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Besetzung von Mr. Harrigan’s Phone

Mr. Harrigan’s Phone – 2022 auf Netflix erschienen, Regie von John Lee Hancock, basierend auf Kings Kurzgeschichte – fällt irgendwo dazwischen. Die Handlung ist schlicht: Ein junger Junge namens Craig freundet sich mit dem alten, reichen und einsiedlerischen John Harrigan an. Er schenkt ihm ein iPhone. Harrigan stirbt. Das Smartphone fängt an, Nachrichten zurückzuschicken. Mystery, Horror, Drama – alles auf kleiner Flamme.

Klingt interessant? Auf dem Papier schon. Die Besetzung von Mr. Harrigan’s Phone ist allerdings das, was man höflich als „solide” und ehrlicher als „weitgehend austauschbar” bezeichnen würde. Ein paar bekannte Gesichter, ein paar Nachwuchstalente, und das Gefühl, dass Netflix mal wieder auf Sicherheit gesetzt hat, anstatt auf Überraschungen.

Die Besetzung von Mr. Harrigan’s Phone – viel Durchschnitt, wenig Glanz

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Die Besetzung von Mr. Harrigan’s Phone ist nicht schlecht. Sie ist auch nicht gut. Sie ist… funktional. Was beim Casting auffällt, ist die klassische Netflix-Formel: Einen alten, respektierten Schauspieler ins Zentrum stellen – in diesem Fall Donald Sutherland –, einen jungen, aufstrebenden Darsteller dazu – Jaeden Martell –, und den Rest mit verlässlichen Charakterdarstellern auffüllen, die man schon hundertmal in ähnlichen Rollen gesehen hat.

Das Castingprinzip ist nicht ohne Logik. Sutherland bringt Glaubwürdigkeit mit. Martell kennt man aus It. Aber originell ist das nicht. Es ist Streaming-Kalkulation: bekannte Gesichter über echte Charakterarbeit. Das Ergebnis ist ein Cast, der die Geschichte trägt, ohne sie wirklich zu elevieren. Wer eine außergewöhnliche Ensembleleistung erwartet, wird enttäuscht werden. Wer einfach 104 Minuten solides, aber unvergessliches Schauspiel akzeptiert, kommt durch.

Was fehlt, ist Überraschung. Kein Darsteller macht etwas, das man nicht erwartet hätte. Keine Rolle bricht aus dem Schema heraus. Die Verfilmung der Stephen-King-Kurzgeschichte hätte mutigere Entscheidungen verdient – sowohl beim Drehbuch als auch bei der Besetzung.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Donald Sutherland John Harrigan 7/10 Würdevoll, reserviert – manchmal zu sehr.
Jaeden Martell Craig 6/10 Solide, aber selten mehr als reaktiv.
Joe Tippett Kenny Yankovich 5/10 Glaubhaft, aber wenig Erinnerungswert.
Kirby Howell-Baptiste Marge 5/10 Unterfordert, fast verschwendet.
Cyrus Arnold Marty 5/10 Typische Nebenfigur, keine Überraschungen.
Colin O’Brien Junger Craig 6/10 Für sein Alter ordentlich, nicht mehr.
Thomas Francis Murphy Nebenrolle 4/10 Kaum präsent, kaum merkbar.
Peggy J. Scott Nebenrolle 4/10 Füllmasse im besten Sinne.
John Lee Ames Nebenrolle 4/10 Ähnliches Bild – solide, vergesslich.
Bennett Saltzman Nebenrolle 4/10 Macht seinen Job, nicht mehr.
Alexa Shae Niziak Nebenrolle 5/10 Etwas präsenter als die anderen, aber kaum.

