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Besetzung von Teletubbies

Wer kennt sie nicht: die vier bunten, bauchigen Wesen aus dem Teletubbyland, die seit 1997 Kleinkinder in aller Welt in ihren Bann ziehen. Tinky Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po stolpern durch eine surreale Landschaft, schauen Filmchen auf ihren Bauchbildschirmen und sagen Dinge wie „Eh-oh!” – mehr Plot gibt es eigentlich nicht. Die BBC-Kinderserie, produziert von Ragdoll Productions unter Anne Wood, war von Anfang an kein Schauspielerstück im klassischen Sinne. Und doch stecken echte Menschen in diesen Kostümen. Menschen, die man eigentlich nie zu Gesicht bekommt, deren Arbeit aber die Grundlage für eine der erfolgreichsten Kinderserien der Fernsehgeschichte bildet.

Die Besetzung von Teletubbies ist ein merkwürdiges Kapitel – sowohl in der Originalversion von 1997 als auch im Reboot von 2015 und der Netflix-Neuauflage von 2022. Man könnte meinen, dass das Casting bei einer Sendung, in der alle Darsteller unter dickem Schaumstoff verschwinden, keine große Rolle spielt. Aber weit gefehlt: Körpersprache, Bewegungsqualität und Timing entscheiden darüber, ob diese Figuren lebendig wirken oder wie roboterhafte Plüschtiere durch die Gegend taumeln. Spoiler: Das Ergebnis ist gemischt.

Die Besetzung von Teletubbies – viel Durchschnitt, wenig Glanz

Man muss ehrlich sein: Die Besetzung von Teletubbies ist kein Staraufgebot. Sie war es nie, und sie wird es nie sein. Das liegt in der Natur der Sache. Wer sein Gesicht hinter einem riesigen Plüschkopf versteckt und seinen Text durch einen Synchronsprecher ersetzen lässt, der kämpft von vornherein um Anerkennung in Schauspielkreisen.

Das Casting der Originalproduktion hatte trotzdem eine gewisse Logik: Man suchte Darsteller mit Bühnenerfahrung, Pantomimik-Kenntnissen und – ganz entscheidend – einer körperlichen Ausdauer, die das Tragen dieser schweren Kostüme über lange Drehtage überhaupt ermöglichte. Das ist kein Witz: Die Kostüme waren warm, unhandlich und einschränkend. Simon Shelton, der den Tinky Winky übernahm, nachdem Dave Thompson die Rolle zunächst gespielt hatte, brachte immerhin Tanzhintergrund mit. Nikky Smedley als Laa-Laa und Pui Fan Lee als Po galten als die beweglichsten Darsteller der Originalbesetzung. John Simmit übernahm Dipsy.

Beim Reboot von 2015 und der Neuauflage wurden die Rollen teilweise neu besetzt, ohne dass dies groß für Aufsehen gesorgt hätte. Und das sagt eigentlich alles über den Stellenwert der einzelnen Darsteller in diesem Franchise.

Die Crew hinter den Kulissen – Ragdoll Productions und Anne Wood als kreative Kraft – verdient dabei mehr Anerkennung als das Cast selbst. Die Figuren funktionieren nicht wegen der Schauspieler, sondern trotz der strukturellen Einschränkungen, unter denen sie arbeiten müssen.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Dave Thompson Tinky Winky (original) 5/10 Solide Grundleistung, aber schnell ersetzt – das sagt genug
Simon Shelton Tinky Winky (Hauptbesetzung) 6/10 Bessere Körpersprache, angenehme Präsenz unter dem Kostüm
John Simmit Dipsy 5/10 Funktioniert, mehr aber auch nicht
Nikky Smedley Laa-Laa 7/10 Die beweglichste Darstellerin – man merkt es tatsächlich
Pui Fan Lee Po 7/10 Überzeugend energetisch, Po wirkt durch sie am lebendigsten
Jeremiah Krage Tinky Winky (Reboot) 5/10 Kompetent, austauschbar
Noo-Noo Puppenspieler-Leistung, keine zurechenbare Einzelperson in Quellen

Hinweis: Synchronsprecher und Sprecher der deutschen Fassung sind in den vorliegenden Quellen nicht vollständig dokumentiert und werden daher nicht bewertet.

Die Hauptdarsteller im kritischen Blick

Simon Shelton – Tinky Winky

Simon Shelton ist wohl der bekannteste Name, wenn es um die Besetzung von Teletubbies geht – zumindest in der englischsprachigen Presse. Er übernahm die Rolle des lila, handtaschenliebenden Tinky Winky von Dave Thompson und brachte einen Tanzstil mit, der dem größten der vier Teletubbies eine gewisse Würde verlieh. Shelton hatte Erfahrung in Bewegungstheater, und man sieht es: Tinky Winky unter seiner Darstellung wirkt schwerfällig, aber absichtlich schwerfällig – wie ein gutmütiger Riese, der genau weiß, was er tut.

Ist das großes Schauspiel? Nein. Ist es handwerklich solide für ein Projekt dieser Art? Ja, durchaus.

