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Besetzung von Excalibur (Film)

Es gibt Filme, die man gesehen haben muss – nicht weil sie perfekt sind, sondern weil sie einen bestimmten Moment im Kino eingefangen haben, der so nicht wiederholbar ist. Excalibur aus dem Jahr 1981, inszeniert vom irischen Regisseur John Boorman, ist so ein Film. Eine opulente, manchmal überambitionierte Verfilmung der Artussage, vollgepackt mit glänzendem Metall, nebelverhangenen Wäldern und einer Besetzung, die auf dem Papier beeindruckend klingt – in der Praxis aber eher durchwachsen wirkt.

Der Fantasy-Film erzählt die Geschichte von König Artus, dem magischen Excalibur Schwert, der Tafelrunde, und natürlich von Verrat, Liebe und dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Das Drehbuch basiert auf Thomas Malorys Le Morte d’Arthur und ist damit so alt wie die Legende selbst. Was die Produktion daraus gemacht hat? Nun ja. Schauen wir uns die Besetzung von Excalibur (Film) genauer an – denn da liegt, wie so oft, der Teufel im Detail.

Die Besetzung von Excalibur (Film) – viel Durchschnitt, wenig Glanz

Wer die Besetzung von Excalibur (Film) zum ersten Mal durchliest, könnte meinen, man habe hier eine Crème de la Crème des britischen Schauspielhandwerks versammelt. Nigel Terry, Helen Mirren, Nicol Williamson, Nicholas Clay, Cherie Lunghi – und dann, in kleineren Rollen, ein junger Patrick Stewart, ein kaum erkennbarer Liam Neeson und ein noch unbekannter Gabriel Byrne. Klingt gut, oder?

Das Problem: Ein gutes Casting ist die halbe Miete, aber es reicht eben nicht, bekannte Namen auf eine Liste zu setzen. Viele der Darsteller wirken, als hätten sie die Rolle zwar verstanden – aber emotional nicht wirklich erreicht. Das Mittelalter-Setting verlangt eine bestimmte Art von Ernsthaftigkeit, die nicht jeder hier überzeugend liefert. Manche übertreiben, andere untertreiben, und am Ende fragt man sich: Hat John Boorman wirklich das Beste aus seinen Schauspielern herausgeholt, oder war er zu sehr mit der visuellen Inszenierung beschäftigt?

Die Originalsprache des Films ist Englisch, und die deutsche Synchronisation tut ihr Übriges, um emotionale Nuancen weiter abzuflachen. Die Synchronsprecher leisteten solide Arbeit – mehr aber auch nicht.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von 10.000 B.C. – einem weiteren historischen Abenteuerfilm mit ähnlichem Setting.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Nigel Terry König Artus 6/10 Solide, aber zu blass für eine Legende
Helen Mirren Morgana 8/10 Die eigentliche Entdeckung des Films
Nicol Williamson Merlin 7/10 Exzentrisch bis an die Grenze des Erträglichen
Nicholas Clay Lancelot 5/10 Gut aussehend, wenig dahinter
Cherie Lunghi Guinevere 6/10 Funktioniert, aber ohne Tiefe
Gabriel Byrne Uther Pendragon 6/10 Zu kurz dabei für mehr
Patrick Stewart Leondegrance 6/10 Solide – typisches Frühwerk
Liam Neeson Gawain 5/10 Kaum zu bemerken, kaum zu kritisieren
Paul Geoffrey Perceval 6/10 Der heimliche emotionale Kern – fast unterschätzt
Corin Redgrave Cornwall 5/10 Austauschbar
Katrine Boorman Igrayne 5/10 Nepotismus lässt grüßen

Die Hauptdarsteller im kritischen Blick

Nigel Terry als König Artus

Nigel Terry trägt die schwerste Last dieses Films: Er spielt König Artus – eine der bekanntesten Figuren der westlichen Literatur, beladen mit Erwartungen, Symbolik und mythischer Größe. Was liefert er? Einen anständigen, manchmal berührenden, oft aber auch merkwürdig farblosen Artus.