Die Hauptdarsteller im kritischen Blick

Donald Sutherland als John Harrigan

Man muss ehrlich sein: Donald Sutherland ist der Grund, weshalb dieser Film überhaupt funktioniert. Er spielt John Harrigan – einen alten, wohlhabenden Einsiedler, der wenig redet, viel beobachtet und Emotionen wie andere Leute Bargeld horten: sparsam und ungern. Sutherland bringt diese eisige Würde mit, die er über Jahrzehnte perfektioniert hat. Kein Overacting, keine billigen Emotionsausbrüche. Er ist da, er ist präsent, und er dominiert jede Szene, in der er auftaucht – auch wenn er kaum etwas tut.

Das Problem ist allerdings: Man sieht Sutherland in dieser Rolle und denkt sofort an zehn andere Sutherland-Rollen. Der alte, mysteriöse, reservierte Patriarch – das ist sein Terrain. Überraschend ist es nicht. Trotzdem: In einem Cast voller Mittelmaß ist er der einzige Darsteller, der echte Schwerkraft hat.

Seine Chemie mit Martell funktioniert besser als erwartet. Die Freundschaft zwischen Craig und Harrigan – eine unwahrscheinliche, fragile Verbindung – wirkt nicht komplett konstruiert, und das ist fast ausschließlich Sutherlands Verdienst.

Bewertung: 7/10

Jaeden Martell als Craig

Jaeden Martell ist kein schlechter Schauspieler. Das muss man fairerweise sagen. Er hat in It bewiesen, dass er in übernatürlichen Stoffen funktioniert, und in Knives Out gezeigt, dass er Nuancen beherrscht. Aber in Mr. Harrigan’s Phone wirkt er erstaunlich passiv.

Craig ist die Hauptfigur. Er trägt den Film. Er ist das emotionale Zentrum der Geschichte. Und Martell spielt ihn… nett. Ordentlich. Mittelgroß. Der Junge reagiert auf Ereignisse, anstatt sie voranzutreiben. Er weint an den richtigen Stellen. Er lächelt, wenn es angebracht ist. Aber die Tiefe, die diese Rolle eigentlich bräuchte – ein Kind, das mit Verlust, Schuld und dem Übernatürlichen kämpft – bleibt Skizze statt Gemälde.

Es ist das klassische Problem des modernen Streaming-Schauspiels: alles technisch korrekt, emotional aber in einer sicheren Mittellage eingefroren. Wer Martells Potenzial kennt, ist leicht enttäuscht.

Bewertung: 6/10

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von 11.22.63 – Der Anschlag, einer weiteren Stephen-King-Verfilmung mit ähnlichem Schwerpunkt auf Charakterarbeit.

Joe Tippett als Kenny Yankovich

Tippett spielt eine der wenigen Rollen, die tatsächlich dramatischen Druck in die Geschichte bringen – und er macht es… okay. Kenny ist kein Sympathieträger, was Tippett korrekt kommuniziert. Aber auch hier: keine Überraschungen. Man hat diese Art von Charakter schon gesehen, und Tippett macht nichts, was ihn aus der Masse heraushebt.

Bewertung: 5/10

Kirby Howell-Baptiste als Marge

Das ist der vielleicht frustrierendste Fall in der gesamten Besetzung von Mr. Harrigan’s Phone. Kirby Howell-Baptiste ist eine Schauspielerin mit echter Präsenz – wer sie in anderen Projekten gesehen hat, weiß das. Hier wird sie schlicht verschwendet. Marge ist eine Randfigur, die kaum Raum bekommt, und Howell-Baptiste kann mit dem Material nichts anfangen, weil es schlicht nicht genug davon gibt. Das ist keine Kritik an ihr – das ist Kritik an einem Drehbuch, das interessante Darsteller in unbedeutende Rollen zwingt.

Bewertung: 5/10

Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?

Seien wir direkt: Die Nebenrollen in Mr. Harrigan’s Phone sind das, was man im Filmjargon als „funktionale Besetzung” bezeichnet. Sie erfüllen ihren Zweck. Sie stören nicht. Sie bleiben auch nicht im Gedächtnis.

