Hochdosierte Jodtabletten (Kaliumiodid, 65 mg) nehmen Sie laut BfS nur nach ausdrücklicher Aufforderung der Katastrophenschutzbehörden ein, und nur in der von den Behörden genannten Dosis. Sie schützen ausschließlich die Schilddrüse vor radioaktivem Jod. Vorgesehen sind sie für Personen bis 45 Jahre, besonders für Kinder, Jugendliche und Schwangere; die Dosis je Alter (13 bis 45 Jahre: 2 Tabletten à 65 mg) steht in der Tabelle unten.
Keine medizinische Beratung: Diese Seite gibt Hinweise des BfS, des Bundesumweltministeriums (BMUKN) und der Strahlenschutzkommission (SSK) wieder. Die Seite enthält keine Kaufempfehlung und keine Links zu Händlern oder Apotheken. Bei einem Ereignis gelten immer die aktuellen Durchsagen der Behörden. Mehr dazu: CBRN-Schutz: Verhalten laut BBK · Stromausfall: Was tun?
Wofür sind Jodtabletten da? Nur gegen radioaktives Jod in der Schilddrüse
Hochdosierte Jodtabletten (Kaliumiodid) verhindern laut BfS, dass sich radioaktives Jod nach einem Reaktorunfall in der Schilddrüse anreichert; sie schützen „ausschließlich vor der Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse, nicht vor der Wirkung anderer radioaktiver Stoffe“.
- Prinzip: Die Tabletten sättigen die Schilddrüse mit nicht-radioaktivem Jod, sodass radioaktives Jod später nicht mehr aufgenommen werden kann. Das BfS nennt das „Jodblockade“.
- Ziel: Wird die Jodblockade zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt, schützt sie laut BfS vor einem erhöhten Schilddrüsenkrebs-Risiko.
- Wogegen nicht: Jodtabletten schützen laut SSK nicht vor Strahlung, die von außen auf den Körper trifft, und nicht vor anderen radioaktiven Stoffen. Deshalb nennen die Behörden zusätzlich den Aufenthalt in Gebäuden, siehe CBRN-Schutz.
- Kein Jodmangel-Mittel: Diese Tabletten sind laut SSK nicht zur Behandlung eines nahrungsbedingten Jodmangels geeignet.
Quelle: BfS, Einnahme und Wirkung von Jodtabletten und FAQ: Was sind Jodtabletten?; SSK, Verwendung von Jodtabletten zur Jodblockade; geprüft am 04.10.2026.
Wann darf man Jodtabletten einnehmen? Nur nach ausdrücklicher Aufforderung der Behörden
Das BfS sagt: Hochdosierte Jodtabletten sollten „nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die Katastrophenschutzbehörden eingenommen werden – und nur in der von den Behörden genannten Dosis“; der Zeitpunkt wird in einem Notfall über die Medien bekannt gegeben.
„Da die Einnahme der hochdosierten Jodtabletten zu Nebenwirkungen führen kann, wird von einer Eigenmedikation dringend abgeraten.“ (BfS)
- Warum der Zeitpunkt zählt: Zu früh eingenommen, kann das nicht-radioaktive Jod schon wieder abgebaut sein, wenn radioaktives Jod aufgenommen wird; zu spät eingenommen, kann das radioaktive Jod bereits in der Schilddrüse sein (BfS).
- Idealer Zeitpunkt laut BfS: etwa eine Stunde vor dem Kontakt mit Luftmassen, die radioaktives Jod enthalten.
- Zeitfenster laut SSK: Der Schutz ist am wirksamsten, wenn die Tabletten unmittelbar vor dem möglichen Einatmen von radioaktivem Jod eingenommen werden. Er kann unzureichend sein, wenn sie mehr als 24 Stunden vorher oder später als acht Stunden nach dem Einatmen eingenommen werden; später als einen Tag danach schützt die Einnahme nicht mehr; sie ist dann laut SSK eher schädlich.
- Wer entscheidet: Die Katastrophenschutzbehörden haben laut BMUKN als Erste alle Informationen über Freisetzung und Ausbreitung; deshalb können nur sie entscheiden, ob eine Jodblockade nötig ist, in welchen Gebieten und wann.
- Einmal oder mehrmals: Grundsätzlich genügt laut BfS die einmalige Einnahme. Weitere Tabletten sollten nur eingenommen werden, wenn die Katastrophenschutzbehörde dies empfiehlt.
- Ausgabe heißt nicht Einnahme: Die Ausgabe von Jodtabletten erfolgt laut BMUKN vorsorglich und bedeutet nicht, dass die Tabletten sofort eingenommen werden sollen.
