Knightfall – das klingt nach epischem Mittelalter-Drama, nach Tempelrittern, die für Gott und Ehre kämpfen, nach Geschichte, die atmet und brennt. Was der History Channel ab 2017 lieferte, war eine historisch aufgemachte Fernsehserie über den Niedergang des Templerordens – mit ordentlichem Budget, mittelmäßiger Ambition und einem Cast, der zwischen wirklichen Talenten und gesichtslosen Statisten pendelt. Zwei Staffeln, ein paar interessante Gesichter, und dann? Stille. Die Besetzung von Knightfall ist symptomatisch für eine Ära, in der Produktion und Kulisse wichtiger sind als Menschen, die einen wirklich packen. Schauen wir genauer hin.
Ein Blick ins Mittelalter: Wer steckt hinter den Visieren?
Bevor wir urteilen, erstmal die nüchterne Übersicht. Hier sind die wichtigsten Schauspieler, ihre Rollen und eine knappe Einschätzung:
| Schauspieler | Rolle | Episoden / Jahr | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| Tom Cullen | Landry | Staffel 1–2 / 2017–2019 | 6/10 | Solide, aber zu oft nur schön leidend |
| Mark Hamill | Tancrede | Staffel 2 / 2019 | 7/10 | Überraschend ernsthaft, rettet manche Szene |
| Simon Merrells | Tancrede (Staffel 1) | Staffel 1 / 2017 | 5/10 | Bleibt blass hinter seiner Rüstung |
| Jim Carter | Godfrey | Staffel 1 / 2017 | 7/10 | Routiniert und glaubwürdig – vermisst man später |
| Ed Stoppard | König Philipp IV. | Staffel 1–2 / 2017–2019 | 6/10 | Korrekt gespielt, nie wirklich bedrohlich |
| Pádraic Delaney | Gawain | Staffel 1–2 / 2017–2019 | 6/10 | Solider Charakter, selten im Gedächtnis |
| Sabrina Bartlett | Isabella | Staffel 1–2 / 2017–2019 | 7/10 | Einer der wenigen frischen Momente |
| Olivia Ross | Margaret | Staffel 1–2 / 2017–2019 | 5/10 | Unterentwickelt, trotz Potential |
| Sam Hazeldine | De Nogaret | Staffel 1–2 / 2017–2019 | 6/10 | Funktioniert als Bösewicht, bleibt aber generisch |
| Bobby Schofield | Parsifal | Staffel 2 / 2019 | 6/10 | Junges Gesicht, wenig Tiefe |
Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Excalibur – einem weiteren Werk, das sich dem mittelalterlichen Ritterthema mit ganz anderem Ansatz widmet.
Templer im Casting-Fegefeuer
Fangen wir mit der unangenehmen Wahrheit an: Die Besetzung von Knightfall ist handwerklich kompetent – und das ist ungefähr das Aufregendste, was man darüber sagen kann. Dominic Minghella und Don Handfield entwickelten eine Serie über Kreuzritter, den Templerorden, mittelalterliches Intrigenspiel und den Fall einer ganzen Institution. Das schreit nach charakterstarken, unverwechselbaren Darstellern. Was man bekam, war ein sauber besetztes Ensemble, das sich selten zu wirklicher Leidenschaft durchringt.
Das historische Setting – Paris, Jerusalem, die Krise des Templerordens Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts – verlangt nach Charisma, Schmerz, innerer Zerrissenheit. Stattdessen liefert die Serie oft das Äquivalent von Menschen in teuren Kostümen, die Text aufsagen. Nicht falsch, nicht peinlich. Nur selten unvergesslich. Das Casting selbst ist dabei nicht das Hauptproblem – die Auswahl macht auf dem Papier Sinn. Das Problem liegt tiefer: Zu wenig Entwicklung, zu wenig Mut, zu viel Formel.
Landry und seine innere Leere – die Hauptdarsteller unter der Lupe
Tom Cullen als Landry
Tom Cullen als Landry, dem zweifelnden Tempelritter und emotionalen Mittelpunkt der Serie, ist das beste Beispiel für dieses Problem. Cullen ist zweifellos kein schlechter Schauspieler. Er hat das Gesicht für dieses Genre: markant, leidensfähig, mit diesem Blick, der Tiefe suggeriert. Suggeriert. Denn allzu oft bleibt Landry eine Funktion der Handlung statt ein Mensch. Er zweifelt an Gott, verliebt sich verboten, kämpft für die Templer – und Cullen liefert das alles brav ab. Nur eben selten mit dem inneren Feuer, das eine Hauptfigur in einer historischen Action-Drama-Serie eigentlich braucht.
