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Besetzung von Fatherhood

Wenn Hollywood einen Film über Vaterschaft, Verlust und das Aufwachsen eines Kindes ankündigt, dann schrillen bei mir sofort die Alarmglocken. Nicht weil das Thema uninteressant wäre – ganz im Gegenteil. Sondern weil die Filmindustrie seit Jahren eine beunruhigende Fähigkeit entwickelt hat, aus tiefgründigen menschlichen Erfahrungen weichgespülte Feelgood-Produkte zu machen. Fatherhood (2021) ist da keine Ausnahme. Ein Film, der auf einer wahren Geschichte basiert, Kevin Hart in der Hauptrolle hat und trotzdem – oder vielleicht genau deswegen – mit gemischten Gefühlen hinterlässt. Die Besetzung von Fatherhood ist auf dem Papier solide. In der Praxis? Nun ja. Das ist eine andere Geschichte.

Wer steckt eigentlich dahinter? Das Ensemble auf einen Blick

Bevor wir uns in die Analyse stürzen, ein kurzer Überblick über den Fatherhood Cast – also jene Männer und Frauen, denen die Aufgabe übertragen wurde, diese Geschichte zum Leben zu erwecken. Oder es zumindest zu versuchen.

Schauspieler Rolle Episoden / Jahr Bewertung (1–10) Kommentar
Kevin Hart Matt Logelin Film (2021) 6/10 Bemüht, aber zu sehr Kevin Hart
Melody Hurd Maddy Logelin Film (2021) 8/10 Die eigentliche Überraschung des Films
Alfre Woodard Marion Film (2021) 7/10 Routiniert – aber das ist ja auch ihr Beruf
Frankie R. Faison Mitch Film (2021) 6/10 Solide, aber austauschbar
DeWanda Wise Jordan Film (2021) 7/10 Frisch und überzeugend
Paul Reiser Al Film (2021) 6/10 Typecasting vom Feinsten
Anthony Carrigan Oscar Film (2021) 6/10 Nette Nebenrolle, mehr nicht
Lil Rel Howery Swan Film (2021) 5/10 Komödiantische Ablenkung ohne Tiefe

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von The Babysitter.

Zwischen Kalkül und Komödie – Was dieses Casting wirklich aussagt

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Die Fatherhood Besetzung ist kein Zufallsprodukt. Jede Rolle ist sorgfältig ausgewählt – nicht unbedingt im Sinne künstlerischer Integrität, sondern im Sinne von Marktforschung und Streaming-Kompatibilität. Kevin Hart als trauernder Vater? Das ist ein Konzept, das sich auf einer Präsentationsfolie gut macht. Ob es im Film funktioniert, ist eine Frage, die sich die Produzenten offensichtlich erst nach dem ersten Trailer gestellt haben.

Der Fatherhood Schauspieler Kevin Hart ist dabei das größte Problem und gleichzeitig das größte Verkaufsargument des Films. Er ist ein Star. Er zieht Zuschauer an. Aber er ist eben auch einer jener Schauspieler, die sich selbst nie wirklich vergessen können. Man sieht immer Kevin Hart – und dahinter, irgendwo versteckt, den Charakter Matt Logelin.

Das ist kein böser Wille. Es ist schlicht die Begrenzung eines Entertainers, der als dramatischer Hauptdarsteller besetzt wurde, weil sein Name auf dem Plakat Klicks generiert.

Kevin Hart – Der Star, der sich selbst im Weg steht

Kommen wir zu dem Mann, ohne den dieser Film nicht existieren würde – zumindest nicht in dieser Form. Kevin Hart trägt die Last des Films auf seinen Schultern, und man merkt: Es ist eine Last, die er manchmal kaum halten kann.

Zu Beginn funktioniert es noch ganz gut. Die Trauer um seine verstorbene Frau kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter ist spürbar, und Hart zeigt in diesen frühen Momenten eine Verletzlichkeit, die man von ihm so nicht kennt. Aber dann – unvermeidlich – schleicht sich der Comedy-Reflex ein. Die leichten Momente werden zu leicht. Die Witze kommen zu schnell. Und der Film verliert genau dann seine emotionale Glaubwürdigkeit, wenn er sie am meisten braucht.

Als Fatherhood Schauspieler ist Hart technisch kompetent. Er kann weinen, er kann lachen, er kann beides gleichzeitig. Was ihm fehlt, ist die Fähigkeit – oder vielleicht der Mut –, sich vollständig in einen Charakter fallen zu lassen, der nicht auch ein bisschen Kevin Hart ist.

