Es gibt Filme, bei denen man sich nach dem Abspann fragt: Wozu eigentlich? Invasion 2007 – offiziell bekannt als The Invasion – ist so ein Fall. Regisseur Oliver Hirschbiegel, bekannt für Der Untergang, übernahm das Steuer für dieses Remake des Klassikers Invasion of the Body Snatchers bzw. des Romans von Jack Finney. Die Geschichte ist bekannt: Ein außerirdischer Parasit befällt die Menschheit, unterdrückt Emotionen, löscht Individualität aus – und plötzlich sind alle sehr, sehr ruhig. Klingt nach starkem Stoff.
Doch dann sah Warner Bros. den Rohschnitt, verlor die Nerven, holte James McTeigue (V for Vendetta) für Nachdrehen ins Boot, und heraus kam ein Film, der sich selbst nicht mehr sicher war. Das Ergebnis: ein Thriller, der weder Fisch noch Fleisch ist. Und die Besetzung von Invasion 2007? Nun ja. Auf dem Papier klingt es vielversprechend. Nicole Kidman, Daniel Craig, Jeffrey Wright – das ist kein schlechtes Lineup. Ob das Papier hält, was es verspricht, ist eine andere Frage.
Die Besetzung von Invasion 2007 – viel Durchschnitt, wenig Glanz
Schauen wir der Wahrheit ins Gesicht: Der Cast von Invasion 2007 ist teuer, prominent – und erstaunlich uninspiriert eingesetzt. Man hat zwei der damals begehrtesten Hollywoodstars zusammengeworfen, ihnen ein halbgares Drehbuch von Dave Kajganich in die Hand gedrückt, und gehofft, dass Starpower das Drehbuch-Defizit ausgleicht. Spoiler: Tut es nicht.
Das Casting an sich ist nicht das Problem. Nicole Kidman kann spielen, das hat sie bewiesen. Daniel Craig hatte gerade mit Casino Royale (2006) die Welt überzeugt, dass er mehr ist als ein hübsches Gesicht. Jeffrey Wright ist einer der verlässlichsten Charakterdarsteller Hollywoods. Und trotzdem: Wenn das Material schwach ist, kann auch gutes Personal nur begrenzt retten.
Was die Schauspieler in Invasion 2007 außerdem eint: Viele von ihnen spielen in einem Vakuum. Die Chemie stimmt selten, die Charaktere sind dünn geschrieben, und das Ensemble wirkt zusammengewürfelt statt organisch gewachsen. Das ist kein Vorwurf an die einzelnen Darsteller – es ist ein strukturelles Problem, das sich durch den ganzen Film zieht. Remake-Müdigkeit inklusive.
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Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Nicole Kidman | Carol Bennell | 6/10 | Solide, aber zu kühl und wenig greifbar |
| Daniel Craig | Ben Driscoll | 5/10 | Unterfordert, kaum Raum zur Entfaltung |
| Jeffrey Wright | Dr. Stephen Galeano | 7/10 | Der verlässlichste Mann im Raum |
| Jackson Bond | Oliver | 6/10 | Kinderschauspieler mit Potenzial, wenig Einsatz |
| Veronica Cartwright | Wendy Lenk | 6/10 | Nostalgischer Bonus, aber Nebenrolle bleibt dünn |
| Josef Sommer | Dr. Henryk Belicec | 5/10 | Funktioniert, fällt aber nicht auf |
| Celia Weston | Ida Lenk | 5/10 | Solide, aber austauschbar |
| Roger Rees | Yorish | 5/10 | Kaum in Erinnerung, kaum Screentime |
| Eric Benjamin | Erick | 4/10 | Füllmasse in Reinform |
Die Hauptdarsteller im kritischen Blick
Nicole Kidman als Carol Bennell
Carol Bennell ist Psychiaterin in Washington D.C. – eine intelligente, starke Frau, die allmählich erkennt, dass etwas mit der Welt nicht stimmt. Eine Rolle, die Intensität, Paranoia und emotionale Verwundbarkeit verlangt. Klingt nach einem Traumpart für Nicole Kidman.
