Es ist das Jahr 1719. Eine junge Comanche-Kriegerin kämpft ums Überleben – nicht nur gegen Trapper und Bären, sondern gegen ein außerirdisches Raubtier, das auf der Erde auf Jagd geht. So lässt sich die Handlung von Prey (2022) in zwei Sätzen zusammenfassen. Regisseur Dan Trachtenberg lieferte damit das ab, was viele als das beste Predator-Prequel aller Zeiten bezeichnen – und ich verstehe den Jubel, wirklich. Aber dann schaue ich mir die Besetzung von Prey etwas genauer an, und der erste Enthusiasmus legt sich etwas.
Denn was wir hier haben, ist ein Cast, der solide arbeitet, stellenweise überrascht, aber eben auch zeigt, dass Streaming-Produktionen inzwischen mit einem anderen Maßstab gemessen werden als klassische Kinofilme. Wer spielt in Prey? Und wie gut machen sie das wirklich? Eine ehrliche Bestandsaufnahme – ohne Euphorie, dafür mit offenem Blick.
Die Besetzung von Prey – viel Durchschnitt, wenig Glanz
Die Prey Besetzung besteht überwiegend aus wenig bekannten Gesichtern, was per se kein Problem ist. Manchmal ist das sogar ein Vorteil: keine Schauspieler, deren Filmographie so schwer ist, dass man die Rolle nicht mehr sieht, sondern nur den Star. Aber es birgt auch Risiken. Wenn die Darsteller noch nicht die Reife haben, komplexe Emotionen zu vermitteln, dann wird ein ohnehin dünn geschriebenes Drehbuch von Patrick Aison noch dünner.
Das Casting von Dan Trachtenberg war mutig: Amber Midthunder in der Hauptrolle, Dakota Beavers als ihr Bruder, dazu eine Reihe von Darstellern, die man entweder kaum kennt oder schlicht noch nie gesehen hat. Das Ergebnis? Besser als erwartet – aber das sagt vielleicht mehr über die niedrigen Erwartungen aus als über die tatsächliche Qualität. Der Prey Cast funktioniert als Ensemble passabel, einzelne Leistungen stechen hervor, andere verschwimmen im Action-Getöse.
Für einen Franchise-Film, der als Prequel zum Predator-Universum funktionieren soll, hätte man hier und da etwas mehr Tiefe erwarten dürfen.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Amber Midthunder | Naru | 7/10 | Überzeugend körperlich, emotional manchmal flach |
| Dakota Beavers | Taabe | 6/10 | Sympathisch, aber austauschbar |
| Dane DiLiegro | Predator | 5/10 | Körperlich präsent, darstellerisch logischerweise limitiert |
| Stormee Kipp | Sissy | 5/10 | Solide Nebenrolle, kaum Profil |
| Michelle Thrush | Aruka | 6/10 | Erfahren, aber untergenutzt |
| Julian Black Antelope | Chief Kehetu | 5/10 | Würde, aber zu wenig Screentime |
| Bennett Taylor | Colbert | 5/10 | Generischer Antagonist ohne Erinnerungswert |
| Mike Paterson | Raphael Adolini | 5/10 | Funktioniert als Kontrastfigur, nicht mehr |
Die Hauptdarsteller im kritischen Blick
Amber Midthunder als Naru
Fangen wir mit dem Herzstück der Prey Besetzung an: Amber Midthunder. Die Tochter von Schauspieler David Midthunder trägt den Film auf ihren Schultern – und das tut sie mit bemerkenswerter körperlicher Präsenz. Man glaubt ihr die Kriegerin. Man glaubt ihr die Entschlossenheit. Die Actionszenen funktionieren, weil Midthunder sich offensichtlich voll reingehängt hat.
Aber – und da wird es interessant – sobald es emotional wird, sobald die Szenen Tiefe verlangen, merkt man, dass hier eine junge Schauspielerin am Limit arbeitet. Die Rolle der Naru ist ohnehin nicht besonders nuanciert geschrieben: Sie will Jägerin werden, niemand glaubt ihr, sie beweist sich. Das ist das Muster. Midthunder füllt dieses Muster aus, verlässt es aber selten. Für einen Hulu-Streaming-Film reicht das. Für einen wirklich großen Science-Fiction-Thriller würde man mehr erwarten.
Trotzdem: In einem Cast voller Mittelmäßigkeit ist sie die klarste Lichtgestalt.
