Roswell. Der Name allein lässt bei einer bestimmten Generation Herzen höherschlagen. Eine Highschool-Serie aus der Zeit, als The WB noch das Maß aller Dinge im amerikanischen Teenager-Fernsehen war. Die Grundidee ist simpel und dennoch irgendwie charmant: In der kleinen Stadt Roswell, New Mexico, verbergen sich unter ganz normalen Schülern Aliens – und natürlich entwickeln sich dabei Liebesgeschichten, Identitätskrisen und jede Menge Mystery. Basierend auf der Buchreihe Roswell High von Melinda Metz, entwickelt von Jason Katims, war die Serie ein Produkt ihrer Zeit.
Aber was war die Besetzung von Roswell (Fernsehserie) tatsächlich wert? Ein ehrlicher Blick auf den Cast zeigt: Es gab echte Talente, es gab solide Handwerker – und es gab Rollen, die man nach drei Staffeln noch immer nicht wirklich vermisst. Wer Großartiges erwartet, wird enttäuscht. Wer das Fernsehen der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre kennt, weiß: Der Standard war ein anderer.
Die Besetzung auf einen Blick – wer spielte hier eigentlich mit?
| Schauspieler | Rolle | Episoden / Jahr | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| Jason Behr | Max Evans | Staffel 1–3 (1999–2002) | 6/10 | Solide, aber oft emotionslos |
| Shiri Appleby | Liz Parker | Staffel 1–3 (1999–2002) | 7/10 | Das emotionale Zentrum der Serie |
| Katherine Heigl | Isabel Evans | Staffel 1–3 (1999–2002) | 7/10 | Überzeugend, mit deutlichem Potenzial |
| Majandra Delfino | Maria DeLuca | Staffel 1–3 (1999–2002) | 8/10 | Die angenehmste Überraschung im Cast |
| Brendan Fehr | Michael Guerin | Staffel 1–3 (1999–2002) | 6/10 | Bemüht düster, manchmal klischiert |
| Nick Wechsler | Kyle Valenti | Staffel 1–3 (1999–2002) | 7/10 | Unterschätzt, mit guter Entwicklung |
| Colin Hanks | Alex Whitman | Staffel 1–2 (1999–2001) | 7/10 | Sympathisch, zu früh weg |
| William Sadler | Sheriff Jim Valenti | Staffel 1–3 (1999–2002) | 8/10 | Der eigentliche Profi im Ensemble |
| Emilie de Ravin | Tess Harding | Staffel 2–3 (2000–2002) | 5/10 | Schwach eingeführt, nie wirklich angekommen |
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Wenn Casting und Charakter nicht zusammenpassen
Man muss fair sein: Die Besetzung von Roswell (Fernsehserie) war für die damaligen Verhältnisse eines WB-Network-Produkts durchaus respektabel. Die Macher bemühten sich, junge Schauspieler zu finden, die sowohl das Science-Fiction-Element als auch das Drama der Teenager-Welt glaubhaft vermitteln konnten. Das Ergebnis war – freundlich ausgedrückt – gemischt.
Das grundlegende Problem liegt im Casting-Ansatz selbst: Hier wurden Gesichter gesucht, keine Charaktere. Regie-Erfahrene wie David Nutter und Jonathan Frakes konnten aus manchen Darstellern mehr herausholen als aus anderen. Aber selbst der beste Regisseur kann nicht zaubern, wenn das Drehbuch dünne Charakterzeichnungen liefert und die Schauspieler noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Die Serie wirkt in vielen Momenten wie ein Casting-Experiment, bei dem man hoffte, dass schon irgendjemand das Ganze zusammenhalten würde.
Spoiler: Meistens haben zwei oder drei es tatsächlich getan. Der Rest hat mitgespielt.
Wer trägt die Serie wirklich – und wer läuft einfach mit?
Jason Behr als Max Evans
Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Jason Behr als Max Evans ist die Hauptfigur und in gewissem Sinne das zentrale Problem der Besetzung. Behr ist kein schlechter Schauspieler – er hat Präsenz, er hat das Aussehen, das die Produktionsfirma wollte. Aber er bringt eine emotionale Flachheit mit, die den Alien-Protagonisten oft weniger außerirdisch als schlicht uninteressant wirken lässt. In den ruhigeren Momenten, wenn echter Schmerz gefordert wäre, zieht er sich in eine Art stoisches Nichts zurück.
Shiri Appleby als Liz Parker
Shiri Appleby als Liz Parker ist das Gegenteil. Sie ist das emotionale Herz dieser Serie – verletzlich, glaubwürdig, mit einer natürlichen Spielweise, die für eine WB-Produktion der späten 1990er ungewöhnlich ehrlich wirkt. Sie ist der Grund, warum man in Staffel eins weiterschaut. Die Liz-Parker-Rolle lebt von ihrer Interpretation.
