unterbrechung unverzüglich beheben; deshalb ist er die richtige Anlaufstelle und nicht der Stromanbieter (unsere Einordnung).
- Netzbetreiber: Hier melden Sie den Ausfall; er gibt Auskunft zur möglichen Dauer.
- Notruf 110/112: nur bei echten Notfällen, etwa bei einem Brand oder akuter gesundheitlicher Gefährdung.
- Gemeinde oder Stadt: Auskunft über Anlaufstellen. In Berlin richten die Bezirke nach Angaben des Bezirksamts Neukölln bei großflächigen, länger andauernden Stromausfällen Katastrophenschutzleuchttürme ein; dort gibt es Informationen und die Weiterleitung von Notrufen, aber keine medizinische Versorgung und keine individuelle Stromversorgung für medizinische Geräte.
Wie lange darf ein Stromausfall dauern? Keine feste Höchstdauer, 11,68 Minuten im Schnitt
Eine feste Höchstdauer nennt die Niederspannungsanschlussverordnung nicht: Der Netzbetreiber muss jede Unterbrechung unverzüglich beheben.
Wörtlich heißt es in § 17 Abs. 1 Satz 2 NAV: „Der Netzbetreiber hat jede Unterbrechung oder Unregelmäßigkeit unverzüglich zu beheben.“ Wie lange Ausfälle in der Praxis dauern, zeigt die Statistik der Bundesnetzagentur:
| Jahr | Ungeplante Unterbrechungsdauer je Letztverbraucher und Jahr |
|---|---|
| 2024 | 11,68 Minuten |
| 2023 | 12,8 Minuten |
| 2022 | 12,2 Minuten |
| 2021 | 12,7 Minuten |
| 2020 | 10,73 Minuten |
Das BBK fasst es so zusammen: Haushalte verzichten im Jahr durchschnittlich nur wenige Minuten auf Strom.
Nach § 18 Abs. 2 Satz 1 NAV gilt: „Bei weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verursachten Sachschäden ist die Haftung des Netzbetreibers gegenüber seinen Anschlussnutzern auf jeweils 5 000 Euro begrenzt.“ Für Vermögensschäden haftet der Netzbetreiber nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit (§ 18 Abs. 1 Satz 2 NAV), bei grober Fahrlässigkeit höchstens bis 5 000 Euro (§ 18 Abs. 4 NAV). Schäden unter 30 Euro werden ohne Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nicht ersetzt (§ 18 Abs. 6 NAV); melden Sie einen Schaden unverzüglich dem Netzbetreiber (§ 18 Abs. 7 NAV).
Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, hängt vom Einzelfall ab. Dokumentieren Sie entstandene Schäden an elektrischen Geräten oder verderblichen Lebensmitteln; laut Bezirksamt Spandau kann das für Versicherungs- und Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung und ersetzt nicht die Prüfung Ihres Einzelfalls.
Welche Geräte sollte man bei Stromausfall ausschalten?
Schalten Sie sofort alle Wärmegeräte wie Herd, Ofen, Bügeleisen, Wasserkocher und Heizlüfter aus, ebenso alle anderen Geräte, die beim Ausfall liefen, oder ziehen Sie den Netzstecker.
- Wärmegeräte: Sie sollen nicht unkontrolliert anlaufen, wenn der Strom zurückkehrt (BBK).
- Alle anderen laufenden Geräte: Ausschalten oder Netzstecker ziehen, damit sie nicht unkontrolliert anlaufen und keinen Schaden nehmen (Bezirksämter Pankow und Spandau).
- Nach dem Ausfall: Schalten Sie Geräte schrittweise wieder ein; nicht dringend benötigte Geräte bleiben zunächst aus oder gehen zeitversetzt an, um Lastspitzen zu vermeiden. Prüfen Sie, ob Heizung sowie Kühl- und Gefriergeräte ordnungsgemäß funktionieren (Bezirksamt Spandau).
Wie lange hält der Kühlschrank bei Stromausfall? Keine amtliche Stundenzahl: geschlossen halten
Halten Sie Kühl- und Gefrierschrank geschlossen: Wie lange die beiden Geräte ohne Strom kalt bleiben, hängt laut Bezirksamt Spandau von Außentemperatur, Befüllungsgrad und Häufigkeit des Öffnens ab; eine feste Stundenzahl nennen BBK und Bezirksämter nicht.
