M. Night Shyamalans The Happening aus dem Jahr 2008 ist einer jener Filme, bei denen man nach dem Abspann sitzt und sich fragt, ob man gerade einen elaborierten Witz verpasst hat. Der Thriller – oder je nach Stimmung auch Horrorfilm oder Katastrophenfilm – erzählt von einer mysteriösen Bedrohung, die Menschen dazu bringt, sich selbst zu töten. Die Ursache: Pflanzen. Ja, richtig gelesen. Drehbuch und Regie von Shyamalan, und das merkt man leider an jeder Ecke.
Doch bevor man dem Regisseur allein die Schuld gibt – werfen wir einen ehrlichen Blick auf die Besetzung von The Happening. Denn auch das Cast trägt seinen Teil zur Misere bei. Nicht alles ist schlecht, vieles ist solide, manches ist schlicht unverzeihlich. Wer genau in diesem Film mitgespielt hat, was die Darsteller daraus gemacht haben, und warum das Ganze trotzdem nicht zusammenwächst – das klären wir hier.
Die Besetzung von The Happening – viel Durchschnitt, wenig Glanz
Wenn man die Besetzung von The Happening betrachtet, fällt zunächst auf: Die Namen klingen vielversprechender als das Ergebnis auf der Leinwand. Mark Wahlberg als Hauptdarsteller, Zooey Deschanel als seine Frau, John Leguizamo als bester Freund – auf dem Papier kein schlechter Start für einen Mystery–Thriller.
In der Praxis hat das Casting allerdings ein grundlegendes Problem: Die Rollen sind so flach geschrieben, dass selbst erfahrene Schauspieler kaum etwas damit anfangen können. Shyamalan hat dem Cast buchstäblich nichts in die Hand gegeben. Keine Tiefe, keine Entwicklung, keine echten Konflikte jenseits von „lauf weg, die Luft tötet dich”. Das ist kein günstiges Ausgangsmaterial.
Casting-Entscheidungen wirken stellenweise wie ein Zufallsgenerator. Wahlberg ist kein Typ, der einem intellektuellen Biologielehrer Glaubwürdigkeit verleiht. Deschanel bringt ihren üblichen Indie-Charme mit – der hier jedoch deplatziert wirkt wie eine Blumenwiese auf einem Schlachtfeld. Leguizamo versucht es, aber auch er kämpft gegen die Windmühlen eines sinnentleerten Drehbuchs.
Einzelne Lichtblicke gibt es – dazu später mehr. Insgesamt ist die Besetzung von The Happening ein Spiegel des Films selbst: ambitioniert in der Ankündigung, enttäuschend in der Umsetzung.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Mark Wahlberg | Elliot Moore | 4/10 | Fehl am Platz als nachdenklicher Lehrer, wirkt durchgehend überfordert |
| Zooey Deschanel | Alma Moore | 5/10 | Starrer Blick als Stilmittel – aber nicht auf Dauer tragbar |
| John Leguizamo | Julian | 6/10 | Sympathisch, zu früh weg, der Film verliert mit ihm das Beste |
| Betty Buckley | Mrs. Jones | 7/10 | Einzige, die wirklich etwas aus ihrer Rolle macht – unheimlich und glaubwürdig |
| Ashlyn Sanchez | Jess | 5/10 | Kindliche Unschuld als dramatischer Anker – funktioniert mäßig |
| Spencer Breslin | Josh | 5/10 | Solide, aber vollkommen austauschbar |
Die Hauptdarsteller im kritischen Blick
Mark Wahlberg als Elliot Moore
Mark Wahlberg spielt Elliot Moore, einen Biologielehrer aus Philadelphia, der mit seiner Frau und einigen Begleitern vor der mysteriösen Bedrohung flieht. Klingt nach einer Rolle, die emotionale Tiefe, intellektuelle Glaubwürdigkeit und dramatisches Gewicht erfordert.
Wahlberg liefert keines davon wirklich überzeugend.
Es ist nicht so, dass er ein schlechter Schauspieler wäre – in Filmen wie The Departed oder Boogie Nights hat er bewiesen, dass er mehr kann. Aber hier scheint er schlicht falsch besetzt zu sein. Ein Mann, dessen gesamte Aura „Muskeln, Straße, Action” schreit, soll einem glauben machen, dass er über Bienensterben doziert und über das Leben nachdenkt? Das funktioniert nicht.
Hinzu kommt, dass Wahlbergs Dialoglieferung in mehreren Szenen berüchtigt merkwürdig ist. Sein Gespräch mit einer Plastikpflanze ist mittlerweile Kult – aus den falschen Gründen. Man fragt sich, ob Regie und Schauspieler hier denselben Film gedreht haben.