Terry ist kein schlechter Schauspieler – das wäre unfair. Aber er ist auch keiner, der eine Szene allein durch seine Anwesenheit elektrisiert. Die Rolle des Königs verlangt eine Mischung aus Naivität, Würde und tragischer Schwäche – und Terry schafft es, all das anzudeuten, ohne es jemals wirklich zu verkörpern. Er spielt König Artus. Er ist es nie.

Das ist schade. Denn die Artussage lebt davon, dass man dem König glaubt – glaubt, dass Männer für ihn sterben würden, dass eine Frau ihn verlässt und das ein ganzes Königreich zerbricht. Mit Terry am Steuer wirkt das alles ein bisschen… verwaltet.

Bewertung: 6/10

Helen Mirren als Morgana

Hier ändert sich der Ton. Helen Mirren ist in der Besetzung von Excalibur (Film) das, was man in Kritikerjargon eine “Offenbarung” nennen würde – wenn man nicht so zynisch wäre wie ich. Aber selbst ich muss zugeben: Sie ist außergewöhnlich.

Mirren spielt Morgana mit einer Mischung aus eiskalter Berechnung und unterschwühliger Sexualität, die dem Film eine Energie gibt, die er ohne sie nicht hätte. Sie ist das Böse mit Gesicht – kein Cartoon-Bösewicht, sondern eine Frau mit Motiv, Verstand und Gefühl. Ihre Szenen mit Nicol Williamson als Merlin sind die besten des Films.

War sie schon damals ein Ausnahmetalent? Zweifellos. Wird sie hier vollständig genutzt? Nicht ganz. John Boorman lässt sie zu oft im Hintergrund agieren, wenn sie eigentlich die Hauptfigur sein sollte.

Bewertung: 8/10

Nicol Williamson als Merlin

Nicol Williamson ist ein Fall für sich. Sein Merlin ist laut, widersprüchlich, manchmal komisch und manchmal unheimlich – und man weiß nie so genau, ob das Absicht ist oder einfach Williamson being Williamson.

Sein Sprechrhythmus ist eigen, seine Körpersprache wirkt gelegentlich wie aus einer anderen Produktion importiert. Trotzdem funktioniert es irgendwie. Merlin ist per Definition eine unberechenbare Figur, und Williamson gibt ihm diese Unberechenbarkeit – auf Kosten jeder Art von emotionaler Zugänglichkeit.

Man bewundert die Performance, ohne sich ihr jemals wirklich nähern zu können. Das ist entweder brillant oder ein Problem. Wahrscheinlich beides.

Bewertung: 7/10

Nicholas Clay als Lancelot

Nicholas Clay als Lancelot ist das, was Casting-Agenturen gerne machen: gut aussehend, körperlich präsent, emotional begrenzt. Lancelot ist eine der komplexesten Figuren der Artussage – ein Mann, der das, was er am meisten liebt, durch seine Liebe zerstört. Das ist Stoff für ein Meisterwerk.

Was Clay daraus macht? Eine solide, aber erstaunlich oberflächliche Darstellung eines Mannes, der gut kämpft und besser aussieht. Die Chemie mit Cherie Lunghi als Guinevere ist vorhanden – physisch. Emotional bleibt es an der Oberfläche.

Bewertung: 5/10

Cherie Lunghi als Guinevere

Cherie Lunghi ist als Guinevere das, was die Rolle traditionell immer war: schön, begehrt, zerrissen. Sie macht ihre Sache ordentlich, ohne irgendwann zu überraschen. Guinevere ist hier Objekt der Handlung statt Subjekt – und Lunghi kämpft nicht wirklich dagegen an.

Man kann ihr das nicht vollständig vorwerfen: Das Drehbuch gibt ihr wenig Raum. Aber ein bisschen mehr Eigeninitiative hätte der Figur gut getan.