Mark Hamill als Tancrede
Dann kam Staffel 2 und mit ihr Mark Hamill – und plötzlich war zumindest ein Abend interessant. Hamill, bekannt als Luke Skywalker und als Joker-Synchronsprecher, trat als Tancrede auf. Man erwartete Stuntcasting, man bekam einen Schauspieler, der seine Rolle ernst nahm und anderen Szenen Gewicht gab. Es ist eine kleine Ironie des Schicksals, dass der Mann, der Jahrzehnte in Science-Fiction verbrachte, in einer mittelalterlichen Abenteuerserie einer der glaubwürdigsten Momente wurde.
Ed Stoppard als König Philipp
Ed Stoppard als König Philipp ist korrekt. Sauber. Professionell. Und fast so bedrohlich wie ein freundlicher Buchhalter. Die Figur bräuchte knisternde Gefährlichkeit – Stoppard gibt ihr Würde und Distanz. Das ist nicht falsch, aber es ist auch nicht das, was diese Art von Drama braucht.
Bewertung Hauptensemble: 6/10
Einen ähnlich gearteten Blick auf das Casting einer anderen historisch inspirierten Produktion bietet der Artikel über die Besetzung von Kingsman.
Zwischen Füllmaterial und angenehmen Überraschungen – die Nebenrollen
Sabrina Bartlett als Isabella
Sabrina Bartlett als Isabella ist ehrlich gesagt die angenehmste Überraschung der ganzen Besetzung von Knightfall. Sie bringt eine Nuanciertheit mit, die der Rest des Casts manchmal vermissen lässt – und sie ist eine der wenigen Darstellerinnen, bei denen man das Gefühl hat, dass da eine Person spielt, nicht nur eine Rolle erfüllt.
Jim Carter als Godfrey
Jim Carter – Carson aus Downton Abbey für alle, die sich wundern – als Godfrey ist routiniert stark. Er bringt das mit, was man britischer Fernseherfahrung verdankt: Haltung, Präzision, Glaubwürdigkeit. Leider verschwindet er zu früh aus der Serie.
Pádraic Delaney, Sam Hazeldine, Olivia Ross und Bobby Schofield
Pádraic Delaney als Gawain und Sam Hazeldine als De Nogaret sind solide Handwerker in einem Genre, das mehr als Handwerk verlangt. Olivia Ross als Margaret hat Momente, in denen man ahnt, was die Figur sein könnte – aber das Drehbuch gibt ihr schlicht zu wenig. Bobby Schofield als Parsifal in Staffel 2 wirkt wie ein junges, sauberes Gesicht, das man in die Serie gepflanzt hat, um jüngeres Publikum anzusprechen. Es funktioniert mittelmäßig.
Typecasting im Kettenhemd – was die Filmografien verraten
Man muss es so sagen: Wer die Filmografien dieser Schauspieler kennt, wird bei der Besetzung von Knightfall kaum überrascht. Tom Cullen ist der sensible Brite mit Intensitätspotenzial, das nicht immer ausgeschöpft wird – das Muster zieht sich durch seine Karriere. Jim Carter spielt würdevolle ältere Autoritätsfiguren – Typecasting in Reinkultur, aber wenigstens sehr gutes Typecasting.
Und Mark Hamill? Das ist die interessanteste Filmografie im Cast. Ein Mann, der weiß, dass die Welt ihn als Ikone betrachtet, und der trotzdem – oder gerade deshalb – die Arbeit ernst nimmt. Sein Auftritt in Knightfall ist keine Kapitulation vor dem Nostalgie-Markt, sondern eine echte darstellerische Entscheidung. Respekt dafür.
Der Rest des Casts bewegt sich in bekannten Gewässern: britische und irische Charakterschauspieler, geübt im Kostümdrama, selten an ihre Grenzen geführt. Wenn eine Produktion solche Talente versammelt und trotzdem selten einen wirklich atemberaubenden Moment erzeugt, liegt das Problem beim Drehbuch und bei der Regie – nicht ausschließlich bei den Darstellern.
Zusammenspiel im Kälteschatten der Geschichte
Als Ensemble funktioniert der Cast von Knightfall gerade so. Die Chemie zwischen Tom Cullen und dem Rest des Templer-Bruderschaft-Ensembles ist okay – manchmal sogar überzeugend. Die Szenen zwischen Cullen und Hamill in Staffel 2 haben eine Energie, die man sich für die gesamte Serie gewünscht hätte.