Bewertung: 4/10
Zooey Deschanel als Alma Moore
Zooey Deschanel spielt Alma, Elliots Ehefrau, die einen emotionalen Seitenhandlungsstrang trägt: Sie hat Geheimnisse vor ihrem Mann, isst Tiramisu mit einem Kollegen – und das wird als dramatischer Konflikt verkauft.
Deschanel hat diesen charakteristischen, leicht verlorenen Blick, der in Indie-Dramen und Romanzen wunderbar funktioniert. In einem Katastrophenfilm, in dem Menschen massenweise sterben, wirkt er zunehmend unfreiwillig komisch. Ihre Figur reagiert auf apokalyptische Ereignisse mit derselben abwesenden Ruhe, mit der andere Menschen einen schwachen Kaffee registrieren.
Das ist zum Teil das Drehbuch, zum Teil Casting-Entscheidung. Deschanel ist nicht falsch besetzt im Sinne von: Sie kann es nicht. Sie ist falsch besetzt im Sinne von: Dieser Tonfall passt nicht zu diesem Film.
In einzelnen Momenten, vor allem in ruhigeren Szenen, schimmert tatsächlich etwas durch. Aber es bleibt ein Schimmer.
Bewertung: 5/10
John Leguizamo als Julian
John Leguizamo spielt Julian, Elliots besten Freund und Mathematiklehrer, der auf der Flucht seine eigene Tochter schützen muss – und dessen Geschichte tragisch endet.
Leguizamo ist hier ehrlich gesagt der stärkste unter den Hauptdarstellern. Er bringt Wärme, echte Nervosität und zumindest ansatzweise so etwas wie menschliche Glaubwürdigkeit in den Film. Seine Szenen vor dem Ende wirken – soweit das möglich ist – tatsächlich berührend.
Dass er so früh aus dem Cast ausscheidet, ist einer der dramaturgischen Fehler des Films. Mit ihm verliert The Happening seinen einzigen wirklich sympathischen Ankerpunkt.
Bewertung: 6/10
Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von The Big Lebowski.
Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?
Betty Buckley als Mrs. Jones
Die mit Abstand interessanteste Leistung der gesamten Besetzung von The Happening liefert Betty Buckley als paranoide Einsiedlerin Mrs. Jones. Ihr Auftritt ist kurz, aber wirkungsvoll. Sie spielt Misstrauen, Isolation und unterschwellige Bedrohlichkeit mit einer Präzision, die man im Rest des Films vermisst.
Man könnte sagen: Sie hat verstanden, was für ein Film das sein sollte – und sie spielt dementsprechend. Der Rest des Casts scheint das Memo nicht erhalten zu haben.
Wenn der Film einen Moment echter Spannung hat, dann ist Betty Buckley daran maßgeblich beteiligt. Eine angenehme Überraschung in einem Meer von Mittelmaß.
Bewertung: 7/10
Ashlyn Sanchez als Jess
Ashlyn Sanchez spielt Jess, die junge Tochter von Julians Freundin, die mit den Hauptfiguren flieht. Sie ist als emotionaler Anker konzipiert – das Kind, das man retten will, das dem Ganzen menschliches Gewicht verleiht.
Sanchez macht ihre Sache ordentlich, mehr aber auch nicht. Ihre Rolle ist so untergeschrieben, dass es kaum fair wäre, hier eine große Analyse vorzunehmen.
Bewertung: 5/10
Spencer Breslin als Josh
Spencer Breslin taucht als Josh auf – ein junger Mitreisender. Er ist präsent, er stört nicht, er hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Das Paradebeispiel einer Nebenrolle, die man nach dem Film vergessen hat.
Bewertung: 5/10
Einen ähnlichen Blick auf ein anderes Ensemble lohnt sich: Besetzung von The Wild Bunch.
Filmografie – und immer wieder das Gleiche?
Betrachtet man die Karrieren der Hauptdarsteller, wird ein Muster sichtbar, das man als freundlicher Mensch „Wiedererkennungswert” nennt – und das man als ehrlicher Kritiker Typecasting nennt.
Mark Wahlberg
Mark Wahlberg hat sich in den Jahren rund um The Happening als verlässlicher Actionheld etabliert. Die Rolle des nachdenklichen Intellektuellen war ein Ausflug, der schief ging. Seither ist er wieder zurück in seiner Komfortzone, was vermutlich für alle Beteiligten besser ist.
- The Italian Job
- Shooter
- Max Payne
Zooey Deschanel
Zooey Deschanel ist die ewige Muse des Indie-Kinos: quirky, verträumt, liebenswert seltsam. In The Happening wirkt sie wie ein Fremdkörper, der aus einem anderen Film importiert wurde. Danach kehrte sie zur Fernsehserie New Girl zurück – und war dort, in ihrem natürlichen Habitat, tatsächlich hervorragend.