Katherine Heigl als Isabel Evans
Katherine Heigl als Isabel Evans verdient besondere Erwähnung. Man sieht schon hier, dass sie mehr kann als diese Art von Material. Ihr Talent übersteigt das, was die Rolle verlangt – und es ist amüsant im Rückblick, daran zu denken, dass diese Frau später in Grey’s Anatomy zu einem absoluten Serienstar werden würde. Die Besetzung von Roswell (Fernsehserie) war für Heigl ein Sprungbrett, das sie deutlich überwunden hat.
Brendan Fehr als Michael Guerin
Brendan Fehr als Michael Guerin versucht sich an dem „rauen Außenseiter”-Archetypen, der seit James Dean Pflichtstoff in jeder amerikanischen Jugendserie ist. Er bemüht sich. Manchmal funktioniert es. Öfter wirkt es wie eine Kopie einer Kopie – die zehnte Imitation eines Klischees, das schon im Original nicht sonderlich tief war.
Bewertung: 6,5/10
Einen ähnlich kritischen Blick auf eine andere Serienbesetzung bietet der Artikel über die Besetzung von 11.22.63 – Der Anschlag.
Die Nebenrollen – zwischen angenehmer Überraschung und reiner Staffage
Majandra Delfino als Maria DeLuca
Hier wird es tatsächlich interessanter. Majandra Delfino als Maria DeLuca ist die angenehme Entdeckung dieser Besetzung. Sie spielt die beste Freundin von Liz mit echtem Timing, echter Wärme und einem Instinkt für Komik, der in dieser todernsten Alien-Drama-Welt wohltuend erfrischend wirkt. Delfino ist der Darsteller im Cast, dem man am ehesten wünscht, er hätte eine größere Karriere gemacht.
Nick Wechsler als Kyle Valenti
Nick Wechsler als Kyle Valenti ist ein weiterer Fall von unterschätzter Nebenrolle. Seine Figur entwickelt sich über drei Staffeln auf eine Art, die man nicht erwartet – von der eifersüchtigen Ex-Freund-Figur zu etwas Komplexerem. Wechsler macht das glaubwürdig.
William Sadler als Sheriff Valenti
William Sadler als Sheriff Valenti ist schlicht der professionellste Schauspieler im gesamten Ensemble. Ein echter Profi, der einem Cast aus größtenteils unerfahrenen jungen Darstellern die nötige Erdung gibt. Jede Szene mit ihm wirkt ein kleines bisschen echter als der Rest.
Emilie de Ravin als Tess Harding
Emilie de Ravin als Tess Harding – in späteren Staffeln eingeführt – ist dagegen ein Casting-Fehler, der sich wie ein solcher anfühlt. Die Figur ist dramaturgisch notwendig, aber de Ravins Interpretation bleibt oberflächlich und lässt die Rolle nie wirklich lebendig werden. Ironischerweise würde sie später in Lost zeigen, dass sie mehr kann. Hier war sie fehl am Platz.
Colin Hanks als Alex Whitman
Colin Hanks als Alex Whitman – ja, der Sohn von Tom Hanks – verdient eine ehrliche Beurteilung: Er ist sympathisch, er ist glaubwürdig, er ist der freundlichste Mensch in dieser Serie. Sein Abgang aus der Serie ist einer der Momente, über die Fans noch Jahre später diskutiert haben. Das sagt etwas aus – sowohl über die Rolle als auch über Hanks’ Darstellung.
Typecasting und das große Vergessen – was wurde aus dem Cast?
Die Filmographie der Roswell-Darsteller nach der Serie erzählt eine typische Geschichte des amerikanischen Fernsehens: Einige schafften den Sprung, die meisten nicht.
- Katherine Heigl ist der klare Ausreißer nach oben. Ihre Karriere nach der Besetzung von Roswell (Fernsehserie) führte zu Grey’s Anatomy, zu Kinofilmen – zu echter Sichtbarkeit. Sie war nie das Problem in Roswell, und das zeigt sich im Rückblick deutlich.
- Jason Behr blieb weitgehend im Mittelfeld – Episodenrollen, kleinere Projekte, gelegentliche Rückkehr ins Fernsehen. Typisches Typecasting: der gutaussehende Hauptdarsteller, der nie ganz den Sprung zum echten Star geschafft hat.
- Shiri Appleby fand mit UnREAL später eine Rolle, die ihr deutlich mehr Spielraum gab – und sie nutzte ihn. Das war keine Überraschung für die, die sie in Roswell aufmerksam beobachtet hatten.
- Majandra Delfino blieb unter dem Radar – was aus künstlerischer Sicht schade ist, aber im Hollywood-System nicht ungewöhnlich ist.
- Colin Hanks hat eine solide, wenn auch unauffällige Karriere gemacht.
- Brendan Fehr blieb weitgehend unter dem Radar.
Das Muster ist bekannt: Eine Ensemble-Serie schafft Darsteller heran, von denen nur ein Bruchteil wirklich weitermacht. Die anderen werden zu Trivia-Fragen bei Fans der Serie.
Einen vergleichbaren Blick auf Karriereverläufe nach einer Ensemble-Serie bietet auch der Artikel über die Besetzung von Emily in Paris.