Das Problem: Kidman spielt Carol Bennell mit einer Distanziertheit, die irgendwo zwischen “kontrollierte Fassade” und “wirkt einfach nicht wirklich besorgt” pendelt. Natürlich gehört zur Handlung, dass die Figur Emotionen unterdrückt – das ist schließlich das Thema des Films. Aber es macht es als Zuschauer schwer, sich wirklich mit ihr zu identifizieren oder echte Spannung zu empfinden.
Die besten Momente sind die, in denen Kidman körperlich agiert – Flucht, physische Bedrohung, das verzweifelte Suchen nach ihrem Sohn Oliver. Dort zieht sie einen kurz hinein. Dann kommen wieder Dialogszenen, und man merkt: Das Drehbuch lässt sie im Stich. Die Besetzung mit Kidman war mutig, die Umsetzung der Figur zu halbherzig.
Auch Typecasting schwingt mit: Kidman, die kühle Blondine in Bedrohungslage – das haben wir gesehen. In The Others, in Dogville, in diversen anderen Produktionen. Es fehlt das Unerwartete.
Bewertung: 6/10
Daniel Craig als Ben Driscoll
2007 war Daniel Craig der Mann der Stunde. Casino Royale hatte ihn unsterblich gemacht, und alle wollten ihn. Auch die Macher von Invasion 2007. Das Ergebnis ist allerdings eines der schwächsten Beispiele dafür, was passiert, wenn man einen Schauspieler bucht, ihm aber nichts Substanzielles zu tun gibt.
Ben Driscoll, Carolls Freund und Arzt, ist in der Handlung mehr Begleiter als Protagonist. Er ist da. Er hilft. Er sieht gut aus. Das ist in etwa die Tiefe der Figur. Craig gibt sein Bestes – er ist professionell, präsent, niemals peinlich – aber er wirkt wie jemand, der weiß, dass sein Charakter schlecht geschrieben ist und stoisch darüber hinwegzuspielen versucht.
Die Chemie zwischen Kidman und Craig? Angedeutet, aber nie wirklich spürbar. Für einen Thriller, der auch auf Menschlichkeit und Vertrauen setzt, ist das ein echtes Problem. Man glaubt ihnen als Paar nicht besonders viel. Man glaubt ihnen als Team noch weniger.
Bewertung: 5/10
Jeffrey Wright als Dr. Stephen Galeano
Und jetzt zum heimlichen Lichtblick des Casts. Jeffrey Wright, Charakterdarsteller durch und durch, spielt Dr. Stephen Galeano, einen Wissenschaftler, der mit der außerirdischen Infektion konfrontiert wird. Seine Screentime ist begrenzt, sein Einfluss auf den Film jedoch größer, als die Rolle es eigentlich erlaubt.
Wright gehört zu jenen Schauspielern, die eine Szene allein durch ihre Präsenz erden. Wo andere sich in der epidemischen Panik verlieren oder flache Reaktionen liefern, bleibt Wright fokussiert, nuanciert, glaubwürdig. Man nimmt ihm ab, dass dieser Mensch tatsächlich denkt und forscht – und das ist in einem Film wie diesem nicht selbstverständlich.
Kein Wunder, dass man ihn später in Westworld als die komplexeste Figur der Serie erleben durfte. Das Talent war 2007 bereits da.
Bewertung: 7/10
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Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?
Die Nebenrollen in Invasion 2007 sind das, was man höflich als “funktional” bezeichnen würde. Weniger höflich: Die meisten sind vergesslich.
Veronica Cartwright verdient eine eigene Erwähnung – allerdings vor allem als historische Referenz. Sie spielte schon in Philip Kaufmans 1978er-Version von Invasion of the Body Snatchers mit. Ihre Besetzung in diesem Remake ist also ein netter Wink ans Publikum, das die Filmgeschichte kennt. Als Schauspielerin bleibt ihr hier wenig Raum, das zu zeigen, wozu sie fähig ist.
