Es gibt Filme, die sich ihren Status als Klassiker redlich verdient haben. Der Schwarze Falke (1956), John Fords episches Western-Meisterwerk, gehört zweifellos dazu. Ethan Edwards, der verbitterte Veteran, der jahrelang durch die Wildnis zieht, um seine entführte Nichte zu finden – das ist großes Kino. Aber großes Kino entsteht nicht im Vakuum. Es braucht ein Ensemble, das mithalten kann. Und hier, liebe Freunde des gepflegten Filmgenusses, wird es interessant. Denn die Besetzung von Der Schwarze Falke ist keineswegs durchgehend auf demselben Niveau. Es gibt Leuchtturm-Momente, ja. Aber auch einige Stellen, an denen man sich fragt, ob Ford einfach Glück hatte – oder ob sein Genie das Mittelmaß überstrahlt hat.
Das Ensemble auf einen Blick
Bevor die Meinung ungebeten verteilt wird, hier die harten Fakten. Die Besetzung von Der Schwarze Falke setzt sich wie folgt zusammen:
| Schauspieler | Rolle | Episoden / Jahr | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| John Wayne | Ethan Edwards | Film (1956) | 9/10 | Karrieredefinierend. Roh, komplex, unbehaglich – selten so gut. |
| Jeffrey Hunter | Martin Pawley | Film (1956) | 6/10 | Solide, aber bleibt im Schatten Waynes. Zu brav für die Geschichte. |
| Vera Miles | Laurie Jorgensen | Film (1956) | 7/10 | Präsenz ohne Aufdringlichkeit. Mehr Raum hätte ihr gut getan. |
| Ward Bond | Reverend Samuel Clayton | Film (1956) | 7/10 | Verlässlich wie immer. Vielleicht etwas zu verlässlich. |
| Natalie Wood | Debbie Edwards (erwachsen) | Film (1956) | 6/10 | Screentime minimal. Eindruck ebenfalls. |
| John Qualen | Lars Jorgensen | Film (1956) | 6/10 | Typischer Ford-Charakter, mit Charme aber ohne Tiefe. |
| Olive Carey | Mrs. Jorgensen | Film (1956) | 7/10 | Stille Würde. Eine der unterschätzten Leistungen des Films. |
| Henry Brandon | Häuptling Scar | Film (1956) | 5/10 | Problematisch aus heutiger Sicht. Darstellerisch eindimensional. |
| Ken Curtis | Charlie McCorry | Film (1956) | 5/10 | Hauptsächlich als komische Entlastung eingesetzt. Funktioniert bedingt. |
| Harry Carey Jr. | Brad Jorgensen | Film (1956) | 6/10 | Sympathisch, aber letztlich eine Randnotiz. |
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Zwischen Größe und Gefälligkeit – was dieses Casting wirklich aussagt
Wenn man die Besetzung von Der Schwarze Falke nüchtern betrachtet, fällt eines sofort auf: Der gesamte Film steht und fällt mit einer einzigen Entscheidung – der Besetzung von John Wayne als Ethan Edwards. Das ist sowohl Fords größter Triumph als auch, wenn man ehrlich ist, sein größtes Risiko. Denn Wayne war damals längst ein Star mit festem Image. Den zu besetzen und dann zu verlangen, dass er einen moralisch ambivalenten, zutiefst gestörten Mann spielt, der seine Nichte lieber töten als „beschmutzt” nach Hause bringen würde – das hätte furchtbar schief gehen können.
Es ging nicht schief. Weit davon entfernt. Aber das wirft die Frage auf: Wie viel davon ist Waynes Leistung, und wie viel ist Fords Regie? Und was bedeutet das für den Rest des Ensembles, das in seinem Schatten operiert?
Die Antwort ist unbequem: Vieles im Der Schwarze Falke Cast wirkt wie sorgfältig arrangiertes Beiwerk. Gut ausgewählt, professionell ausgeführt, aber letztlich dazu bestimmt, Wayne groß aussehen zu lassen.
John Wayne und Jeffrey Hunter – ein ungleiches Duo
Die eigentliche dramatische Spannung des Films sollte zwischen Ethan Edwards und seinem Halbblut-Adoptivsohn Martin Pawley entstehen. John Wayne liefert seine Seite des Vertrags vollumfänglich. Jeffrey Hunter hingegen – nun ja.