- Wie die Aufforderung kommt: über Radio und Fernsehen, per Lautsprecherdurchsage und über amtliche Warnungen, siehe Wie werde ich gewarnt?
Quelle: BfS, Einnahme und Wirkung von Jodtabletten; BMUKN, Einnahmezeitpunkt und Anwendungsdauer; SSK, Jodmerkblatt für die Bevölkerung; geprüft am 04.10.2026.
Wer sollte Jodtabletten einnehmen? Personen bis 45 Jahre, vor allem Kinder, Jugendliche und Schwangere
Nach ausdrücklicher Aufforderung sollten laut BfS in den betroffenen Gebieten alle Personen bis 45 Jahre hochdosierte Jodtabletten einnehmen; Personen über 45 Jahre wird davon abgeraten.
- Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: Die Schilddrüse ist in diesem Alter besonders empfindlich; deshalb ist die Einnahme laut BfS für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Laut BMUKN nimmt die kindliche Schilddrüse im Vergleich zur Schilddrüse Erwachsener deutlich mehr Jod auf und ist kleiner.
- Schwangere: Die Einnahme dient laut BfS insbesondere dem Schutz des ungeborenen Kindes. Laut BMUKN nimmt das Ungeborene etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche Jod in die Schilddrüse auf.
- Stillende und Neugeborene: Laut BMUKN wird Jod in individuell unterschiedlicher Menge an die Muttermilch abgegeben; eine ausreichende Jodblockade beim gestillten Kind ist dadurch nicht sicher gewährleistet. Deshalb sollen auch Neugeborene und Säuglinge Jodtabletten in angepasster Dosierung erhalten.
- Über 45 Jahre: „Personen über 45 Jahre wird von einer Einnahme von Jodtabletten zur Schilddrüsenblockade abgeraten. Für sie überwiegen die Risiken von Nebenwirkungen den Nutzen der Vermeidung eines erhöhten Risikos für Schilddrüsenkrebs.“ (BfS) Für Schwangere und Stillende gilt laut BMUKN die Dosis unabhängig vom Alter.
- Schilddrüsenerkrankung: Personen mit bekannter Schilddrüsenerkrankung sollten Jodtabletten erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen (BfS).
- Nach Schilddrüsenoperation: Wurde die Schilddrüse vollständig entfernt, ist eine Jodblockade laut SSK nicht erforderlich; nach teilweiser Entfernung gilt die Dosis der Gruppe 13 bis 45 Jahre.
- Wohnort: Welche Gebiete betroffen sind, hängt laut BfS davon ab, wie viel radioaktives Jod freigesetzt wird, wie weit der Unfallort entfernt ist und wie Wind und Wetter sind. Bei einem Unfall mit erheblicher Freisetzung kann für Erwachsene die Einnahme bis 100 Kilometer Entfernung und für Kinder in ganz Deutschland empfohlen werden.
Quelle: BfS, Einnahme und Wirkung von Jodtabletten; BMUKN, Wer sollte Jodtabletten einnehmen?; geprüft am 04.10.2026.
Welche Dosis gilt je Alter? 2 Tabletten à 65 mg für 13- bis 45-Jährige
Für Tabletten mit 65 mg Kaliumiodid nennen BMUKN und SSK: Geburt bis 1 Monat ein Viertel, 1 Monat bis 3 Jahre eine halbe, 3 bis 12 Jahre eine ganze Tablette, ab 13 bis 45 Jahre sowie für Schwangere und Stillende 2 Tabletten (130 mg Kaliumiodid); maßgeblich ist immer die Dosis, die die Behörde nennt.
| Personengruppe | Tabletten à 65 mg Kaliumiodid | Kaliumiodid | Jod (Iod) |
|---|---|---|---|
| Geburt bis 1 Monat | ¼ Tablette | 16,25 mg | 12,5 mg |
| 1 Monat bis 3 Jahre | ½ Tablette | 32,5 mg | 25 mg |
| 3 bis 12 Jahre | 1 Tablette | 65 mg | 50 mg |
| 13 bis 45 Jahre | 2 Tabletten | 130 mg | 100 mg |
| Schwangere und Stillende (unabhängig vom Alter) | 2 Tabletten | 130 mg | 100 mg |
| Über 45 Jahre | Von der Einnahme wird laut BfS abgeraten (Nutzen geringer als Risiko); Schwangere und Stillende erhalten laut BMUKN die Dosis unabhängig vom Alter | ||
Das BMUKN warnt, dass eine höhere oder niedrigere Dosierung die Gesundheit gefährden kann. Die Tabelle gibt die amtlichen Werte wieder und ist keine Anleitung zur Einnahme auf eigene Faust. Bei Tabletten mit anderem Kaliumiodid-Gehalt gelten laut SSK die jeweiligen Dosisangaben. Eine Tablette enthält laut BMUKN 65 mg Kaliumiodid, „entsprechend 50 mg Iodid“; daher stehen in der Tabelle zwei Spalten.
