Wer heute über die Besetzung von Die Wilden Siebziger spricht, spricht unweigerlich über eine der merkwürdigsten Erfolgsgeschichten des amerikanischen Fernsehens. Die US-amerikanische Fernsehserie That ’70s Show – hierzulande als Die Wilden Siebziger bekannt – katapultierte eine Handvoll junger Schauspieler in den Ruhm, von denen manche diesen Ruhm verdient hatten und andere schlicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Die Sitcom spielt in Point Place, Wisconsin, und dreht sich um eine Gruppe von Teenagern, die sich durch die 70er Jahre kämpfen – mit allem, was dazugehört: Eltern, die keiner versteht, erste Lieben und jede Menge Kellersitzungen. Klingt charmant? Ist es auch. Aber der Cast dieser Serie ist, bei allem nostalgischen Wohlwollen, eine bunte Mischung aus echtem Talent, glücklichem Zufall und dem unvermeidlichen Typecasting, das Hollywood so liebt.
Wer spielt hier eigentlich mit?
| Schauspieler | Rolle | Episoden / Jahr | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| Topher Grace | Eric Forman | 1998–2006 | 7 | Solides Spiel, aber oft zu eindimensional verloren |
| Laura Prepon | Donna Pinciotti | 1998–2006 | 8 | Die stärkste Darstellerin der Hauptgruppe |
| Danny Masterson | Hyde | 1998–2006 | 6 | Cool aufgebaut, wenig Entwicklung |
| Ashton Kutcher | Kelso | 1998–2006 | 6 | Funktioniert als Witzfigur, mehr nicht |
| Mila Kunis | Jackie Burkhart | 1998–2006 | 8 | Überraschend facettenreich für eine Nebenrolle |
| Wilmer Valderrama | Fez | 1998–2006 | 5 | Comic Relief mit Verfallsdatum |
| Kurtwood Smith | Red Forman | 1998–2006 | 9 | Der heimliche Star der gesamten Serie |
| Debra Jo Rupp | Kitty Forman | 1998–2006 | 8 | Warm, präzise, unersetzlich |
Einen ähnlichen Blick auf ein nostalgisch aufgeladenes Ensemble lohnt sich auch beim Lesen über die Besetzung von Wunderbare Jahre.
Das Casting: Zwischen glücklichem Griff und kalkuliertem Risiko
Wenn man sich die Besetzung von Die Wilden Siebziger nüchtern ansieht, erkennt man schnell das Muster: Fox wollte eine frische Sitcom über die 70er Jahre, die jung, hip und gleichzeitig familientauglich sein sollte. Das Casting folgte dem bewährten Prinzip „junge, attraktive Gesichter mit gerade genug Talent, um nicht aufzufallen”. Das Ergebnis war ein Ensemble, das funktionierte – manchmal sogar brillierte – aber selten wirklich überraschte. Die Produktion hat ihren Job gemacht. Ob das reicht für eine Serie mit acht Staffeln, das ist eine andere Frage.
Die Hauptdarsteller wurden in einer Zeit besetzt, als keiner von ihnen wirklich berühmt war. Topher Grace als Eric Forman war der typische Jedermann-Typ: sympathisch, etwas tollpatschig, nie wirklich spannend. Ashton Kutcher wiederum – inzwischen wohl der bekannteste Name aus dem Cast – war schlicht und ergreifend gut gecastet als gutaussehender Trottel. Mehr hat niemand von Kelso verlangt, und mehr hat Kutcher nicht geliefert. Ob das Lob oder Tadel ist, überlasse ich dem Leser.
Die Hauptdarsteller: Talent, das manchmal auftaucht
Sprechen wir Klartext über die Kernbesetzung dieser Sitcom: Topher Grace trägt die Serie als Eric Forman mit wechselndem Erfolg. Er ist der Ankerpunkt der Geschichte, der nervöse, schmächtige Teenager aus Point Place, Wisconsin, der ständig zwischen Aufbegehren und Unterwerfung pendelt. Grace spielt das mit einer gewissen Leichtigkeit – aber eben auch mit einer Begrenztheit, die spätestens in den späteren Staffeln sichtbar wird. Wenn der Hauptdarsteller die Serie verlässt, merkt man es. Und man merkt, dass er vielleicht doch wichtiger war als gedacht.