John Wayne als Ethan Edwards
Wayne war zu diesem Zeitpunkt seit Jahren Fords Hauptdarsteller. Die Zusammenarbeit ist eingespielt, fast schon automatisiert. Aber hier gelingt ihm etwas, das über das Routinehafte hinausgeht: eine rohe, komplexe und zutiefst unbehagliche Darstellung eines Mannes, dem die Humanität abhandengekommen ist. Bewertung: 9/10.
Jeffrey Hunter als Martin Pawley
Hunter ist kein schlechter Schauspieler. Das sei unmissverständlich gesagt. Aber er ist ein glatter Schauspieler. Und Glätte ist das Letzte, was man braucht, wenn man neben John Wayne bestehen will. Pawley sollte eine moralische Gegenkraft zu Edwards sein, ein junger Mann, der die Humanität verkörpert, die dem verbitterten Veteranen abhandengekommen ist. Stattdessen wirkt Hunter oft wie jemand, der einfach seinen Text aufsagt und hofft, dass die Kamera nicht zu lange auf ihm verweilt.
Das ist schade. Denn die Figur hätte mehr tragen können. Hätte mehr tragen müssen. Und die Der Schwarze Falke Schauspieler-Riege hätte davon als Ganzes profitiert.
Die Chemie zwischen den beiden? Vorhanden, aber unausgeglichen. Wie ein Schachspiel, bei dem einer der Spieler deutlich mehr Erfahrung hat. Bewertung Hauptdarsteller: 7,5/10.
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Die Ränder des Bildes – wo das Ensemble im Dunkeln bleibt
Über die Nebenrollen in Der Schwarze Falke lässt sich Folgendes sagen: Sie erfüllen ihre Funktion. Nicht mehr, nicht weniger.
Vera Miles als Laurie Jorgensen
Vera Miles hat echte Momente. Ihre Szene, in der sie Martin einen Brief vorliest, während sie gleichzeitig mit einem anderen Mann verlobt ist, besitzt eine bittere Lakonie, die man nicht vergisst. Sie ist die positivste Überraschung im Der Schwarze Falke Cast – jemand, dem man gerne mehr Screentime gegönnt hätte. Bewertung: 7/10.
Olive Carey als Mrs. Jorgensen
Olive Carey ist ebenfalls erwähnenswert. Sie bringt eine ruhige Würde in ihre Rolle, die dem Film gut tut. Man spürt, dass sie versteht, was Ford eigentlich erzählen will. Eine Leistung, die man erst bei der zweiten Sichtung wirklich bemerkt. Bewertung: 7/10.
Henry Brandon als Häuptling Scar
Und hier muss man aus heutiger Perspektive deutlich sein: Die Besetzung eines weißen Schauspielers als Comanche-Häuptling ist – vorsichtig formuliert – eine Entscheidung, die der Film sich nicht leisten kann zu ignorieren. Darstellerisch bleibt Brandon eindimensional. Scar ist weniger eine Figur als ein Symbol, und Brandon macht wenig, um das zu durchbrechen. Bewertung: 5/10.
Ken Curtis als Charlie McCorry
Ken Curtis als komische Entlastung? Funktioniert in Maßen. Aber Comedy-Relief in einem Film dieser emotionalen Schwere ist ein schmaler Grat, und Curtis tanzt darauf mit wenig Eleganz. Bewertung: 5/10.
Typecasting in Monument Valley – Ford und seine Lieblinge
Man muss über die Filmografien sprechen. Denn wer sich die Der Schwarze Falke Schauspieler genauer anschaut, stellt fest: Ford hat hier im Wesentlichen seine Repertoire-Kompanie versammelt.
- Ward Bond – Ford-Film
- Harry Carey Jr. – Ford-Film
- John Qualen – Ford-Film
Das ist einerseits bewundernswert – ein Regisseur, der seinen Darstellern vertraut und ein echtes Ensemble aufbaut. Andererseits ist es auch eine Form von künstlerischem Komfort, die gelegentlich in Beliebigkeit kippt. Man weiß, was man bekommt. Und manchmal ist das genug. Manchmal ist es zu wenig.
