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Besetzung von So wie Du Mich Willst

Frankreich, ein kleines Dorf, eine Frau, die sich neu erfindet – und eine Besetzung, die auf dem Papier vielversprechend klingt. So wie Du Mich Willst (Originaltitel: Celle que vous croyez) ist ein französisches Psychodrama aus dem Jahr 2019 unter der Regie von Safy Nebbou. Die Handlung dreht sich um eine Frau Mitte fünfzig, die sich online als junges Mädchen ausgibt, um den Ex-Freund ihrer Tochter auszuspionieren – und dabei in einem emotionalen Strudel landet, aus dem sie sich kaum befreien kann.

Klingt nach starkem Stoff. Ist es teilweise auch. Aber wie so oft entscheidet sich bei einem solchen Film alles an der Besetzung. Und da wird es – nun ja – interessant. Nicht im guten Sinne des Wortes. Der Cast ist das, was ich in dreißig Jahren Filmkritik gelernt habe zu nennen: solide genug, um nicht zu scheitern, aber selten gut genug, um wirklich zu begeistern.

Die Besetzung von So wie Du Mich Willst – viel Durchschnitt, wenig Glanz

Wer sich die Besetzung von So wie Du Mich Willst genauer anschaut, stellt fest: Das Casting folgt einem bewährten französischen Rezept. Man nehme eine erfahrene, respektierte Schauspielerin für die Hauptrolle, umgebe sie mit attraktiven jüngeren Darstellern und hoffe, dass die Chemie irgendwie stimmt. Manchmal funktioniert das. Manchmal nicht.

In diesem Fall ist das Ergebnis gemischt. Die Castingentscheidungen sind nachvollziehbar, aber selten mutig. Man hat das Gefühl, dass bei der Produktion niemand ein Risiko eingehen wollte. Bekannte Gesichter aus dem französischen Kino, bewährte Typen, sichere Nummern. Das Drehbuch stellt hohe Anforderungen – besonders an die Hauptdarstellerin – und es gibt Momente, in denen der Film tatsächlich zieht. Aber es gibt auch Momente, in denen die Darsteller das Gewicht der Rollen spürbar drückt.

Originell ist diese Besetzung nicht. Kompetent? Meistens. Überraschend? Selten.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Juliette Binoche Claire 8/10 Trägt den Film – mit Würde und Rissen
François Civil Alex 6/10 Charmant, aber eindimensional
Nicole Garcia Dr. Bormans 6/10 Routiniert, aber kaum überraschend
Marie-Ange Casta Katia 5/10 Dekorativ, wenig Tiefe
Charles Berling Ludo 5/10 Solide, austauschbar

Die Hauptdarsteller im kritischen Blick

Juliette Binoche als Claire

Man kann über vieles in diesem Film meckern – über das Drehbuch, über einzelne Regiemomente, über die eine oder andere Nebenrolle, die so flach ist wie ein leerer Bildschirm. Aber bei Juliette Binoche muss selbst ein müder Kritiker kurz innehalten.

Binoche spielt Claire, eine Frau in den Fünfzigern, die sich auf Facebook als die zwanzigjährige „Clara” ausgibt, um den jungen Alex zu beobachten. Was dabei entsteht, ist keine leichte Komödie und keine glatte Romanze – es ist eine langsam eskalierte Identitätskrise, und Binoche trägt diese Last mit bemerkenswerter Präzision.

Was funktioniert: die Feinheit. Binoche spielt keine Karikatur einer obsessiven Frau. Sie spielt jemanden, der schrittweise in eine Lüge hineingleitet und dann – und das ist das Interessante – aufhört, zwischen Lüge und Wahrheit zu unterscheiden. Es gibt Szenen, in denen man ihr ansieht, dass sie selbst nicht mehr weiß, wer Claire ist und wer Clara. Das ist echtes Schauspielen.

Was nicht funktioniert: In einigen Dialogszenen, besonders jenen mit dem Psychiater, wirkt sie gelegentlich als wäre sie in einem anderen, besseren Film. Als würde sie auf etwas warten, das das Drehbuch ihr nicht liefern kann.

Bewertung: 8/10

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Kingsman.

François Civil als Alex

François Civil ist der Typ, den man in einer solchen Rolle besetzt, wenn man „attraktiv, jung und halbwegs komplex” auf der Casting-Liste stehen hat. Er erfüllt diese Anforderungen. Mehr aber auch nicht.