Colin O’Brien als der junge Craig – also Craig in seinen Kindheitsjahren – macht für sein Alter eine ordentliche Figur. Er wirkt natürlich, nicht aufgesetzt, und das ist bei Kinderdarstellern keine Selbstverständlichkeit. Kleiner Pluspunkt.

Cyrus Arnold als Marty bleibt im typischen Terrain des „besten Freundes”, der hauptsächlich dazu da ist, dem Protagonisten Gesprächspartner zu geben. Keine Fehler, keine Überraschungen.

Thomas Francis Murphy, Peggy J. Scott, John Lee Ames und Bennett Saltzman sind Charakterdarsteller, die ihre Szenen professionell absolvieren. Man vergisst sie, bevor der Abspann endet. Das ist kein Vorwurf – es ist die Realität kleiner Rollen in mittelbudgetierten Streamingproduktionen.

Alexa Shae Niziak sticht leicht heraus – nicht weil die Rolle besonders komplex wäre, sondern weil sie in ihren Szenen eine Natürlichkeit mitbringt, die einige ihrer Kollegen vermissen lassen.

Insgesamt: Die Nebenrollen sind Füllmasse mit gelegentlichen Lichtblicken. Das Ensemble hat keine ensemble-typische Dynamik – jeder macht sein Ding, und das war’s.

Mehr über den Trend, Filme direkt für Streamingplattformen zu produzieren, erfahren Sie im Artikel über warum immer mehr Kinofilme direkt auf Streamingplattformen erscheinen.

Filmografie – und immer wieder das Gleiche?

Wenn man sich die Filmografien der Hauptdarsteller ansieht, fällt ein Muster auf, das in Hollywood nicht gerade selten ist: Typecasting als Geschäftsmodell.

Donald Sutherland

Sutherland hat in seiner langen Karriere bewiesen, dass er weit mehr kann als den reservierten, bedrohlichen Alten. Aber seit Jahren wird er fast ausschließlich in genau diese Schublade gesteckt. Mr. Harrigan’s Phone ist keine Ausnahme. Es ist Sutherland auf Autopilot – und selbst auf Autopilot ist er besser als die meisten.

  • Mr. Harrigan’s Phone (2022)

Jaeden Martell

Martell trägt das Etikett „Stephen-King-Junge” mittlerweile wie eine zweite Haut. Man kann ihm nicht verdenken, dass er in diesem Genre arbeitet – es funktioniert. Aber die Frage, ob er wirklich mehr kann, bleibt vorerst unbeantwortet.

  • It (2017)
  • It: Kapitel 2 (2019)
  • Knives Out
  • Mr. Harrigan’s Phone (2022)

Kirby Howell-Baptiste

Howell-Baptiste ist das beste Beispiel für eine Schauspielerin, die in besseren Projekten bessere Rollen verdient. Ihre Filmografie zeigt Potenzial. Hier zeigt sie nichts, weil das Drehbuch nichts zulässt.

Fazit: Niemand in diesem Cast entwickelt sich weiter. Niemand wagt etwas Neues. Das ist das stille Problem vieler Streamingproduktionen.

Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung

Die ehrliche Antwort ist: ja und nein.

Die Besetzung von Mr. Harrigan’s Phone funktioniert auf einer Grundebene. Sutherland und Martell ergeben ein glaubwürdiges Duo. Die Chemie zwischen ihnen reicht aus, um die Prämisse zu tragen – ohne diese Verbindung würde der Film komplett zusammenbrechen. Insofern: Respekt an die Casting-Entscheidung.

Was nicht funktioniert, ist das Ensemble als Ganzes. Der Film fühlt sich an wie eine Zwei-Mann-Show mit Statisten. Die Nebenrollen sind zu schwach geschrieben und zu konventionell besetzt, um wirklich Leben in die Geschichte zu bringen. Das Stephen-King-Universum lebt von seinen Charakteren – von Menschen, die echt und fehlerhaft und überraschend sind. In Mr. Harrigan’s Phone sind die meisten Figuren Pappaufsteller.