Laura Prepon als Donna Pinciotti
Laura Prepon als Donna Pinciotti ist eine der angenehmen Überraschungen des Casts. Sie bringt Erdung in eine Serie, die oft ins Alberne abdriftet. Ihre Darstellung ist die stärkste der jungen Hauptdarsteller – glaubwürdig, präsent, mit echter Bühnenpräsenz.
Mila Kunis als Jackie Burkhart
Mila Kunis als Jackie Burkhart verdient eine gesonderte Erwähnung, schon allein deshalb, weil sie beim Casting angeblich ihr Alter gelogen hat. Was für ein Debüt. Das Ergebnis: Eine Figur, die als oberflächliche Antagonistin begann und sich zur komplexesten Teenagerfigur der Serie entwickelte. Ob das Verdienst des Drehbuchs oder von Kunis selbst ist – es funktioniert.
Danny Masterson als Hyde
Danny Masterson als Hyde war das „coole” Gegengewicht zu Eric Forman. Gut besetzt, solide gespielt, letztlich aber eine Figur ohne echte Entwicklung. Hyde ist am Ende der Serie ungefähr so weit wie am Anfang, was viel über das Drehbuch sagt.
Bewertung des Hauptcasts: 7/10
Wer sich für ähnlich ensemble-getriebene Jugendwerke interessiert, findet auch beim Blick auf die Besetzung von The Breakfast Club lohnenswerte Parallelen.
Die Erwachsenen retten die Serie – heimlich und unbemerkt
Jetzt kommen wir zum eigentlich interessanten Teil der Die Wilden Siebziger Besetzung: den Elternfiguren. Kurtwood Smith als Red Forman ist schlicht und ergreifend eine der besten Sitcom-Figuren der amerikanischen Fernsehgeschichte. Ein misanthroper, sarkastischer Vater, der seine Zuneigung hinter Drohungen versteckt und dabei so präzise gespielt wird, dass man als Zuschauer nie ganz sicher ist, ob man lachen oder sich fürchten soll. Smith trägt jede Szene, in der er auftaucht, und er tut das mit einer mühelosen Professionalität, die jeden seiner jungen Co-Stars alt aussehen lässt.
Debra Jo Rupp als Kitty Forman ergänzt das Elterngespann perfekt: überschwänglich, ein bisschen überdreht, aber mit einem emotionalen Kern, der die Figur vor der Karikatur bewahrt. Diese beiden Schauspieler sind der Grund, warum die Serie über mehrere Staffeln hinweg funktioniert. Nicht die Teenager.
Wilmer Valderrama als Fez ist ein Sonderfall. Die Figur ist als Ausländer mit unbekannter Herkunft konzipiert – ein Running Gag, der schon damals an der Grenze zur Karikatur war und heute eher unangenehm wirkt. Valderrama macht das Beste daraus, aber die Rolle selbst ist das schwächste Glied im Hauptcast.
Typecasting als Karrieremodell – was aus dem Cast wurde
Blickt man auf die Filmografien der Die Wilden Siebziger Schauspieler, wird deutlich, wie sehr die Serie ihre Darsteller geprägt – oder besser: eingeengt – hat. Ashton Kutcher wurde zur Marke: der gutaussehende Tollpatsch, der in jedem Romantic-Comedy-Film derselbe bleibt. Topher Grace versuchte sich mit mäßigem Erfolg an ernsteren Rollen. Mila Kunis schaffte den Sprung zur ernstzunehmenden Schauspielerin am überzeugendsten – vielleicht weil Jackie Burkhart schon immer mehr war als ihr Ruf.
Danny Masterson hat seine Karriere durch reale Ereignisse selbst beendet – das soll hier nur am Rande erwähnt werden, gehört aber zum vollständigen Bild der Seriendarsteller.
Das ist das Problem mit einer Sitcom, die so lange läuft und so präsent im kollektiven Gedächtnis ist: Die Schauspieler werden zu ihren Rollen. Der Die Wilden Siebziger Cast hat diese Falle unterschiedlich gut umschifft.