Josef Sommer als Dr. Henryk Belicec macht seinen Job, mehr nicht. Solide, unauffällig, austauschbar. Man vergisst ihn, bevor er die Szene verlassen hat.
Celia Weston und Roger Rees sind in ähnlicher Lage: professionelle Nebenrollenspieler, die professionell ihre Nebenrollen spielen. Keine Überraschungen, keine Enttäuschungen.
Eric Benjamin als Erick hingegen ist tatsächlich reine Füllmasse. Die Figur hat keine erkennbare Funktion jenseits des Besetzenkönnens von Hintergrundraum.
Jackson Bond als Oliver, Carolls Sohn, ist der interessanteste der Nebenrollen – nicht unbedingt weil die Figur so stark geschrieben ist, sondern weil Bond als Kinderschauspieler natürlicher wirkt als viele seiner erwachsenen Kollegen im Film. Schade, dass das Drehbuch auch hier wenig hergibt.
Filmografie – und immer wieder das Gleiche?
Wenn man die Karrieren der Hauptdarsteller betrachtet, fällt ein Muster auf.
Nicole Kidman
Nicole Kidman hat 2007 eine Phase, in der sie eine Reihe von Thrillern und Dramen dreht, in denen sie – wenig überraschend – die bedrohte, intelligente Frau spielt. Das Talent ist unbestreitbar. Aber man beginnt sich zu fragen: Wann wagt sie mal etwas wirklich Fremdes?
- The Others (2001)
- The Interpreter (2005)
- Invasion (2007)
Daniel Craig
Daniel Craig ist 2007 im Bond-Modus. Jede Rolle, die er annimmt, wird durch die Bond-Brille betrachtet. Das ist nicht seine Schuld – aber es engt ihn ein. Ben Driscoll ist im Grunde ein Bond ohne Mission, ohne Charme, ohne relevante Handlung.
- Casino Royale (2006)
- Invasion (2007)
Jeffrey Wright
Jeffrey Wright hingegen zeigt die größte Bandbreite im Ensemble – und genau das macht ihn zur interessantesten Wahl im Cast von Invasion 2007. Er wiederholt sich nicht. Er sucht Tiefe, auch wo das Material flach ist.
- Invasion (2007)
- Westworld (Serie)
Das grundlegende Problem: Ein Remake von Die Körperfresser kommen lädt zum Vergleich ein. Und wenn man dann auf dieselben Archetypen setzt – bedrohte Mutter, hilfsbereiter Mann, kluger Wissenschaftler – fehlt dem Cast die Möglichkeit, sich wirklich zu profilieren.
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Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung
Kurze Antwort: Nein, nicht wirklich. Lange Antwort: Es ist kompliziert.
Die Besetzung von Invasion 2007 auf dem Papier ist besser als das, was der Film daraus macht. Kidman und Craig haben bewiesen, dass sie hervorragende Schauspieler sind – in anderen Projekten. Hier wirken sie wie zwei gut bezahlte Profis, die voneinander wissen, dass der Film nicht das Beste aus ihnen herausholt, und die damit professionell umgehen.
Die Chemie zwischen den Figuren ist das größte Problem. Carol Bennell und Ben Driscoll sollen ein Paar sein, dem man eine Verbindung abnimmt. Man nimmt ihnen keine ab. Nicht wirklich. Es fehlt der Funke, die echte Verwundbarkeit, das gegenseitige Vertrauen – all das, was einen Thriller mit menschlichem Kern erst wirklich funktionieren lässt.
Jeffrey Wright liefert die glaubwürdigste Leistung, hat aber zu wenig Screentime, um den Film zu tragen. Die Nebenrollen sind solide besetzt, aber zu dünn geschrieben, um etwas zu retten.