Und das ist letztendlich das grundlegende Problem: Wer spielt in Fatherhood wirklich mit? Kevin Hart. Immer Kevin Hart.

Bewertung: 6/10 – Redlich bemüht, aber letztendlich eine Starbesetzung, die dem Film mehr schadet als nützt.

Das heimliche Herzstück – Wenn Nebenrollen die Hauptrolle retten

Kommen wir zu dem Teil, der diesen Film vor dem völligen Absturz rettet: die Nebenbesetzung – und vor allem ein junges Mädchen namens Melody Hurd.

Melody Hurd

Hurd spielt Maddy, die Tochter, und sie ist schlicht das Beste an diesem Film. Mit einer Natürlichkeit und Präsenz, die viele erwachsene Schauspieler nie erreichen werden, trägt sie jede Szene, in der sie auftaucht. Sie ist weder süßlich noch übertrieben niedlich – sie ist einfach ein Kind, das aufwächst, und das spürt man. Hier stimmt das Casting ausnahmsweise.

Alfre Woodard

Alfre Woodard als Schwiegermutter Marion liefert das ab, was man von Alfre Woodard erwartet: professionelle, würdevolle Schauspielerarbeit ohne große Überraschungen. Sie ist gut, weil sie immer gut ist. Das ist ihr Job, und sie macht ihn seit Jahrzehnten. Respekt – aber eben auch keine Überraschung.

DeWanda Wise

DeWanda Wise als Jordan bringt frischen Wind in den Film. Sie ist glaubwürdig, charismatisch und liefert eine der wenigen Leistungen, bei der man nicht das Gefühl hat, eine Funktion zu sehen, sondern einen Menschen. Mehr davon, bitte.

Lil Rel Howery

Lil Rel Howery als Swan hingegen ist das, was passiert, wenn man einen Komiker als komödiantische Entlastung besetzt und dabei vergisst, ihm einen echten Charakter zu geben. Er ist da. Er sagt lustige Dinge. Er verschwindet wieder. Mehr war da nicht geplant.

Mehr zum Thema Streaming-Produktionen und Casting-Entscheidungen finden Sie im Artikel über warum immer mehr Kinofilme direkt auf Streamingplattformen erscheinen.

Typecasting als Kunstform – Die Filmografien im Spiegel

Ein kurzer Blick auf die Karrieren der Fatherhood Schauspieler verrät viel darüber, warum dieser Film so klingt und wirkt, wie er es tut.

Kevin Hart hat in den letzten Jahren systematisch versucht, ernsthafte Rollen in sein Portfolio aufzunehmen – The Upside war der erste Versuch, Fatherhood der zweite. Das Muster ist erkennbar: Man nimmt ein emotionales, auf wahren Begebenheiten basierendes Drama, besetzt Hart in der Hauptrolle und hofft, dass die Kombination aus Bekanntheit und Thema funktioniert. Manchmal tut sie es. Oft tut sie es nicht vollständig.

Alfre Woodard ist seit Jahrzehnten die erste Wahl, wenn man eine würdevolle, starke afroamerikanische Frau mittleren oder gehobenen Alters braucht. Das ist kein Zufall – sie ist außerordentlich gut. Aber es ist auch eine Form von Typecasting, die man zumindest anerkennen sollte, wenn man über den Fatherhood Cast spricht.

Paul Reiser schließlich ist der ewige Freund, Kollege oder Vater in amerikanischen Produktionen. Er bringt eine wohltuende Normalität mit, aber niemand schaut sich diesen Film an und denkt: „Paul Reiser hat mich überrascht.” Das tut er nie. Das soll er auch nicht. Er ist die menschliche Version einer Tapetenfarbe – unaufdringlich und funktional.

Kein Ensemble, das atmet – Die Chemie und ihre Grenzen

Ein Film wie Fatherhood steht und fällt mit der Chemie zwischen den Figuren. Und hier offenbart die Besetzung von Fatherhood ihre tiefste Schwäche.

Hart und Hurd funktionieren hervorragend zusammen. Ihre Vater-Tochter-Dynamik ist das emotionale Rückgrat des Films, und es ist das einzige Element, das wirklich konsequent überzeugt. Man glaubt ihnen.