Die Action-Sequenzen sind ordentlich choreografiert, und die Darsteller stürzen sich glaubwürdig ins Getümmel. Aber die ruhigen Szenen, die Momente, in denen Überzeugungen, Verrat und Liebe verhandelt werden – da fehlt oft der letzte Funken. Die Realismus-Balance zwischen historischem Drama und Unterhaltungsfernsehen kippt gelegentlich zugunsten von Letzterem, und das merkt man dem Spiel an.
Auf Netflix und Apple TV findet die Serie heute noch ihr Publikum – vermutlich wegen des Settings, nicht wegen der darstellerischen Leistungen. Wer die Synchronsprecher in der deutschen Fassung bevorzugt: die Synchronkartei verzeichnet die jeweiligen deutschen Sprecher, die der Serie zumindest in der Synchronisation eine gewisse Konsistenz geben.
Gesamteindruck Ensemble: 5,5/10
Streaming-Mittelalter und das Problem der gesichtslosen Qualität
Hier lohnt sich ein kurzer Blick auf das größere Bild. Knightfall ist ein Produkt seiner Zeit: eine Fernsehserie, entstanden in der Hochphase des Prestige-TV-Booms, als nach dem Erfolg von Game of Thrones jeder History Channel, jede Plattform und jeder Sender meinte, ein düsteres mittelalterliches Drama würde schon reichen.
Das Ergebnis war eine Welle von Produktionen, die gut aussehen, ordentlich besetzt sind, und trotzdem keine echte Dringlichkeit entwickeln. Knightfall ist kein schlechtes Beispiel dieses Phänomens – es ist ein typisches. Die Besetzung ist respektabel, die Produktion aufwendig, und man fragt sich trotzdem nach zwei Staffeln, warum man nicht wirklich mitgefiebert hat.
IMDb, Moviepilot, Filmstarts und Serienjunkies verzeichnen die Serie mit gemischten Reaktionen – was genau das widerspiegelt: keine Katastrophe, kein Triumph. Das ist vielleicht das Vernichtendste, was man über eine Fernsehserie sagen kann. Nicht schlecht genug, um zu empören. Nicht gut genug, um zu begeistern. Ein solides, teures, letztlich blasses Stück Streaming-Mittelalter.
Wer sich für ähnlich angelegte historische Dramen und deren Casting interessiert, findet im Artikel über die Besetzung von 11.22.63 – Der Anschlag eine vergleichbare kritische Betrachtung einer ambitionierten Historienserie.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt die Hauptrolle in Knightfall?
Tom Cullen spielt Landry, den zentralen Tempelritter der Serie. Er ist in beiden Staffeln dabei und trägt die Serie mit solider, wenn auch nicht immer mitreißender Leistung.
Wer spielt in Knightfall Tancrede?
In Staffel 1 übernahm Simon Merrells die Rolle des Tancrede. In Staffel 2 übernahm Mark Hamill die Figur – und machte dabei die interessantere Besetzungsentscheidung der gesamten Serie daraus.
Ist Mark Hamills Auftritt in Knightfall sehenswert?
Ja, tatsächlich. Hamill spielt die Rolle mit echter Ernsthaftigkeit und hebt damit das Niveau mehrerer Episoden spürbar an. Für Fans, die ihn nur als Skywalker kennen, ist es eine angenehme Überraschung.
Wer spielt König Philipp in Knightfall?
Ed Stoppard spielt König Philipp IV. von Frankreich. Handwerklich einwandfrei, aber leider nie wirklich bedrohlich genug für diese historisch faszinierende Figur.
Ist die Besetzung von Knightfall insgesamt überzeugend?
Geteilt. Einzelne Schauspieler wie Jim Carter, Mark Hamill und Sabrina Bartlett liefern echte Momente. Das Gesamtensemble bleibt jedoch oft hinter seinen Möglichkeiten – was auch am Drehbuch liegt, nicht nur am Cast.
Wo kann man Knightfall streamen?
Die Serie ist unter anderem bei Netflix und Apple TV verfügbar. Wer sich für die Besetzung von Knightfall und detaillierte Cast-Informationen interessiert, findet auf IMDb, Moviepilot und Fernsehserien.de umfangreiche Informationen zu Darstellern, Rollen und Episoden.