Bewertung: 6/10

Mehr zum Thema Film-Casting finden Sie auch im Artikel über die Besetzung von Kingsman.

Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?

Hier wird es ehrlich interessant. In der Besetzung von Excalibur (Film) finden sich einige Namen, die man heute kennt – damals aber noch niemand war.

Gabriel Byrne spielt Uther Pendragon, den Vater von Artus, und hat leider so wenig Screentime, dass man kaum ein Urteil fällen kann. Er ist präsent, er ist charismatisch – und dann ist er weg. Typisch für ein Ensemble-Film-Problem: zu viele Figuren, zu wenig Zeit.

Patrick Stewart als Leondegrance ist der Prototyp des “soliden Briten in einer Nebenrolle”. Er macht es richtig, er macht es professionell, und er macht sich in keiner Weise bemerkbar. Das ist weder Lob noch Kritik – es ist eine Feststellung.

Liam Neeson als Gawain ist in seiner frühen Filmographie kaum zu erkennen – physisch wie schauspielerisch. Er ist jung, er ist stattlich, er sagt seine Zeilen. Mehr nicht. Dass aus ihm später einer der wenigen echten Filmstars seiner Generation werden würde, glaubt man hier kein bisschen.

Paul Geoffrey als Perceval ist vielleicht die angenehmste Überraschung des Films. Er gibt der Figur eine echte emotionale Reise und ist einer der wenigen Darsteller, die über ihre Szenen hinauswachsen.

Katrine Boorman als Igrayne – die Tochter des Regisseurs John Boorman – ist ein klassischer Fall von Nepotismus, der nicht katastrophal, aber auch nicht überzeugend ist. Sie erfüllt die Minimalanforderungen. Das muss reichen.

Filmografie – und immer wieder das Gleiche?

Schaut man sich die Filmographie der Besetzung von Excalibur (Film) an, ergibt sich ein vertrautes Muster. Viele der Schauspieler haben vor und nach diesem Film ähnliche Rollen gespielt – historische Dramen, Fantasy-Stoffe, britische Charakterstücke.

Helen Mirren ist die große Ausnahme: Ihre Karriere hat sich radikal entwickelt, von der dämonischen Morgana bis zur Königin Elizabeth II. Sie hat sich nie typcasten lassen.

Nicol Williamson hingegen blieb Zeit seines Lebens ein Exzentriker, dessen Talent ebenso bewundert wie gefürchtet wurde – bekannt für schwierige Arbeitsverhältnisse auf und abseits der Leinwand.

Nicholas Clay ist heute weitgehend vergessen – was nichts über seinen Wert als Mensch aussagt, aber einiges über seine Präsenz als Darsteller.

Patrick Stewart und Liam Neeson haben sich durch spätere Rollen unsterblich gemacht – ersterer als Jean-Luc Picard, letzterer als, nun ja, jemand mit einem bestimmten Set an Fähigkeiten. Excalibur war für beide ein früher Schritt auf einem langen Weg.

Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung

Die ehrliche Antwort: Jein.

Die Besetzung von Excalibur (Film) funktioniert als Gesamtpaket besser als als Summe ihrer Teile. Die Chemie zwischen den Darstellern ist ungleichmäßig – in einigen Szenen spürbar, in anderen erschreckend steril.

Das größte Problem: Der Film ist so bildgewaltig, so auf Atmosphäre ausgerichtet, dass die Schauspieler manchmal wie Kostümträger in einer Gemäldeausstellung wirken. John Boorman hat zweifellos eine Vision – aber seine Vision ist die des Malers, nicht des Psychologen. Charaktertiefe interessiert ihn weniger als visuelle Wucht.

Das macht den Film sehenswert – und das Cast letztlich zu einem sekundären Element. Wo Helen Mirren und Nicol Williamson herausragen, liegt das auch an ihrer eigenen Stärke, nicht an besonderer Führung durch die Regie.