Kühl- und Gefriergeräte sollten bei einem Stromausfall nur geöffnet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist, damit die Kälte möglichst lange erhalten bleibt (Bezirksamt Spandau). Das BBK beschreibt, dass Kühl- und Gefrierschränke bei längerem Ausfall abtauen und die Lebensmittel innerhalb kurzer Zeit verderben. Nach dem Ausfall kontrollieren Sie leicht verderbliche und tiefgekühlte Lebensmittel; Waren, die lange ungekühlt lagerten oder Anzeichen des Verderbens zeigen, sollten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verzehrt werden (Bezirksamt Spandau). Ob ein bestimmtes Lebensmittel noch genießbar ist, lässt sich aus diesen Angaben nicht ableiten.
Checkliste Stromausfall zum Ausdrucken: Was gehört in den Haushalt?
Planen Sie für einen Stromausfall Licht, Radio, Wasser, haltbares Essen, Wärme, Bargeld und Medikamente ein. Haken Sie ab, was Sie haben.
Licht und Strom
Information
Wasser und Essen
Wärme
Geld und Gesundheit
Sicherheit
Die Liste ist aus den Empfehlungen des BBK und des Bezirksamts Spandau zusammengestellt; sie ersetzt keine vollständige Vorsorgeplanung. Die Mengen für einen Vorrat berechnen Sie im Notvorrat-Rechner.
Welche Grundausstattung brauche ich für die ersten 8 bis 24 Stunden Stromausfall?
Das BBK nennt in seiner Checkliste (Ratgeber, Stand 11/2025) unter anderem diese Gruppen, die bei einem Stromausfall zählen: Information und Kommunikation (Radio mit Batterie- oder Kurbelbetrieb, Warn-App, geladene Powerbank, Telefonliste auf Papier), Licht und Wärme (Taschenlampe mit Ersatzbatterien, warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke), Essen und Trinken, Hausapotheke mit persönlichen Medikamenten sowie Bargeld.
Eine Gliederung nach Stunden nennt das BBK nicht; was in welcher Phase passiert, zeigt der Zeitplan. Beim Wasser empfiehlt das BBK idealerweise 2 Liter pro Person und Tag; den Vorrat für 3 bis 10 Tage legen Sie anschließend anhand der Notvorrat-Liste an.
Stand dieses Abschnitts: 05.10.2026. Quelle: BBK, Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (2. Aufl., Stand 11/2025), Checkliste.
Was sollte man bei einem Katastrophenfall immer zu Hause haben? 10 Tage Vorrat, mindestens 3
Das BBK empfiehlt einen Vorrat für möglichst 10 Tage; schon ein Vorrat für zumindest 3 Tage hilft sehr.
Beim Wasser gilt: 2 Liter je Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen, also 20 Liter je Person für 10 Tage; für 3 Personen nennt das BBK 18 Liter für 3 Tage, 30 Liter für 5 Tage und 60 Liter für 10 Tage. Wie viel Essen und Wasser Ihr Haushalt für 3, 5, 7, 10 oder 14 Tage braucht, berechnet der Notvorrat-Rechner mit BBK-Liste.
Quelle: BBK, Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, 2. Aufl., Stand 11/2025.
Hygiene, Wasser und Bargeld bei Stromausfall: Was gilt für Toilette, Dusche und Geld?
Die Wasserversorgung wird laut Bezirksamt Spandau häufig über einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten, fällt laut BBK ohne Strom in den Wasserwerken aber aus. Für den Notfall nennt das BBK Müllbeutel zum Einhängen in die Toilette, eine Campingtoilette, Feuchttücher und Bargeld, ohne einen Betrag anzugeben.
Funktioniert die Toilettenspülung (Klospülung) bei Stromausfall?
Das hängt von Dauer und Gebäude ab: Laut Bezirksamt Spandau wird die Trinkwasserversorgung häufig über einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten, in höheren Gebäuden kann der Druck ausfallen, sodass Toiletten, Waschbecken oder Duschen eingeschränkt sind. Das BBK führt aus, dass Wasserwerke Strom und digitale Systeme brauchen und die Wasserversorgung ohne sie ausfällt.