Das Casting war teuer. Das Ergebnis war mittelmäßig. Unter Hirschbiegels ursprünglicher Regie und mit McTigues Nachdrehen geriet der Film zu einem Frankenstein-Projekt, bei dem der Cast keine konstante Führung hatte. Das merkt man.
Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht
Hier eine unbequeme Wahrheit, die über Invasion 2007 hinausgeht: Das Publikum hat sich daran gewöhnt. An Stars in schwachem Material. An bekannte Gesichter als Qualitätsgarantie, die keine ist. In einer Ära, in der Streaming-Plattformen pro Woche neue Inhalte produzieren und Aufmerksamkeit die knappste Ressource ist, reicht es oft, einen wiedererkennbaren Namen im Titel zu haben.
Nicole Kidman in einem Science-Fiction-Thriller? Klick. Daniel Craig nach Casino Royale in irgendetwas? Klick. Dass das Drehbuch von Dave Kajganich letztendlich keine besonders tiefe Grundlage bietet, interessiert erst beim dritten Akt – und da hat man die Eintrittskarte schon bezahlt.
Die Produktion hinter Invasion 2007 – Joel Silver, Silver Pictures, Village Roadshow Pictures, Warner Bros. – wusste genau, was sie tat. Zwei bankable Stars, ein bekannter Stoff nach Jack Finney, solide Nebenrollen. Das reicht für ein ordentliches Einspiel. Ob es cinematisch wertvolles Handwerk ist, steht auf einem anderen Blatt.
Das Paradox: Gerade weil große Namen so viel Geld kosten, bleibt das Budget für alles andere – Drehbuch, Entwicklung, Zeit für echte Charakterarbeit – oft zu knapp. Man kauft Starpower und hofft, dass sie das trägt. Manchmal tut sie es. Hier nicht.
Der Kinostart 2007 in den USA und Deutschland bestätigte: Das Publikum kam, weil Kidman und Craig draufstanden. Die Kritiken waren ernüchternd. Der Film ist heute kein Klassiker. Überraschung: null.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt die Hauptrolle in Invasion 2007?
Nicole Kidman spielt die Protagonistin Carol Bennell, eine Psychiaterin in Washington D.C., die erkennt, dass ein außerirdischer Parasit die Menschheit befällt und Emotionen auslöscht.
Wer spielt in Invasion 2007 neben Nicole Kidman?
Daniel Craig spielt Ben Driscoll, Jeffrey Wright spielt Dr. Stephen Galeano, und Jackson Bond spielt Carolls Sohn Oliver. Weitere Rollen übernehmen Veronica Cartwright, Josef Sommer, Celia Weston, Roger Rees und Eric Benjamin.
Wer liefert die beste schauspielerische Leistung in Invasion 2007?
Jeffrey Wright ist der verlässlichste Darsteller im Film. Er bringt Tiefe in eine Nebenrolle, die das Drehbuch eigentlich nicht verdient – und sticht damit deutlich heraus.
Ist Nicole Kidman gut in Invasion 2007?
Solide, aber nicht überzeugend. Kidman ist professionell, aber die Figur Carol Bennell ist zu dünn geschrieben, um ihr Potential wirklich zu entfalten. Es fühlt sich nach einer Rolle an, die sie schon ähnlich gespielt hat.
Lohnt sich Invasion 2007 trotz des schwachen Casts?
Wenn man Erwartungen niedrig hält und Freude an dem Subgenre hat – ja, gerade noch. Als Remake von Die Körperfresser kommen und Invasion of the Body Snatchers ist es aber klar der schwächste Versuch. Fans des Genres greifen besser zu den Originalen.
Wer hat Regie bei Invasion 2007 geführt?
Oliver Hirschbiegel übernahm die Regie, jedoch wurden nach dem Originalschnitt umfangreiche Nachdrehen unter James McTeigue durchgeführt – was dem Film seine uneinheitliche Atmosphäre bescherte.