Das Problem: Weil das Gesicht immer hinter dem Kostüm verschwindet und die Stimme von einem Synchronsprecher übernommen wird, bleibt die emotionale Verbindung zum Publikum immer mittelbar. Shelton liefert einen Körper, keine Seele. Das ist keine Kritik an ihm persönlich – das ist das strukturelle Problem dieser Kinderserie.

Bewertung: 6/10

Nikky Smedley – Laa-Laa

Nikky Smedley ist als Laa-Laa die Darstellerin, die am meisten aus den Einschränkungen des Kostüms herausholt. Laa-Laa – die gelbe Teletubby mit der Antenne in Schneckenform – ist von allen vier Figuren die ausdrucksstärkste in der Bewegung, und das ist kein Zufall. Smedley bringt eine Qualität in die Rolle, die man nur dann bemerkt, wenn man genau hinschaut: kleine Gesten, ein leicht koketter Kopfneigen, ein Rhythmusgefühl beim Tanzen.

Für eine Kinderserie, die von Zweijährigen konsumiert wird, ist das möglicherweise Overengineering. Aber aus handwerklicher Sicht ist Smedley die interessanteste Darstellerin der Originalbesetzung.

Wermutstropfen: Laa-Laa ist als Charakter so flach wie ein Pfannkuchen. Auch die begabteste Darstellerin kann keine Tiefe erschaffen, wo das Drehbuch keine vorgesehen hat.

Bewertung: 7/10

Pui Fan Lee – Po

Pui Fan Lee spielt Po, die kleinste und – gefühlt – quirligste der vier Teletubbies. Lee ist die einzige aus der Kernbesetzung, die auch außerhalb von Teletubbies eine erkennbare Karriere im Kinderfernsehen gemacht hat, etwa durch Auftritte in anderen CBeebies-Produktionen. Das macht sie zur vielseitigsten Persönlichkeit im Cast.

Als Po zeigt sie eine Energie, die den kleinen roten Teletubby tatsächlich von den anderen abhebt. Po wirkt unter Lees Darstellung am spontansten, am unprediktabelsten – was bei einer Serie, in der jede Episode nach demselben Schema abläuft, eine beachtenswerte Leistung ist.

Dennoch: Ein Oscar ist nicht in Sicht. Die Rolle lässt schlicht zu wenig zu.

Bewertung: 7/10

John Simmit – Dipsy

John Simmit als Dipsy ist das, was man einen zuverlässigen Lückenfüller nennen könnte. Dipsy – der grüne Teletubby mit der geraden Antenne und einer Vorliebe für Hüte – hat in der Serie am wenigsten Profil von allen vier Hauptfiguren. Das spiegelt sich in der Darstellung wider. Simmit macht seinen Job. Er füllt das Kostüm. Er bewegt sich im Takt.

Mehr gibt es ehrlich gesagt nicht zu sagen.

Bewertung: 5/10

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Helen Dorn.

Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?

Neben den vier Haupt-Teletubbies gibt es in der Serie noch Noo-Noo, den kleinen Staubsauger-Roboter, der durch das Teletubby-Haus fährt und gelegentlich Unfug macht. Noo-Noo ist eine Puppenfigur, kein von einem menschlichen Darsteller gespielter Charakter im klassischen Sinne – entsprechend gibt es hier wenig zu bewerten.

Die Sprecher und Synchronsprecher, die den Figuren ihre Stimmen leihen, sind in den verfügbaren deutschen Quellen nicht vollständig dokumentiert. Das ist bezeichnend: Die Stimme ist bei Teletubbies eigentlich das einzige Ausdrucksmittel, das nicht durch ein Ganzkörperkostüm gefiltert wird – und trotzdem findet sie in der öffentlichen Wahrnehmung kaum statt.

Was die Nebenrollen in den neueren Versionen der Serie angeht – Reboot 2015, Netflix-Neuauflage 2022 – so wurde geflissentlich darauf geachtet, dass alles ungefähr gleich klingt und aussieht wie immer. Keine unangenehmen Überraschungen, keine positiven Überraschungen. Nur: mehr vom Gleichen.

Jeremiah Krage, der im Reboot Tinky Winky spielt, ist ein Beispiel für diese Kategorie. Kompetent. Professionell. Vollkommen vergesslich.

Filmografie – und immer wieder das Gleiche?

Schaut man sich die Karrieren der Teletubbies-Darsteller an, fällt eines auf: Wer einmal in einem Schaumstoffkostüm steckt, bleibt oft dabei. Das ist keine Kritik, sondern eine Beobachtung über die Mechanismen der Unterhaltungsindustrie.

  • Pui Fan Lee – hat sich im britischen Kinderfernsehen als Präsenz etabliert, die über Teletubbies hinausgeht, unter anderem durch weitere CBeebies-Produktionen.
  • Nikky Smedley – trat in verschiedenen Bühnenproduktionen auf.

Aber die meisten Namen in der Besetzung von Teletubbies tauchen in der IMDB vor allem im Zusammenhang mit dieser einen Serie auf. Das ist typisches Typecasting der unangenehmsten Sorte: Man wird auf eine Rolle reduziert, die nicht einmal das eigene Gesicht zeigt.