Wie werden Jodtabletten eingenommen?
- Mit einem Schluck Wasser schlucken oder die Dosis in einem Getränk auflösen (laut BMUKN Wasser, Saft oder Tee); die Lösung sofort trinken, weil sie nicht länger haltbar ist.
- Für Säuglinge und Kleinkinder brechen Sie die Tablette laut BMUKN entlang der Einkerbungen und geben die jeweilige Dosis bzw. den Bruchteil.
- Nicht auf nüchternen Magen einnehmen (BMUKN, SSK).
- Schwangeren wird laut BMUKN geraten, ihren Arzt über die Einnahme zu informieren; er achtet dann besonders auf die Schilddrüsenvorsorgeuntersuchung des Neugeborenen.
Quelle: BMUKN, Dosierung und FAQ; SSK, Jodmerkblatt; BfS, Einnahme und Wirkung von Jodtabletten (dort: „die Dosierung hängt vom Alter ab“); geprüft am 04.10.2026.
Welche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen haben Jodtabletten laut BfS und BMUKN?
Das BfS warnt, dass hohe Kaliumiodid-Dosen eine unbemerkte, latente Schilddrüsenüberfunktion in eine Überfunktion mit Krankheitszeichen übergehen lassen können; als weitere Nebenwirkung nennt das BfS eine Überempfindlichkeit gegen Jod. Seltene allergische Reaktionen führt das BMUKN auf.
- Magen: Auf nüchternen Magen eingenommen, können die Tabletten die Magenschleimhaut reizen (BMUKN).
- Allergische Reaktionen (selten): Hautausschlag, Jucken und Brennen der Augen, Schnupfen, Reizhusten, Durchfall, Kopfschmerzen, Fieber oder ähnliche Symptome (BMUKN).
- Schilddrüsenüberfunktion (in Einzelfällen): Anzeichen können erhöhter Puls, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit, Zittrigkeit, Durchfall oder Gewichtsabnahme sein; bei diesen Beschwerden suchen Sie laut BMUKN Ihren Arzt auf. Laut BfS können die Krankheitszeichen einer solchen Überfunktion bis zum akuten Herz-Kreislauf-Versagen reichen.
- Überfunktion in der Vorgeschichte: Wer an einer Schilddrüsenüberfunktion leidet oder litt, sollte Jodtabletten erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen (BMUKN). Bei Überfunktion oder knotig veränderter Schilddrüse ist laut SSK nach der Einnahme ein baldiger Arztbesuch erforderlich; Beschwerden einer Überfunktion können laut SSK eine Woche bis drei Monate nach der Einnahme auftreten.
- Neugeborene und Kleinkinder: Sie neigen laut SSK nach höheren Joddosen zu einer Schilddrüsenunterfunktion; die SSK empfiehlt, sie nach der Einnahme kinderärztlich untersuchen zu lassen.
Wer darf keine Jodtabletten einnehmen?
Laut BMUKN dürfen Sie bzw. Ihre Kinder keine Jodtabletten einnehmen, wenn eine der folgenden Krankheiten bzw. Allergien festgestellt wurde: Überempfindlichkeit gegen Jod (nicht zu verwechseln mit der häufigeren Allergie gegen Röntgenkontrastmittel), Dermatitis herpetiformis Duhring (chronische Hauterkrankung mit Bläschenbildung) und hypokomplementämische Vaskulitis (allergisch bedingte Entzündung der Blutgefäße). Sind Sie unsicher, ob eine dieser Erkrankungen bei Ihnen vorliegt, sprechen Sie laut BMUKN mit Ihrem Hausarzt. Die SSK nennt als weitere sehr seltene Gegenanzeigen Jododerma tuberosum und Myotonia congenita.
Quelle: BMUKN, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen; BfS, Einnahme und Wirkung von Jodtabletten; SSK, Jodmerkblatt; geprüft am 04.10.2026. Keine medizinische Beratung: Fragen zu Ihrer Person klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wo gibt es Jodtabletten im Ernstfall? Verteilung durch die Bundesländer
Für Lagerung und Verteilung hochdosierter Jodtabletten sind laut BfS die Bundesländer zuständig; im Ereignisfall werden die Tabletten an Feuerwehrwachen, Rathäusern, Apotheken oder bekannten Wahllokalen abgegeben, und die Bürger werden per Aufruf in den Medien aufgefordert, sie abzuholen.