Bewertung: 7/10
Dakota Beavers als Taabe
Taabe ist Narus Bruder, ihr Vertrauter, ihr emotionaler Anker. Dakota Beavers spielt die Rolle mit natürlicher Wärme – das muss man ihm lassen. Die Chemie zwischen Midthunder und Beavers wirkt nicht aufgesetzt, was in Geschwisterrollen oft das größte Problem ist.
Aber Beavers bleibt blass. Seine Figur Taabe ist funktional: Er ist da, er unterstützt, er hat seinen Moment – und dann ist er Geschichte. Beavers hätte aus dieser Figur mehr machen können, wäre das Drehbuch ihm gegenüber großzügiger gewesen. Als es darauf ankommt, liefert er solide Arbeit ab. Als Darsteller, der eine Rolle wirklich ausfüllt und über sich hinauswächst, bleibt er hinter den Erwartungen.
Bewertung: 6/10
Dane DiLiegro als der Predator
Dane DiLiegro ist ein ehemaliger Basketball-Profi, der mit seiner beeindruckenden Körpergröße von über zwei Metern für die Rolle des außerirdischen Jägers besetzt wurde. Die Wahl ist verständlich: Man braucht Präsenz, Körperlichkeit, Bedrohlichkeit. Das liefert DiLiegro.
Darstellerisch kann man hier kaum urteilen – das Creature-Design und die Computereffekte erledigen den Rest. DiLiegro bewegt sich glaubwürdig, und das ist buchstäblich seine wichtigste Aufgabe. Eine Schauspielerleistung im eigentlichen Sinne ist das nicht. Funktional: ja. Mehr: nein.
Bewertung: 5/10
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Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?
Ehrlich gesagt: größtenteils Füllmasse.
Michelle Thrush als Narus Mutter Aruka ist die angenehme Ausnahme. Thrush ist eine erfahrene Darstellerin, und das merkt man. Sie bringt Würde und Authentizität in eine Rolle, die das Drehbuch leider stiefmütterlich behandelt. Man hätte aus der Mutter-Tochter-Dynamik mehr machen können – stattdessen ist Aruka hauptsächlich dazu da, Naru zu mahnen und zu zweifeln.
Julian Black Antelope als Stammeshäuptling Kehetu vermittelt Autorität in wenigen Szenen – aber eben auch wirklich nur in wenigen. Zu wenig Screentime, zu wenig Entwicklung.
Die französisch-kanadischen Trapper – darunter Bennett Taylor und Mike Paterson – sind generische Antagonisten ohne erkennbare Persönlichkeit. Sie sind böse, weil der Film böse Trapper braucht. Mehr Schauspieler-Leistung steckt da nicht drin. Typecasting in Reinkultur, und nicht einmal überzeugend durchgeführt.
Stormee Kipp als Narus Freundin Sissy ist angenehm, geht im Laufe des Films aber unter. Keine schlechte Darstellung – einfach zu wenig Material.
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Filmografie – und immer wieder das Gleiche?
Die Filmographie der Prey-Darsteller ist überschaubar, was ehrlich gesagt erfrischend und problematisch zugleich ist.
Amber Midthunder
- Roswell, New Mexico (Fernsehserie) – Hauptrolle vor Prey
- Prey (2022) – Naru
Vor Prey hauptsächlich aus der Fernsehserie Roswell, New Mexico bekannt – eine solide TV-Karriere, aber keine, die auf große Kinomomente hindeutet. Mit Prey hat sie einen Sprung gemacht, der ihr zweifelsohne Türen öffnet. Die Frage ist, ob sie die Vielseitigkeit mitbringt, die für eine langfristige Karriere notwendig ist – oder ob Naru ihre stärkste Rolle bleibt.
Dakota Beavers
- Prey (2022) – Taabe (bedeutender erster Schritt)
Ein Neuling. Prey war für ihn ein bedeutender Schritt. Was danach kommt, wird zeigen, ob er mehr ist als ein gut aussehender Nebendarsteller, der körperliche Präsenz mitbringt.
Bei den anderen Darstellern ist die Filmographie entweder kurz oder auf indigenes Kino und TV-Produktionen beschränkt. Das ist kein Vorwurf – im Gegenteil, es zeigt, dass Dan Trachtenberg bewusst auf Authentizität gesetzt hat. Aber es bedeutet auch, dass man von einem erfahrenen Ensemble keine Rede sein kann.
Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung
Ja – in einem begrenzten Rahmen.
Die Chemie zwischen Midthunder und Beavers funktioniert. Das ist entscheidend, weil der emotionale Kern des Films auf dieser Geschwisterbeziehung aufgebaut ist. Ohne eine glaubwürdige Verbindung zwischen Naru und Taabe würde die gesamte emotionale Architektur des Films zusammenbrechen.
Die Authentizität des Casts – viele Darsteller sind tatsächlich indigener Abstammung – verleiht dem Film eine Glaubwürdigkeit, die rein handwerklich erreicht worden wäre. Das ist ein echter Mehrwert.
Aber: Die Besetzung von Prey ist keine, die den Film auf eine höhere Ebene hebt. Midthunder hält das Konstrukt zusammen, der Rest ergänzt solide. Ein Film wie dieser lebt mehr vom Creature-Design, vom Action und von der Regie Dan Trachtenbergs als von schauspielerischen Höchstleistungen. Was die Darsteller liefern, reicht – und das sage ich nicht als Kompliment.
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Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht
Und hier kommen wir zum eigentlichen Problem – einem, das weit über Prey hinausgeht.
Die Streaming-Industrie – Hulu in diesem Fall – hat die Standards verändert. Nicht unbedingt gesenkt, aber verschoben. Was zählt, ist das Konzept: Ein Predator-Film mit indigener Kriegerin im Jahr 1719? Das verkauft sich. Der Trailer geht viral. Die Bewertungen auf IMDb und MoviePilot explodieren.
Und dann schaut man sich die Schauspieler genauer an und denkt: Wäre das ein Kinofilm gewesen, hätte man stärker auf erfahrene Darsteller gesetzt. Hätte das Studio mehr gefordert. Hätte die Kritik genauer hingeschaut.
Aber es ist ein Streaming-Film. Man schaut ihn abends auf dem Sofa, mit einem Bier in der Hand, und Midthunder kämpft gegen einen Alien, und das reicht. Die Bewertung steigt, weil die Konkurrenz auf der Plattform nicht gerade aus Meisterwerken besteht.
Das Publikum hat sich daran gewöhnt, dass „gut genug” gut ist. Und die Studios – Produzenten, Regisseure, Casting-Direktoren – haben sich daran gewöhnt, dass das Publikum das akzeptiert. Es ist ein Kreislauf, und Prey ist ein gutes Beispiel dafür: handwerklich solide, schauspielerisch anständig, aber eben nicht mehr.
Für Genre-Verhältnisse ist das respektabel. Im größeren Kontext des Science-Fiction- und Action-Films ist es ernüchternd.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt die Hauptrolle in Prey (2022)?
Amber Midthunder spielt die Hauptrolle der Comanche-Kriegerin Naru. Sie trägt den Film mit körperlicher Überzeugungskraft, auch wenn die Rolle emotional nicht besonders tief geschrieben ist.
Wer ist der beste Schauspieler in der Prey Besetzung?
Ohne große Konkurrenz: Amber Midthunder. Sie ist die einzige Darstellerin, die den Film wirklich prägt. Michelle Thrush verdient eine lobende Erwähnung für ihre Darstellung der Mutter.
Wer spielt den Predator in Prey?
Dane DiLiegro, ein ehemaliger Basketballspieler, verkörpert den außerirdischen Jäger. Darstellerisch ist das eine Körperrolle – Costume und CGI erledigen den Großteil der Arbeit.
Lohnt sich Prey wegen des Casts?
Ehrlich gesagt: Man schaut Prey wegen des Konzepts und der Regie Dan Trachtenbergs – nicht wegen glänzender Schauspielleistungen. Der Cast erfüllt seinen Zweck, hebt den Film aber nicht auf ein höheres Niveau.
Waren die Darsteller wirklich indigener Abstammung?
Viele der Hauptdarsteller haben tatsächlich indigene Wurzeln, was dem Film eine authentische Note verleiht. Das ist eine bewusste Entscheidung, die man dem Produktionsteam hoch anrechnen muss.
Gibt es einen deutschen Synchronsprecher für Naru?
Für die deutsche Synchronfassung wurde Amber Midthunders Figur synchronisiert – konkrete Details zu den deutschen Synchronsprechern sind aus den verfügbaren Quellen jedoch nicht vollständig zu entnehmen.