Ragdoll Productions und Anne Wood haben mit Teletubbies ein Franchise geschaffen, das seit 1997 läuft, durch Reboot und Netflix-Streaming weiterlebt – aber die Darsteller bleiben austauschbare Rädchen in einer gut geölten Kinderserie-Maschine.

Einen ähnlichen Blick hinter die Kulissen einer Fernsehserie bietet der Artikel über die Besetzung von Bosch.

Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung

Die kurze Antwort: Ja, aber nicht aus den Gründen, die man als Filmkritiker gerne hätte.

Die Besetzung von Teletubbies funktioniert, weil das Zielgruppe-Kalkül aufgeht. Zweijährige beurteilen keine schauspielerische Tiefe. Sie reagieren auf Farben, Bewegungen, Wiederholungen und Stimmen. In diesem Kontext ist das Cast exakt richtig gewählt: körperlich belastbar, bewegungsgeschult, anpassungsfähig.

Die Chemie zwischen den vier Darstellern ist – soweit man das unter Kostümen beurteilen kann – funktional. Es gibt keine spürbaren Spannungen, keine störenden Ungleichgewichte. Tinky Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po agieren als Ensemble, das aufeinander eingespielt ist.

Was fehlt: jede Form von Überraschung. Keine Szene, in der ein Darsteller über sich hinauswächst. Keine Chemie, die knistert. Keine Leistung, über die man am nächsten Tag noch nachdenkt.

Das Cast ist ein Handwerk-Cast. Solide, zweckorientiert, uninspiriert.

Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht

Das ist die eigentlich wichtige Frage, und sie geht weit über Teletubbies hinaus.

Streaming-Plattformen wie Netflix haben den Markt für Kinderinhalte radikal verändert. Wo früher BBC und CBeebies Qualitätsstandards setzen mussten, weil sie ein begrenztes Sendezeitfenster hatten, produzieren Streamingdienste heute Content am laufenden Band. Quantität schlägt Qualität. Hauptsache, es gibt immer etwas Neues in der Playlist.

In diesem Umfeld ist die Besetzung von Teletubbies symptomatisch für eine breitere Entwicklung: Mittelmäßiges Schauspiel reicht aus, solange die Marke stimmt. Tinky Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po sind weltbekannte Figuren. Wer sie spielt, ist nahezu irrelevant – das Publikum kommt wegen der Kostüme, der Farben, des Nostalgiefaktors.

Das ist kein Vorwurf an die Darsteller. Es ist ein strukturelles Problem der modernen Unterhaltungsindustrie: Bekannte Gesichter – oder in diesem Fall: bekannte Kostüme – ersetzen echte Qualitätsdebatten. Der Cast wird zur Nebensache. Die Figur zur Marke. Das Schauspiel zum Anhängsel.

Und solange die Einschaltquoten stimmen und die Netflix-Nutzerzahlen passen, wird sich daran nichts ändern.

Wer sich für ähnliche Casting-Analysen interessiert, findet auch im Artikel über die Besetzung von Space Force einen kritischen Überblick über Ensemble-Casting im Serienformat.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt Tinky Winky in der Originalserie?

In der Originalserie von 1997 spielte zunächst Dave Thompson Tinky Winky, bevor Simon Shelton die Rolle übernahm und zur Hauptbesetzung wurde.

Wer ist der beste Darsteller in der Teletubbies-Besetzung?

Nach handwerklichen Kriterien sind Nikky Smedley (Laa-Laa) und Pui Fan Lee (Po) die überzeugendsten Darstellerinnen der Originalbesetzung. Sie holen das meiste aus den Einschränkungen der Kostüme heraus – was allerdings keine besonders hohe Hürde ist.

Gibt es einen schwächsten Darsteller im Cast?

John Simmit als Dipsy und Jeremiah Krage als Tinky Winky im Reboot sind die unauffälligsten – und nicht im guten Sinne. Ihre Leistungen sind solide, aber vollkommen austauschbar.

Lohnt es sich, Teletubbies als Erwachsener anzuschauen?

Ehrliche Antwort: Nein – es sei denn, Sie haben ein Kind im Vorschulalter. Die Serie ist präzise auf ihr Zielpublikum zugeschnitten und für alle anderen schlicht uninteressant. Das ist keine Schwäche, sondern Kalkül.

Wer hat Teletubbies produziert?

Teletubbies wurde von Ragdoll Productions und Anne Wood für die BBC produziert. Spätere Versionen und der Reboot wurden von CBeebies begleitet, die Netflix-Neuauflage von 2022 erschien auf dem gleichnamigen Streamingdienst.

Hat sich die Besetzung beim Reboot verbessert?

Nein – sie hat sich verändert, aber nicht verbessert. Die neue Besetzung ist kompetent, aber es fehlt ihr die rohe Frische der Originaldarsteller. Was als Modernisierung verkauft wurde, ist letztlich ein weiteres Beispiel für einen Reboot, der auf Markenbekanntheit setzt statt auf kreative Risikobereitschaft.

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