Chemie, Realismus und das ehrliche Gesamtbild
Was den Die Wilden Siebziger Cast letztlich zusammenhält, ist nicht individuelles Talent, sondern Ensemble-Chemie. Die Gruppe funktioniert als Gruppe. Die Szenen im Keller haben einen Rhythmus, der sich nicht erklären lässt, sondern einfach da ist. Das ist selten und wertvoll – und es wäre unfair, das nicht anzuerkennen.
Realistisch ist die Serie dabei nie. Das war auch nie ihr Anspruch. Die Teenager in Point Place, Wisconsin, sind Typen, keine Menschen: der Nerd, der Schönling, das Girlie, der Rebell, der Ausländer. Das Drehbuch bedient Klischees mit einer Konsequenz, die manchmal charmant und manchmal ermüdend ist.
Aber: Für eine US-amerikanische Sitcom der späten 90er und frühen 2000er Jahre ist die Besetzung von Die Wilden Siebziger überdurchschnittlich. Das ist kein kleines Kompliment. Es ist nur eben auch kein großes.
Gesamtbewertung Cast: 7/10
Mehr über den Cast einer weiteren vielbeachteten Ensembleproduktion erfahren Sie im Artikel über die Besetzung von Emily in Paris.
Was die Streaming-Ära aus solchen Serien gemacht hätte
Hier möchte ich kurz innehalten und eine unbequeme Frage stellen: Würde Die Wilden Siebziger heute, in der Streaming-Ära, so funktionieren? Ich bezweifle es. Nicht wegen des Casts – sondern weil die Industrie heute andere Prioritäten hat. Bekannte Namen werden wichtiger als Rollenpassung. Ein Streamer würde heute vermutlich Instagram-Stars casten und das „Diverse Ensemble” in der Pressemitteilung betonen, während die eigentliche schauspielerische Substanz auf der Strecke bleibt.
Die deutschen Synchronsprecher der Serie, die der deutschen Synchronisation ihren eigenen Charakter gaben, sind in dieser Hinsicht ein interessantes Randphänomen: Sie haben den Figuren eine zweite Stimme gegeben – mit unterschiedlichem Erfolg, wie Fans auf der Synchronkartei ausführlich diskutieren.
Was bleibt: Die Wilden Siebziger ist ein Produkt seiner Zeit. Der Cast ist es auch. Und manchmal ist das vollkommen in Ordnung.
FAQ: Die Wilden Siebziger Besetzung – Die wichtigsten Fragen
Wer spielt Eric Forman in Die Wilden Siebziger?
Eric Forman wird von Topher Grace gespielt. Er ist der Hauptdarsteller der Serie und bleibt durch die meisten Staffeln der Ankerpunkt der Handlung – mit wechselnder Überzeugungskraft.
Wer spielt Kelso in Die Wilden Siebziger?
Ashton Kutcher spielt Michael Kelso – den gutaussehenden, nicht besonders klugen Freund der Gruppe. Kutcher wurde durch diese Rolle bekannt und hat sie seitdem in verschiedenen Variationen wiederholt.
Wer ist der beste Schauspieler in Die Wilden Siebziger?
Objektiv betrachtet: Kurtwood Smith als Red Forman. Keine Diskussion. Er spielt jeden anderen an die Wand – mit weniger Screentime und mehr Wirkung.
Wer spielt Jackie Burkhart?
Mila Kunis – und das mit einer Energie, die die Figur weit über das hinausträgt, was das Drehbuch ursprünglich für sie vorgesehen hatte. Kunis war beim Casting noch sehr jung und hat sich zur überzeugendsten Entwicklung im gesamten Cast gemausert.
Lohnt sich Die Wilden Siebziger wegen des Casts?
Ja – hauptsächlich wegen der Ensemble-Dynamik und der Elternfiguren. Wer einzelne schauspielerische Glanzleistungen sucht, wird eher enttäuscht. Wer das Miteinander einer Gruppe genießt, die wirklich funktioniert, wird unterhalten.
Wie war die deutsche Synchronisation?
Solide, wie üblich mit Abstrichen. Die deutschen Synchronsprecher haben ihren Job gemacht, aber wie bei den meisten US-Sitcoms geht ein Teil des Timings in der Übersetzung verloren. Für das volle Erlebnis: Originalfassung.