Für den Fall, dass die Spülung nicht mehr geht, nennt das BBK in seiner Checkliste (Stand 11/2025) stabile Müllbeutel zum Einhängen in die Toilette, Toilettenpapier, eine Campingtoilette und einen Wasserbehälter für Brauchwasser. Eine Literzahl für die Spülung im Notfall nennen BBK und Bezirksamt Spandau nicht; Richtwerte aus UBA und BBK-Merkblatt stehen unter Brauchwasser für Toilette und Hygiene.
Kann man bei Stromausfall duschen? Oft nur kalt, im Hochhaus womöglich gar nicht
Warmes Wasser steht laut Bezirksamt Spandau in vielen Haushalten nicht mehr zur Verfügung, und Duschen können eingeschränkt sein; bei einem längeren, großflächigen Ausfall kann laut BBK kein Wasser mehr aus der Leitung kommen.
Die Wasserempfehlung des BBK (2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen) deckt Trinken und Kochen, nicht das Duschen. Für die Körperpflege führt die BBK-Checkliste unter Hygiene Seife, Feuchttücher, Haushaltspapier, Desinfektionsmittel und Waschmittel auf; nach unserer Einordnung sind das die Mittel, mit denen Sie sich ohne Dusche behelfen. Den Wasservorrat legen Sie nach der Notvorrat-Liste an.
Wie viel Bargeld sollte man bei Stromausfall zu Hause haben?
Einen Betrag nennt das BBK nicht: Es empfiehlt Bargeld, weil bei Stromausfall Geldautomaten nicht mehr funktionieren, und das Bezirksamt Spandau rät zu einem angemessenen Bargeldvorrat in kleiner Stückelung.
Das BBK führt Bargeld in seiner Checkliste doppelt auf: im Notgepäck und zusätzlich zum Notgepäck unter „Sonstiges“. Laut BBK-Ratgeber fallen ohne Strom auch Abhebungen am Automaten und das Bezahlen per Karte oder Handy aus. Eine amtliche Zahl gibt es nicht; deshalb nennen wir keine. Bargeld gehört auch in die Notgepäck-Packliste.
Stand dieses Abschnitts: 05.10.2026. Quellen: BBK, Checklisten zur Vorsorge und Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Stand 11/2025); Bezirksamt Spandau von Berlin, Stromausfall.
Wie oft fällt in Deutschland der Strom aus, und wie wahrscheinlich ist ein Blackout?
Stromausfälle sind in Deutschland laut BBK vergleichsweise selten und werden in der Regel in wenigen Stunden behoben; ein ungeplanter, großflächiger und länger andauernder Blackout ist nach Angaben des Bezirksamts Spandau in Westeuropa seit dem Zweiten Weltkrieg bislang nicht eingetreten.
Die Stromversorgung in Deutschland zählt laut BBK europaweit zu den sichersten; Haushalte verzichten im Jahr durchschnittlich nur wenige Minuten auf Strom. Die Durchschnittswerte der Bundesnetzagentur (2024: 11,68 Minuten je Letztverbraucher) stehen im Abschnitt zur Dauer. Längere Ausfälle gab es dennoch: Das BBK nennt den schneereichen Winter 1978/79, den tagelangen Ausfall im Münsterland Ende 2005 und den November 2006. Damals führte die Abschaltung einer Stromtrasse über die Ems zu europaweiten regionalen Stromausfällen, die meist binnen kurzer Zeit behoben waren. Einen tagelangen, großflächigen Ausfall nennt man oft „Blackout“; wie Sie sich darauf einstellen, zeigt der Zeitplan oben für die Phase über 3 Tage.
Was hat der Berliner Stromausfall im Januar 2026 gezeigt?
Vom 3. bis 7. Januar 2026 fiel im Südwesten Berlins nach einem Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal der Strom aus: Laut Pressemitteilung des Senats vom 3. Januar waren 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden betroffen; laut Stromnetz Berlin war die Wiederversorgung am 7. Januar gegen 20:30 Uhr abgeschlossen.