Die Chemie zwischen Hart und Wise als aufkeimendes romantisches Interesse ist dagegen gezwungener. Es fehlt die elektrische Spannung, die solche Momente brauchen. Man versteht intellektuell, warum diese Figuren zueinanderfinden – aber man fühlt es nicht wirklich.

Und die Freundschaftsdynamik zwischen Hart und den männlichen Nebenfiguren wirkt wie eine moderne Version von Männer-als-hilflose-Kinderväter-Klischee-Reboot. Es ist 2021. Diese Witze haben sich nicht verbessert.

Die Fatherhood Rollen insgesamt sind solide geschrieben – das Drehbuch leistet gute Arbeit. Aber ein gutes Drehbuch allein schafft noch keine Chemie. Die kommt aus dem Raum zwischen den Darstellern. Und dieser Raum ist hier zu oft leer.

Gesamtbewertung Ensemble: 6,5/10

Einen ähnlichen Blick auf Besetzung und Schauspielleistungen bietet der Artikel zur Besetzung von Things Heard & Seen.

Hollywood und die Illusion der Authentizität

Hier möchte ich einen Moment innehalten und über etwas Grundsätzlicheres sprechen – über das, was Fatherhood als Symptom eines größeren Problems im modernen Streaming-Kino zeigt.

Netflix, Amazon, Apple TV+ und ihre Konkurrenten haben in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Strategie entwickelt: Man lizenziert wahre Geschichten, besetzt bekannte Namen in den Hauptrollen und vermarktet das Ganze mit dem Versprechen emotionaler Authentizität. Das Ergebnis sind Filme, die echte Geschichten erzählen und sich dabei trotzdem falsch anfühlen.

Fatherhood basiert auf dem Buch von Matt Logelin – einer realen Person, die echten Schmerz erlebt hat. Das verdient Respekt. Aber wenn Hollywood diese Geschichte adaptiert, wählt es Kevin Hart aus – nicht weil er der am besten geeignete Schauspieler für diese Rolle ist, sondern weil er Netflix-Abonnements sichert und Algorithmen bedient.

Die Besetzung von Fatherhood ist damit auch ein Dokument über eine Industrie, die Authentizität als Marketingstrategie einsetzt, ohne sie wirklich zu meinen. Man möchte das Risiko eines unbekannten, aber perfekt geeigneten Schauspielers nicht eingehen. Man möchte die Sicherheit des Stars. Und diese Sicherheit kostet – nicht in Dollar, sondern in künstlerischer Glaubwürdigkeit.

Es wäre interessant gewesen zu sehen, was ein weniger bekannter, aber dramatisch versierter Schauspieler aus dieser Rolle gemacht hätte. Aber diese Frage wird Hollywood nicht stellen – zumindest nicht, solange die Zahlen stimmen.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt die Hauptrolle in Fatherhood?

Kevin Hart spielt Matt Logelin, einen Vater, der nach dem Tod seiner Frau kurz nach der Geburt ihre gemeinsame Tochter alleine aufzieht. Er ist gut – aber kein Revelation.

Wer ist die beste Schauspielerin im Fatherhood Cast?

Ohne Zweifel Melody Hurd als Tochter Maddy. Sie ist natürlich, überzeugend und stiehlt jedem Erwachsenen in diesem Film die Show. Eine echte Entdeckung.

Ist die Fatherhood Besetzung insgesamt gelungen?

Jein. Die Einzelleistungen sind solide bis gut, aber als Ensemble fehlt die Chemie, die einen wirklich emotionalen Film ausmacht. Es ist handwerklich ordentlich – mehr nicht.

Lohnt sich Fatherhood trotz der Casting-Schwächen?

Wenn man Kevin Hart mag und ein emotionales, aber nicht allzu anspruchsvolles Drama sucht: ja. Wenn man tiefe, schauspielerisch mutige Performances erwartet: eher nein.

Ist die Rolle für Kevin Hart ein Durchbruch als ernsthafter Schauspieler?

Nein. Er zeigt Momente echter Tiefe, fällt aber immer wieder in bekannte Muster zurück. Fatherhood ist ein Schritt in die richtige Richtung – aber kein Durchbruch.

Wer spielt in Fatherhood die Schwiegermutter?

Alfre Woodard spielt Marion, die Mutter der verstorbenen Frau. Sie ist routiniert und professionell – wie immer. Eine verlässliche Größe, die aber selten überrascht.

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