Alex ist als Charakter schwierig: Er soll gleichzeitig verführerisch und verletzlich, oberflächlich und doch irgendwie tiefgründig sein. Civil liefert die Oberfläche – den Charme, das Lächeln, die körperliche Präsenz. Die Tiefe? Die sucht man vergeblich. Wenn Alex in Szenen gerät, die echte emotionale Schwere verlangen, merkt man, dass Civil noch ein paar Jahre Filmografie brauchen wird, bevor er diese Anforderungen wirklich erfüllen kann.

Das ist kein Verriss. Es ist eine Bestandsaufnahme: gut aussehend, ordentlich, aber noch zu glatt.

Bewertung: 6/10

Nicole Garcia als Dr. Bormans

Nicole Garcia ist selbst Regisseurin und erfahrene Darstellerin – und man merkt ihr an, dass sie weiß, was sie tut. Die Rolle der Psychiaterin Dr. Bormans ist nicht groß, aber strukturell wichtig: Sie ist die Figur, durch deren Gespräche mit Claire die Rückblenden ausgelöst werden.

Garcia spielt das mit der Ruhe einer Frau, die zwanzig Jahre lang Figuren dieser Art gespielt hat. Das ist das Problem. Es fehlt an Überraschung, an Reibung. Die Szenen mit Binoche sind gut – aber das liegt fast ausschließlich an Binoche.

Bewertung: 6/10

Einen ähnlich kritischen Blick auf Casting-Entscheidungen finden Sie auch in unserem Artikel über die Besetzung von Wanted.

Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?

Kommen wir zu dem Teil der Besetzung, über den man in einer Kritik normalerweise schnell hinweggeht – und das aus gutem Grund.

Marie-Ange Casta als Katia ist das, was man im Deutschen höflich als „dekorativen Darsteller” bezeichnet. Die Rolle ist nicht komplex, und die Darstellung ist es auch nicht. Katia funktioniert als narratives Element – als junges Gegenbild zu Claire – aber als Figur bleibt sie eine Skizze, die nie ausgemalt wird. Casta liefert das Minimum. Das reicht für diese Rolle. Mehr aber auch nicht.

Charles Berling als Ludo – Claires Ehemann – ist das Musterbeispiel für Typecasting im französischen Kino. Berling spielt seit Jahren den intelligenten, leicht distanzierten Mann mittleren Alters in dramatischen Produktionen. Hier tut er dasselbe. Er ist nicht schlecht. Er ist einfach vorhersehbar. Wer Berling kennt, weiß schon vor der ersten Szene, wie er diese Rolle spielen wird.

Eine positive Überraschung? Ehrlich gesagt: nicht wirklich. Was die Nebenrollen leisten, ist solide Handwerk – aber Handwerk, das man vergessen hat, sobald der Abspann läuft.

Filmografie – und immer wieder das Gleiche?

Juliette Binoche braucht keine ausführliche Filmografie-Einführung. Die Liste ist lang und beeindruckend:

  • Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
  • Trois couleurs: Bleu
  • The English Patient
  • Caché

Dass sie auch in So wie Du Mich Willst abliefert, ist keine Überraschung. Es ist Erwartungserfüllung auf hohem Niveau. Das eigentliche Problem: Binoche neigt dazu, in ähnlichen Rollen zu landen. Komplexe, oft leidende Frauen in emotionalen Dramen. So wie Du Mich Willst ist in gewisser Weise Binoche-Typecasting auf höchstem Niveau. Man liebt es, weil sie es brillant macht – aber man hat es schon gesehen.

François Civil hat sich seit diesem Film weiterentwickelt und man kann im Rückblick sagen, dass So wie Du Mich Willst ein früher Karrieremoment war, in dem das Potenzial sichtbar war, aber noch nicht ausgeschöpft.

Charles Berling ist das französische Kino-Äquivalent zu einem soliden Handwerker: immer da, immer ordentlich, immer irgendwie austauschbar.

Mehr über klassische Besetzungsentscheidungen im Kino erfahren Sie in unserem Artikel über die Besetzung von Der Pate.

Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung

Die ehrliche Antwort: halb und halb.

Die Chemie zwischen Binoche und Civil funktioniert auf einer bestimmten Ebene – nämlich jener der Projektion und Illusion, die dem Film zugrunde liegt. Man glaubt, dass Claire sich in Alex verliebt. Man glaubt, dass diese Obsession real ist. Das ist zum großen Teil Binoches Verdienst.