- Betroffene Stadtteile: Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde (Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, 03.01.2026).
- Auslöser: ein Brand am 3. Januar um 6:13 Uhr an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal nahe dem Kraftwerk Lichterfelde, der mehrere Hochspannungskabel beschädigte (Pressemitteilung des Senats). Die Fernwärmeversorgung war beeinträchtigt, weil die Pumpen ohne Strom die Wärme nicht zuverlässig in die Gebäude transportieren konnten (ebenda).
- Ermittlungen: Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung eingeleitet (THW, 09.01.2026). Zu Tätern und Hintergründen macht diese Seite keine Angaben.
- Dauer: Laut Stromnetz Berlin begann die schrittweise Wiederversorgung am 7. Januar ab etwa 11 Uhr; um 14:10 Uhr waren bis auf wenige Ausnahmen alle Kunden wieder versorgt, gegen 20:30 Uhr war die Wiederversorgung aller Kunden abgeschlossen.
- Warnung per Cell Broadcast: Am 7. Januar 2026 um 9:30 Uhr erhielten Mobiltelefone in Berlin eine Cell-Broadcast-Warnung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Überschrift auf dem Display: „Extreme Gefahr“; der Wortlaut laut Screenshot: „WARNUNG MITTEL Mi. 07.01.2026, 09:30 Uhr. Achtung! Warnung Stromausfall für Berlin: Informieren Sie sich in bekannten Warnmedien. Weitere Infos auf https://warnung.bund.de/m/…“
- Hinweise zur Wiederzuschaltung: Das Land Berlin bat auf berlin.de, unmittelbar nach der Wiederzuschaltung keine starken Stromverbraucher wie Waschmaschinen, Wäschetrockner, Wasserkocher, Heizlüfter oder Ladestationen für E-Fahrzeuge zu verwenden; während der Wiederanschaltung könne es zu kurzzeitigen Stromunterbrechungen kommen (Wichtige Hinweise zur schrittweisen Wiederzuschaltung, Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege).
- THW: Bis zum 9. Januar 2026 waren nach Angaben des Technischen Hilfswerks mehr als 971 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus 34 Ortsverbänden im Einsatz. Es hatte Einschränkungen bei Fernwärme, Warmwasser und Bahnverkehr gegeben; das THW betrieb Notrufannahmestellen und errichtete Notunterkünfte und Wärmestuben.
Drei Lehren für Ihren Haushalt, nach unserer Einordnung:
- Ein Ausfall kann auch in einer Großstadt Tage dauern. Planen Sie mit dem Zeitplan und einem Vorrat für möglichst 10, mindestens 3 Tage.
- Warnungen erreichen Sie über Handy und Warnmedien. Halten Sie Powerbank und ein Batterie- oder Kurbelradio bereit (Sofortmaßnahmen).
- Hilfe braucht Zeit. Das BBK empfiehlt, dass jeder Haushalt einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt (Wen rufe ich an?).
Nicht belegt: eine amtliche Auswertung des Einsatzes; wir haben keine gefunden. Was für Notstromaggregate gilt, steht unter Notstromaggregat einspeisen: was erlaubt ist. Quellen: Land Berlin (Pressemitteilung 03.01.2026; Hinweise zur Wiederzuschaltung, Seitendatum 07.01.2026), Stromnetz Berlin (englische Fassung), THW (09.01.2026), Screenshot der Warnmeldung (Wikimedia Commons, Lucas Werkmeister, CC BY 4.0).
Liefert ein Balkonkraftwerk beim Stromausfall Strom? Nein, ohne Inselbetrieb nicht
Ein Balkonkraftwerk liefert beim Stromausfall keinen Strom, weil sich netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen laut BBK bei einem Netzausfall sofort abschalten.
- Normales Balkonkraftwerk: nein. Das BBK schreibt, netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen schalteten sich bei einem Netzausfall sofort ab; Betreiber seien nicht automatisch vor einem Stromausfall geschützt, denn nicht jedes System sei zum Inselbetrieb befähigt (Praxis im Bevölkerungsschutz, Band 19). Ein Balkonkraftwerk speist über einen netzgekoppelten Wechselrichter ein; daraus folgt nach unserer Einordnung dasselbe.