Dass die Besetzung trotzdem nicht vollständig versagt, ist Sutherlands Verdienst – und dem Umstand, dass Martell zumindest nicht aktiv schadet. Für eine Verfilmung einer King-Kurzgeschichte reicht das. Für einen wirklich erinnerungswürdigen Film reicht es nicht.

Einen ähnlichen Blick auf Casting-Entscheidungen in einem anderen Thriller bietet der Artikel über die Besetzung von Beast.

Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht

Hier muss man kurz innehalten und eine unbequeme Wahrheit aussprechen: In der Streaming-Ära sind die Anforderungen an schauspielerische Leistungen fundamental gesunken.

Netflix, Amazon, Apple TV+ und Co. produzieren Inhalte in einem Tempo, das keine echte künstlerische Reifung zulässt. Die Frage ist nicht mehr „Ist das Schauspiel außergewöhnlich?”, sondern „Ist es gut genug, dass die Leute nicht abschalten?” Das ist eine fundamentale Verschiebung – und sie erklärt vieles an Produktionen wie Mr. Harrigan’s Phone.

Bekannte Gesichter verkaufen Klicks. Sutherland im Thumbnail bedeutet Aufrufe. Martell aus It bedeutet Wiedererkennung. Ob die Leistungen wirklich herausragend sind, ist für den Algorithmus irrelevant. Das Ergebnis: Filme werden besetzt wie Marketingprodukte, nicht wie Kunstwerke.

Das ist kein Vorwurf an die Schauspieler. Sie liefern, was verlangt wird. Der Vorwurf gilt einem System, das „ausreichend” zu einem Standard erklärt hat. Wer echte Charakterarbeit sehen will – das komplexe, riskante, manchmal scheiternde Schauspiel – muss heute gezielt suchen. Im Mainstream-Streaming findet man es selten.

Mr. Harrigan’s Phone ist ein perfektes Beispiel dafür: solide genug, um nicht kritisiert zu werden; zu bequem, um wirklich zu begeistern.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in Mr. Harrigan’s Phone die Hauptrollen?

Die Hauptrollen übernehmen Donald Sutherland als John Harrigan und Jaeden Martell als Craig. Weitere Darsteller sind Joe Tippett, Kirby Howell-Baptiste, Cyrus Arnold und Colin O’Brien.

Wer ist der beste Schauspieler in Mr. Harrigan’s Phone?

Ohne Diskussion: Donald Sutherland. Er ist der einzige Darsteller, der echte Schwerkraft mitbringt. Selbst in einer Rolle, die er quasi im Schlaf spielen könnte, ist er der stärkste Grund, den Film zu Ende zu schauen.

Gibt es schwache schauspielerische Leistungen im Cast?

„Schwach” ist das falsche Wort – „unterfordert” trifft es besser. Kirby Howell-Baptiste bekommt viel zu wenig Material. Thomas Francis Murphy, Peggy J. Scott und Bennett Saltzman hinterlassen kaum einen Eindruck. Das Problem liegt eher beim Drehbuch als bei den Darstellern selbst.

Lohnt sich Mr. Harrigan’s Phone wegen des Casts?

Wenn man Donald Sutherland mag: ja, einmal. Der Film ist kein Meisterwerk der Verfilmung einer Stephen-King-Kurzgeschichte, aber Sutherland allein macht ihn sehenswert. Als Gesamtpaket bleibt die Besetzung hinter den Möglichkeiten zurück.

Ist Jaeden Martell als Craig überzeugend?

Ordentlich, aber nicht mehr. Wer ihn aus It kennt, erwartet vielleicht mehr emotionale Tiefe. Martell liefert technisch sauberes Handwerk – für eine Hauptrolle in einem King-Stoff wäre mehr wünschenswert gewesen.

Wo kann man Mr. Harrigan’s Phone sehen?

Der Film ist exklusiv auf Netflix verfügbar. Laufzeit: rund 104 Minuten. FSK und Trailer sind über die üblichen Plattformen abrufbar.

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