Natalie Wood, damals 18 Jahre alt, wurde als erwachsene Debbie besetzt. Ihre Szenen sind rar, ihre Wirkung begrenzt. Wood war zweifellos talentiert – das hat ihre spätere Karriere bewiesen. Aber hier wird sie kaum genutzt. Eine Enttäuschung.
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Was bleibt, wenn man ehrlich ist
Die Besetzung von Der Schwarze Falke ist im Kern eine Ein-Mann-Show mit professioneller Unterstützung. John Wayne trägt den Film auf seinen Schultern, und das tut er mit einer Intensität, die man auch nach Jahrzehnten noch spürt. Der Rest des Ensembles – mit Ausnahme von Vera Miles – operiert zufriedenstellend im Hintergrund.
Ist das ein Problem? In gewisser Weise schon. Ein wirklich großes Ensemble hätte diesem ohnehin starken Film eine zusätzliche Dimension verliehen. Stattdessen bekommt man einen überragenden Solisten und eine solide, aber nicht außergewöhnliche Begleitband.
Die Chemie stimmt da, wo sie stimmen muss – zwischen Wayne und der rauen Landschaft Monument Valleys. Menschliche Chemie ist rarer. Und in einem Film, der so viel über menschliche Obsession und Besessenheit sagt, ist das eine verpasste Gelegenheit.
Gesamtbewertung Ensemble: 7/10.
Das ewige Problem mit Klassikern und Casting-Mythen
Es gibt in der Filmkritik eine unschöne Tendenz, Klassiker pauschal zu verteidigen. „Alles war besser damals.” „Die konnten noch wirklich spielen.” Man begegnet diesem Reflex häufig, wenn man über Der Schwarze Falke Rollen und ihre Besetzung diskutiert.
Aber ehrliche Kritik muss auch Klassiker hinterfragen dürfen. Und was man dabei feststellt, ist folgendes: Das Hollywood der 1950er Jahre hatte sein eigenes System aus Typecasting, Studio-Loyalitäten und kommerziellen Erwägungen – nicht unähnlich dem heutigen Streaming-Zeitalter, das so gerne kritisiert wird.
Ford wählte Wayne, weil Wayne Kassen füllte. Er wählte seine Stammmannschaft, weil er ihr vertraute. Das ist menschlich verständlich. Aber es ist nicht dasselbe wie revolutionäres Casting. Die Idealisierung vergangener Filmepocen verdeckt, dass auch damals Kompromisse gemacht wurden, Talente verschwendet wurden – und Diversität ein Fremdwort war.
Der Schwarze Falke ist ein großes Werk. Aber ein makelloses Ensemble hat er nicht. Und das zuzugeben, macht die Momente, die wirklich leuchten, umso wertvoller.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt die Hauptrolle in Der Schwarze Falke?
John Wayne spielt Ethan Edwards, den verbitterten Ex-Konföderierten, der jahrelang nach seiner entführten Nichte sucht. Es ist eine seiner stärksten und komplexesten Leistungen.
Wer spielt in Der Schwarze Falke die weibliche Hauptrolle?
Vera Miles spielt Laurie Jorgensen, und sie ist die angenehme Überraschung des Films. Mehr Screentime hätte ihr – und dem Film – gut getan.
Ist die Besetzung von Der Schwarze Falke insgesamt stark?
John Wayne ist außergewöhnlich. Der Rest des Casts ist solide, aber selten mehr als das. Jeffrey Hunter als Martin Pawley bleibt hinter dem Potenzial seiner Figur zurück.
Warum ist Henry Brandons Casting als Häuptling Scar problematisch?
Brandon, ein weißer Schauspieler, spielt einen Comanche-Häuptling. Aus heutiger Sicht ist das eine deutliche Fehlentscheidung – darstellerisch und ethisch. Die Figur bleibt eindimensional.
Lohnt es sich, Der Schwarze Falke wegen der Schauspieler zu sehen?
Wegen John Wayne: ja, absolut. Wegen des Gesamtensembles: bedingt. Der Film ist größer als sein Cast – was sowohl ein Kompliment an Ford als auch eine Kritik am Ensemble ist.
Welche Nebenrolle hinterlässt den stärksten Eindruck?
Olive Carey als Mrs. Jorgensen – ruhig, würdevoll, unterschätzt. Eine Leistung, die man erst bei der zweiten Sichtung wirklich bemerkt.