- Direkt am Kernkraftwerk: Je nach Bundesland sind die Tabletten an alle Haushalte vorverteilt oder lokal gelagert, zum Beispiel in Rathäusern oder Feuerwehrhäusern (BfS).
- Bundesweiter Vorrat: Darüber hinaus werden laut BfS mehr als 180 Millionen Tabletten an verschiedenen Standorten im Land gelagert.
- Reichweite der Vorbereitung: Die Verteilung ist laut BMUKN bis etwa 100 Kilometer um ein Kernkraftwerk für Personen bis 45 Jahre vorbereitet, darüber hinaus für das gesamte Bundesgebiet an Schwangere sowie Kinder und Jugendliche (BMUKN-Hinweis, Stand 14.02.2025).
- Ihre Organisation vor Ort: Über die geplanten Abläufe informieren Sie sich laut BfS bei Ihrer Katastrophenschutzbehörde.
- Einsatzkräfte: Für das Einsatzpersonal der Hilfeleistungsorganisationen halten die Behörden laut BMUKN ein spezielles Kontingent bereit.
Quelle: BfS, Einnahme und Wirkung von Jodtabletten; BMUKN, Jodblockade, FAQ und Wer sollte Jodtabletten einnehmen?; geprüft am 04.10.2026.
Kann man Jodtabletten selbst kaufen? Was BfS und SSK dazu sagen
BfS und SSK raten davon ab, Jodtabletten auf eigene Faust einzunehmen: Sie sollen nur nach ausdrücklicher Aufforderung der Behörden eingenommen werden. Erhältlich sind sie laut BfS trotzdem: Man kann sie selbst rezeptfrei in (Online-)Apotheken kaufen.
- Rezeptfrei: Laut BfS-FAQ („Was sind Jodtabletten?“) sind Jodtabletten rezeptfrei in (Online-)Apotheken erhältlich. Laut SSK sollte ein mit den behördlich bevorrateten Tabletten identisches Arzneimittel in den Apotheken rezeptfrei erhältlich sein.
- Einnahme nur nach Aufforderung: Die SSK schreibt, die Tabletten sollten „nie aus eigener Veranlassung oder Befürchtung eingenommen werden“; eine Jodblockade aus eigener Initiative sei nutzlos und sogar schädlich. Das BfS rät von einer Eigenmedikation dringend ab.
- Ohne aktuellen Anlass kein Nutzen: In ihrem Hinweis zur Lage in der Ukraine (Stand 14.02.2025) schreiben BMUKN und BfS, eine Selbstmedikation mit hochdosierten Jodtabletten berge gesundheitliche Risiken und habe aktuell keinerlei Nutzen.
- Lagerung: Laut BMUKN in der Originalverpackung, geschützt vor Licht, Feuchtigkeit und Wärme (nicht über 25 °C) und für Kinder unzugänglich. Bei frei verkäuflichen Tabletten steht das Haltbarkeitsdatum auf der Verpackung; die von Bund und Ländern eingelagerten Tabletten tragen nach § 3 der Kaliumiodidverordnung kein Haltbarkeitsdatum und werden durch Qualitätskontrollen überprüft.
- Was diese Seite nicht tut: Sie nennt keine Händler, keine Preise und empfiehlt keinen Kauf. Fragen zu Ihrer Person klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Quelle: BfS, FAQ: Was sind Jodtabletten? und Einnahme und Wirkung von Jodtabletten; SSK, Jodmerkblatt; BMUKN, Jodblockade und FAQ; geprüft am 04.10.2026.
Ersetzen Jod-Nahrungsergänzungsmittel oder Schilddrüsentabletten die Notfalltabletten?
Nein: Laut SSK sind aus dem Ausland im Internet angebotene hochdosierte Jodtabletten, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden, keine zugelassenen Arzneimittel, und von ihrer Verwendung wird abgeraten; niedrig dosierte Jodtabletten gegen Jodmangel sind laut SSK nicht zur Jodblockade geeignet.
- Nahrungsergänzungsmittel aus dem Ausland: „Es handelt sich hierbei nicht um zugelassene Arzneimittel; von der Verwendung wird abgeraten.“ (SSK) Sie enthalten laut SSK Kaliumiodid in unterschiedlichen Mengen.