- Batteriesystem mit Wechselrichter: möglich. Laut BBK können Batteriesysteme als Kurzzeitenergiespeicher zur Notstromversorgung genutzt werden; um die Wechselspannung von 230 Volt zu erzeugen, wird ein Wechselrichter eingesetzt, und bei der Auswahl rät das BBK zur Beratung durch einen Fachbetrieb.
- Dachanlage: nur, wenn sie dafür ausgelegt ist. Laut BBK kann eine vorhandene PV-Anlage bei Stromausfall nur genutzt werden, wenn sie dafür ausgelegt ist; bauliche Veränderungen an elektrischen Anlagen darf nur ein anerkannter Elektrofachbetrieb durchführen.
Eine Powerstation als Alternative ohne Eingriff ins Hausnetz finden Sie bei Notstrom: Powerstation oder Notstromaggregat. Die Regeln für Notstromaggregate und die 800-Voltampere-Grenze für Steckersolar fasst Notstromaggregat einspeisen zusammen. Diese Seite gibt keine Anleitung für Arbeiten an der Hausinstallation.
Wie viel Strom brauche ich bei Stromausfall? 1.500 bis 2.000 Watt je Wärmegerät
Wärmegeräte wie Wasserkocher, Heizgeräte oder Kochplatten ziehen laut BBK je Gerät schnell 1.500 bis 2.000 Watt; empfindliche Geräte wie ein Computer oder die Heizungssteuerung brauchen laut BBK eine dafür geeignete Notstromanlage.
Die 1.500 bis 2.000 Watt je Wärmegerät nennt das BBK (Broschüre, Stand Januar 2019); es rät, vor dem Kauf zu überlegen, welche Geräte Sie gleichzeitig betreiben wollen, und sich von einem anerkannten Elektrofachbetrieb beraten zu lassen. Für Kühlschrank, Router und Licht nennen wir keine Wattzahl, weil wir dafür keine amtliche Angabe gefunden haben. Wie viel Kapazität Sie für Ihre Geräte und Laufzeiten brauchen, berechnet der Notstrom-Rechner auf der Seite Notstrom: Sie tragen Geräte und Laufzeit ein und erhalten den Bedarf in Wattstunden und damit einen Anhaltspunkt, ob eine Powerstation oder ein Aggregat infrage kommt.
Heizen bei Stromausfall: Welche Wärmequellen sind sicher?
Die meisten Heizungen fallen ohne Strom aus (Bezirksamt Spandau); Wärme kommt dann aus Kleidung und Decken und nur aus Geräten, die für den Innenraum geeignet sind.
Das BBK nennt warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke; wer einen Ofen oder Kamin hat, legt einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz an. Bei gasbetriebenen Heizquellen rät das BBK zu einer Sauerstoffmangel- und Zündsicherung und empfiehlt einen Kohlenmonoxid-Warnmelder. Grillen Sie nicht in der Wohnung oder im Haus. Welche Notheizungen geprüft sind und welche nicht, steht unter Heizen ohne Strom.
Verwenden Sie in Innenräumen nur Geräte, die dafür zugelassen sind, und lüften Sie regelmäßig. Offenes Feuer und Grill sind keine Heizung.
Quelle: BBK, Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, 2. Aufl., Stand 11/2025, und BBK-Broschüre Stromausfall, Stand Januar 2019.
Was hilft bei Stromausfall? Licht, Radio, Powerstation
Am wichtigsten sind Licht, ein Radio ohne Netzstrom und eine geladene Powerbank (BBK); eine Powerstation oder ein Aggregat ist eine Option, bei der laut BBK gilt: Je umfangreicher die Notstromversorgung, desto größer die erforderlichen Anlagen und desto höher die Kosten.
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Häufige Fragen
Wen rufe ich bei einem Stromausfall an?
Ihren örtlichen Netzbetreiber, nicht den Stromanbieter. Die Notrufnummern 110 und 112 sind nur für echte Notfälle da.
Wie lange darf ein Stromausfall dauern?