John Leguizamo
John Leguizamo hat im Laufe seiner Karriere gezeigt, dass er viel mehr kann. The Happening nutzt ihn nicht annähernd aus.
- Moulin Rouge!
Betty Buckley
Betty Buckley, eine Broadway-Veteranin mit ernsthaftem Handwerk, liefert genau das, was man von jemandem mit ihrer Erfahrung erwarten darf: Konzentration und Professionalität.
Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung
Kurze Antwort: Nein, nicht wirklich.
Die Besetzung von The Happening funktioniert schon allein deshalb nicht, weil die Chemie zwischen den Hauptfiguren kaum spürbar ist. Mark Wahlberg und Zooey Deschanel als Ehepaar – man kauft es ihnen schlicht nicht ab. Kein Funke, keine Spannung, keine Wärme. In einem Drama, das auf der Beziehung dieser zwei Menschen aufgebaut sein soll, ist das ein erhebliches Problem.
John Leguizamo und Wahlberg funktionieren etwas besser – ihre Freundschaft wirkt zumindest ansatzweise organisch. Aber da Leguizamo früh ausscheidet, trägt diese Chemie den Film nicht weit genug.
Das eigentliche Problem: Das Drehbuch gibt dem Cast keine Werkzeuge. Charaktere werden eingeführt, laufen, sterben oder überleben – ohne dass man versteht, warum es einem wichtig sein sollte. Kein Schauspieler der Welt kann eine Figur retten, die auf dem Papier aus drei Eigenschaften besteht.
Betty Buckley ist der Beweis, dass es auch anders geht: Mit Material, das zumindest eine klare Funktion hat, kann man etwas draus machen. Der Rest des Casts hat nicht mal das.
Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht
Hier kommen wir zu einem Punkt, der über The Happening hinausgeht – und der erklären hilft, warum ein Film wie dieser überhaupt mit dieser Besetzung produziert wurde.
In einer Branche, in der bekannte Namen oft wichtiger sind als schauspielerisches Handwerk, ist das Kalkül simpel: Mark Wahlberg zieht Publikum. Zooey Deschanel hat eine treue Fanbase. John Leguizamo verleiht dem Cast kulturelle Diversität und schauspielerisches Renommee. Fertig ist das Ensemble.
Dass dabei niemand hinterfragt, ob diese konkreten Schauspieler zu diesen konkreten Rollen passen, ist symptomatisch für eine Produktion, bei der das Marketing früher fertig war als das Drehbuch.
Mit dem Aufstieg der Streaming-Produktion hat sich das weiter verstärkt. Bekannte Gesichter werden gebraucht, um Klicks zu generieren – nicht um Figuren zu verkörpern. Die Qualitätsstandards verschieben sich, und das Publikum gewöhnt sich daran, Schauspieler wiederzuerkennen, statt Figuren zu erleben.
The Happening war in dieser Hinsicht seiner Zeit voraus – leider nicht im positiven Sinne.
Weitere Einblicke in ein klassisches Ensemble bietet der Artikel über die Besetzung von The Breakfast Club.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist in der Besetzung von The Happening?
Die Hauptbesetzung umfasst Mark Wahlberg als Elliot Moore, Zooey Deschanel als Alma Moore, John Leguizamo als Julian sowie Betty Buckley, Ashlyn Sanchez und Spencer Breslin in Nebenrollen.
Wer ist der beste Schauspieler in The Happening?
Ohne Zweifel Betty Buckley. Sie ist die einzige, die wirklich etwas aus ihrer Rolle macht – und das in einer vergleichsweise kurzen Szene. John Leguizamo ist ebenfalls solide, aber zu kurz zu sehen.
Ist Mark Wahlbergs Leistung in The Happening wirklich so schlecht?
Sie ist nicht vernichtend schlecht – aber sie ist falsch. Wahlberg ist fehlbesetzt für die Rolle eines introvertierten Biologielehrers. Das macht es nicht besser, dass das Drehbuch ihm wenig hilft.
Lohnt sich The Happening wegen des Casts?
Nein. Wenn man den Film sehen möchte, dann eher als unfreiwillig komisches Erlebnis oder aus Nostalgie. Das Cast allein ist kein Grund für eine ernsthafte Empfehlung.
Wer hat Regie geführt und das Drehbuch geschrieben?
M. Night Shyamalan – er ist für beides verantwortlich. Und trägt damit mindestens den gleichen Anteil an den Problemen wie die Schauspieler.
Gibt es Synchronsprecher für die deutsche Fassung?
Ja, der Film verfügt über eine deutsche Synchronfassung. Die konkreten Synchronsprecher sind in der deutschen Synchronkartei dokumentiert, spielen für die schauspielerische Bewertung jedoch keine Rolle.