- Jodmangel-Tabletten (0,1 bis 0,2 mg Jod): Laut SSK zur Vorbeugung von Jodmangelkrankheiten gedacht, aber nicht zur Jodblockade der Schilddrüse geeignet. Zur Jodblockade sind nur die für den nuklearen Notfall vorgesehenen, wesentlich höher dosierten Tabletten geeignet.
- Tabletten gegen Schilddrüsenerkrankungen: Laut BMUKN dürfen vom Arzt verschriebene Jodtabletten nicht mit Kaliumiodidtabletten verwechselt werden. Ihre Jodmenge ist „viel zu gering“ für die Jodblockade; umgekehrt dürfen die Notfalltabletten wegen ihrer hohen Jodmenge nicht zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten verwendet werden.
Quelle: SSK, Jodmerkblatt; BMUKN, FAQ; geprüft am 04.10.2026.
Häufige Fragen
Wann soll man Jodtabletten einnehmen?
Nur nach ausdrücklicher Aufforderung der Katastrophenschutzbehörden und in der von ihnen genannten Dosis; den Zeitpunkt geben die Behörden in einem Notfall über die Medien bekannt. Idealerweise werden Jodtabletten laut BfS etwa eine Stunde vor dem Kontakt mit Luftmassen eingenommen, die radioaktives Jod enthalten.
Wer sollte Jodtabletten einnehmen?
Laut BfS nach Aufforderung alle Personen bis 45 Jahre in den betroffenen Gebieten, besonders Kinder, Jugendliche und Schwangere. Personen über 45 Jahre wird von einer Einnahme abgeraten.
Welche Dosis Jodtabletten gilt für Erwachsene und Kinder?
Bei Tabletten mit 65 mg Kaliumiodid nennen BMUKN und SSK: Geburt bis 1 Monat eine Viertel-Tablette, 1 Monat bis 3 Jahre eine halbe, 3 bis 12 Jahre eine ganze Tablette, 13 bis 45 Jahre sowie Schwangere und Stillende 2 Tabletten (130 mg). Maßgeblich ist die Dosis, die die Behörde nennt.
Welche Nebenwirkungen haben Jodtabletten?
Möglich sind laut BMUKN eine Reizung der Magenschleimhaut bei nüchternem Magen, selten allergische Reaktionen und in Einzelfällen eine jodbedingte Schilddrüsenüberfunktion. Wer eine Schilddrüsenerkrankung hat, sollte Jodtabletten erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.
Kann man Jodtabletten in der Apotheke kaufen?
Das BfS rät von einer Eigenmedikation dringend ab: Jodtabletten sollen nur nach ausdrücklicher Aufforderung der Behörden eingenommen werden. Rezeptfrei erhältlich sind sie laut BfS dennoch, auch in (Online-)Apotheken. Diese Seite gibt keine Kaufempfehlung.
Schützen Jodtabletten vor Strahlung?
Nein. Laut BfS schützen hochdosierte Jodtabletten ausschließlich vor der Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse, nicht vor der Wirkung anderer radioaktiver Stoffe. Vor Strahlung von außen schützen sie laut SSK ebenfalls nicht.
Muss man Jodtabletten mehrmals einnehmen?
Grundsätzlich genügt laut BfS die einmalige Einnahme. Weitere Tabletten sollten nur eingenommen werden, wenn die Katastrophenschutzbehörde dies empfiehlt.
Quellen
- BfS: Einnahme und Wirkung von Jodtabletten, Seitenstand 11.02.2026, geprüft am 04.10.2026
- BfS: FAQ: Was sind Jodtabletten?, geprüft am 04.10.2026
- BMUKN: Jodblockade – Schutz bei Reaktorunfall (Startseite mit Hinweis, Stand 14.02.2025), geprüft am 04.10.2026
- BMUKN: Dosierung, geprüft am 04.10.2026
- BMUKN: Einnahmezeitpunkt, geprüft am 04.10.2026
- BMUKN: Anwendungsdauer, geprüft am 04.10.2026
- BMUKN: Wer sollte Jodtabletten einnehmen?, geprüft am 04.10.2026
- BMUKN: Nebenwirkungen und Gegenanzeigen, geprüft am 04.10.2026
- BMUKN: Häufig gestellte Fragen, geprüft am 04.10.2026
- SSK: Verwendung von Jodtabletten zur Jodblockade der Schilddrüse bei einem Notfall mit Freisetzung von radioaktivem Jod, Empfehlung, Fassung vom 30.01.2024, geprüft am 04.10.2026