Eine feste Höchstdauer nennt die Niederspannungsanschlussverordnung nicht; der Netzbetreiber muss jede Unterbrechung unverzüglich beheben. Im Schnitt waren es 2024 laut Bundesnetzagentur 11,68 Minuten je Letztverbraucher.
Welche Geräte sollte man bei Stromausfall ausschalten?
Wärmegeräte wie Herd, Bügeleisen und Wasserkocher sowie alle anderen Geräte, die beim Ausfall liefen.
Was sollte man immer zu Hause haben bei einem Katastrophenfall?
Laut BBK einen Vorrat für möglichst 10 Tage, mindestens für 3 Tage, dazu 2 Liter Wasser pro Person und Tag.
Stromausfall: Wo melde ich ihn?
Beim Netzbetreiber; Informationen zum Ausfall und zu seiner möglichen Dauer erhalten Sie laut BBK ebenfalls von Ihrem Stromnetzbetreiber.
Was tun beim Stromausfall mit dem Sicherungskasten?
Prüfen Sie Sicherungskasten und FI-Schalter und sehen Sie nach, ob auch in der Nachbarschaft der Strom fehlt (Bezirksamt Pankow).
Was tun beim Stromausfall mit dem Kühlschrank?
Halten Sie den Kühlschrank geschlossen. Wie lange er kalt bleibt, gibt keine amtliche Quelle an; laut Bezirksamt Spandau hängt es von Außentemperatur, Befüllung und Häufigkeit des Öffnens ab.
Wie viel Bargeld sollte man bei Stromausfall zu Hause haben?
Einen Betrag nennt das BBK nicht; es empfiehlt Bargeld, weil Geldautomaten bei Stromausfall nicht funktionieren, und das Bezirksamt Spandau rät zu einem angemessenen Bargeldvorrat in kleiner Stückelung.
Funktioniert die Toilettenspülung (Klospülung) bei Stromausfall?
Das hängt von Dauer und Gebäude ab: Laut Bezirksamt Spandau wird die Trinkwasserversorgung häufig über einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten, laut BBK fällt sie ohne Strom in den Wasserwerken aus; für den Notfall nennt das BBK Müllbeutel zum Einhängen, eine Campingtoilette und einen Wasserbehälter für Brauchwasser.
Funktioniert ein Balkonkraftwerk bei Stromausfall?
Nein, ohne Inselbetrieb nicht: Netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen schalten sich laut BBK bei einem Netzausfall sofort ab.
Quellen
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall, ohne Stand-Angabe, abgerufen 30.09.2026
- BBK: Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe, Ausgabe 3, Stand Januar 2019
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, 2. Auflage, Stand 11/2025
- BBK: Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen, abgerufen 04.10.2026
- BBK: Autarke Notstromversorgung der Bevölkerung (Praxis im Bevölkerungsschutz, Band 19), veröffentlicht 02.01.2025
- Bundesnetzagentur: Bundesweite Kennzahlenentwicklung Strom 2006 bis 2024 (SAIDI EnWG-Gesamt)
- Gesetze im Internet: § 17 NAV und § 18 NAV, zuletzt geändert durch Art. 9 G v. 18.12.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 347), geprüft 30.09.2026
- Bezirksamt Pankow von Berlin: Stromausfall – Was tun bei einem Stromausfall?, abgerufen 05.10.2026
- Bezirksamt Spandau von Berlin: Stromausfall, abgerufen 05.10.2026
- Bezirksamt Neukölln von Berlin: Was tun bei Stromausfall?, abgerufen 06.10.2026
- Stromnetz Berlin: Steglitz-Zehlendorf – Aktueller Stand (englische Fassung, Verlauf des Ausfalls), abgerufen 05.10.2026
- Land Berlin: Stromausfall im Berliner Südwesten (Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe), 03.01.2026
- Land Berlin: Wichtige Hinweise zur schrittweisen Wiederzuschaltung der regulären Stromversorgung (Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege; Datum laut Seitendaten 07.01.2026), abgerufen 05.10.2026
- THW: THW hilft nach Stromausfall in Berlin, 09.01.2026
- Wikimedia Commons: Screenshot der Cell-Broadcast-Warnung vom 07.01.2026, Lucas Werkmeister, CC BY 4.0