Hätte ein anderes Casting den Film besser gemacht? Möglicherweise. Hätte er schlechter werden können? Ebenfalls möglich. Als Fantasy-Film des Jahres 1981 ist er das, was er ist: historisch bedeutsam, visuell eindrucksvoll, schauspielerisch inkonsistent.

Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht

Hier möchte ich einen Moment innehalten – und auf etwas hinweisen, das weit über Excalibur hinausgeht.

In der heutigen Streaming-Ära haben wir uns an ein Schauspiel-Niveau gewöhnt, das vor vierzig Jahren kaum durchgegangen wäre. Serien werden nicht mehr besetzt, weil jemand die Rolle am besten spielen kann – sondern weil er eine gewisse Follower-Zahl mitbringt oder ins demografische Profil passt.

Excalibur aus dem Jahr 1981 war alles andere als perfekt. Aber es war ein Film, der echte Handwerker vor die Kamera stellte – Menschen, die klassische Schauspielausbildung genossen hatten, die Shakespeare spielen konnten, die wussten, wie man einen Text trägt.

Heute würde man die Besetzung von Excalibur (Film) wahrscheinlich mit Influencern und “rising stars” bevölkern, die in drei Wochen einen Intensiv-Workshop für Mittelalter-Gestik absolviert haben. Das IMDb-Rating würde trotzdem gut sein, weil Algorithmen keine Nuancen kennen.

Die Frage ist nicht, ob der Cast von Excalibur gut genug war. Die Frage ist, ob wir heute überhaupt noch wissen, was “gut genug” bedeutet.

Passend dazu empfehlen wir auch den Artikel darüber, warum immer mehr Kinofilme direkt auf Streamingplattformen erscheinen.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Excalibur (Film)

Wer spielt in Excalibur (Film) die Hauptrollen?

Die Hauptrollen sind besetzt mit Nigel Terry als König Artus, Helen Mirren als Morgana, Nicol Williamson als Merlin, Nicholas Clay als Lancelot und Cherie Lunghi als Guinevere. Dazu kommen in kleineren Rollen Gabriel Byrne als Uther Pendragon, Patrick Stewart als Leondegrance und Liam Neeson als Gawain.

Wer ist der beste Schauspieler in Excalibur (Film)?

Ohne Zögern: Helen Mirren. Ihre Darstellung der Morgana ist das schauspielerische Highlight des Films – komplex, kalt und faszinierend. Nicol Williamson als Merlin ist ein knapper zweiter Platz.

Gibt es schwache Leistungen in der Besetzung?

Ja. Nicholas Clay als Lancelot bleibt trotz zentraler Rolle erstaunlich blass. Auch Katrine Boorman als Igrayne – Tochter des Regisseurs – überzeugt nicht wirklich. Man fragt sich unwillkürlich, ob das Casting hier auf anderen Kriterien basierte.

Ist Excalibur (Film) trotz der durchwachsenen Besetzung sehenswert?

Ja – aber nicht primär wegen der Schauspieler. Die visuelle Inszenierung, die Atmosphäre und die Musik machen den Film zu einem einzigartigen Kinoerlebnis. Wer jedoch tiefgründige Charakterstudie erwartet, wird enttäuscht sein.

Welche bekannten Schauspieler haben ihre Karriere mit Excalibur begonnen?

Patrick Stewart und Liam Neeson sind heute weltbekannt – in Excalibur spielen sie noch Nebenrollen. Gabriel Byrne war ebenfalls früh in seiner Karriere dabei. Alle drei haben sich weit über diesen Film hinaus entwickelt.

Wie war die deutsche Synchronisation der Besetzung?

Die Synchronsprecher der deutschen Synchronisation leisteten solide, unauffällige Arbeit. Wie so oft bei historischen Stoffen verliert die Synchronisation einige sprachliche Nuancen des Originals – aber sie ist kein Grund, den Film nicht auf Deutsch zu schauen.

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