Aber die Chemie zwischen Claire und den anderen Figuren – dem Ehemann, der Psychiaterin, den Freunden – bleibt seltsam kühl. Das mag teilweise gewollt sein: Claire ist eine Frau, die sich von ihrer eigenen Welt entfremdet hat. Aber es wirkt manchmal eher nach mangelnder Tiefe der Nebenrollen als nach bewusstem dramatischen Kalkül.

Die Besetzung rettet den Film nicht – sie trägt ihn. Und das nur deshalb, weil Juliette Binoche das Gewicht einer ganzen Produktion alleine tragen kann. Ohne sie wäre So wie Du Mich Willst ein ordentlicher, aber vergesslicher französischer Kino-Film. Mit ihr ist es ein sehenswürdiges Drama, das gelegentlich über sich selbst hinauswächst.

Ob das Castingteam mutige Entscheidungen getroffen hat? Nein. Ob sie die richtige Entscheidung getroffen haben, Binoche zu besetzen? Absolut.

Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht

Hier möchte ich kurz von der konkreten Besetzung von So wie Du Mich Willst zurücktreten und das größere Bild betrachten – denn es betrifft diese Produktion genauso wie hundert andere.

Wir leben in einer Zeit, in der Streaming-Plattformen Inhalte in einem Tempo produzieren, das keine echte Reifung zulässt. Jede Woche neue Filme, neue Serien, neuer Content. In diesem Umfeld hat sich eine stille Übereinkunft etabliert: Bekannte Gesichter zählen mehr als gute Leistungen. Ein Name auf dem Plakat – oder im Thumbnail – ersetzt zunehmend die Frage, ob dieser Name wirklich zum Stoff passt.

François Civil ist ein gutes Beispiel: Er ist erkennbar, er ist beliebt, er hat eine Fangemeinde. Dass seine Darstellung in So wie Du Mich Willst eindimensional bleibt, stört die Zuschauer auf Amazon oder anderen Streaming-Plattformen weniger, als es früher im Kino gestört hätte. Die Laufzeit ist kurz genug, der Eindruck flüchtig genug.

Das ist kein Vorwurf an einzelne Schauspieler. Es ist ein Vorwurf an eine Industrie, die Kinostart und Prestige zunehmend durch Klickzahlen und IMDb-Bewertungen ersetzt. In diesem System genügt es, gut genug zu sein. Brilliant sein ist optional.

Der Film von Safy Nebbou hat das Glück, eine Darstellerin an Bord zu haben, der dieses System egal ist. Binoche spielt, als würde sie bewertet werden. Alle anderen spielen, als würden sie gestreamt.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von So wie Du Mich Willst

Wer spielt die Hauptrolle in So wie Du Mich Willst?

Die Hauptrolle der Claire wird von Juliette Binoche gespielt. Sie trägt den Film beinahe im Alleingang und liefert die einzige Leistung, über die man am nächsten Tag noch nachdenkt.

Wer sind die weiteren wichtigen Schauspieler im Cast?

François Civil spielt den jungen Alex, Nicole Garcia übernimmt die Rolle der Psychiaterin Dr. Bormans, Charles Berling spielt Claires Ehemann Ludo, und Marie-Ange Casta ist als Katia zu sehen.

Wer liefert die beste schauspielerische Leistung im Film?

Juliette Binoche – ohne Diskussion. Mit einer Bewertung von 8/10 ist sie die einzige Darstellerin, die wirklich über das Drehbuch hinauswächst und dem Film emotionale Glaubwürdigkeit verleiht.

Gibt es schwache Leistungen in der Besetzung?

Marie-Ange Casta und Charles Berling bleiben beide deutlich unter ihren Möglichkeiten. Nicht katastrophal, aber austauschbar. Typecasting und mangelnde Figurentiefe tragen dazu bei.

Lohnt sich So wie Du Mich Willst trotz gemischter Besetzung?

Ja – aber ausschließlich wegen Juliette Binoche. Wer das französische Psychodrama-Genre mag und bereit ist, über einige flache Nebenrollen hinwegzusehen, wird einen sehenswürdigen Film erleben. Wer brillantes Ensemblespiel erwartet, wird enttäuscht sein.

Ist der Film auf Streaming-Plattformen verfügbar?

Ja, So wie Du Mich Willst ist unter anderem über Amazon sowie als DVD und Blu-ray erhältlich und auf Apple TV abrufbar.

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