Kein Wunder, aber auch kein Versagen – eine Gesamtbetrachtung
Was bleibt, wenn man die Besetzung von Roswell (Fernsehserie) in ihrer Gesamtheit betrachtet? Ein Ensemble, das genau das war, was das amerikanische Fernsehen Ende der 1990er Jahre hervorzubringen pflegte: jung, fotogen, unterschiedlich begabt, und im besten Fall fähig, ein Skript zum Leben zu erwecken, das nicht immer auf ihrer Seite war.
Die Chemie zwischen Jason Behr und Shiri Appleby funktioniert – nicht großartig, aber ausreichend, um die romantische Grundspannung der Serie zu tragen. Die Freundschaftsdynamiken zwischen Liz, Maria und Alex in den frühen Staffeln sind das Beste, was die Serie zu bieten hat – weil dort echte Wärme spürbar ist.
Die Alien-Identitätskrisen von Max, Isabel und Michael wirken dagegen oft konstruiert. Science-Fiction und Drama sind ein schwieriges Paar, und nicht jeder Darsteller in dieser Besetzung hatte das Rüstzeug, beides gleichzeitig zu transportieren.
Realismus? Begrenzt. Das war auch nie das Ziel. Es ist UFO-Mystery-Highschool-Drama für Teenager – und an diesem Maßstab gemessen: solide. An einem universellen Maßstab gemessen: mittelmäßig bis ordentlich.
Gesamtbewertung Cast: 6,5/10
Das Symptom einer ganzen Industrie
Man könnte Roswell isoliert betrachten. Man sollte es aber nicht. Die Besetzung von Roswell (Fernsehserie) ist symptomatisch für ein Produktionssystem, das in der Streamingära nicht besser geworden ist – es hat sich nur anders verkleidet.
Damals wie heute gilt: Bekanntheit verkauft. Das Gesicht zählt mehr als die Tiefe. Eine Figur wie Maria DeLuca, die von Majandra Delfino mit echter Substanz gefüllt wird, bleibt Nebenrolle – während die glattere, weniger interessante Hauptfigur die Plakate ziert.
Damals gab es wenigstens noch das Argument, dass die Networks ihre Zielgruppe kannten und bedienten. Das WB-Publikum wollte Romantik, Mystery, Drama – und bekam es. Die Besetzung wurde entsprechend gewählt.
Heute werden Namen gebucht, die Twitter-Follower mitbringen, und Rollen um Instagram-Präsenz herum gebaut. Roswell war da noch unschuldiger – naiver, aber ehrlicher. Das verdient eine gewisse nostalgische Milde.
Aber Milde ist keine Kritik. Und als Kritik bleibt festzuhalten: Eine Fernsehserie, die auf einem interessanten Konzept basiert, verdient Schauspieler, die diesem Konzept wirklich gewachsen sind. Roswell hatte davon drei oder vier. Den Rest hat man einfach mitlaufen lassen.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt die Hauptrolle in Roswell (Fernsehserie)?
Jason Behr spielt Max Evans, den außerirdischen Protagonisten der Serie. Ihm gegenüber steht Shiri Appleby als Liz Parker – die menschliche Hauptfigur, ohne die die Serie emotional nicht funktionieren würde.
Welcher Schauspieler überzeugt in der Besetzung von Roswell am meisten?
Rein handwerklich ist William Sadler als Sheriff Valenti der professionellste Darsteller des Ensembles. Unter den jüngeren Hauptdarstellern ist Shiri Appleby die stärkste Leistung, gefolgt von Majandra Delfino in der Nebenrolle der Maria DeLuca.
Hat Katherine Heigl wirklich in Roswell mitgespielt?
Ja. Katherine Heigl spielte Isabel Evans in allen drei Staffeln der Serie. Ihre Leistung ist im Rückblick eine der interessantesten in der Besetzung – und man erkennt schon hier das Talent, das sie später zu einem echten Serienstar machen würde.
Lohnt sich Roswell (Fernsehserie) noch heute?
Für Fans des späten 1990er/frühen 2000er Fernsehens: ja, als Nostalgieerlebnis. Für alle anderen: mit Einschränkungen. Das Konzept ist solide, der Cast ungleichmäßig, die Qualität der Serie schwankend. Wer ernsthafte Science-Fiction-Drama-Kost sucht, wird anderswo besser bedient.
Was wurde aus den Schauspielern von Roswell?
Katherine Heigl und Shiri Appleby machten die bekanntesten Karrieren nach der Serie. Jason Behr blieb im Mittelfeld des Fernsehgeschäfts. Majandra Delfino und Brendan Fehr blieben weitgehend unter dem Radar. Colin Hanks – Sohn von Tom Hanks – hat eine solide, wenn auch unauffällige Karriere gemacht.
Gab es in Roswell (Fernsehserie) Gastauftritte bekannter Schauspieler?
Die Serie konzentrierte sich auf ihr Stammensemble. Das Format einer Highschool-Mystery-Drama-Serie dieser Ära ließ wenig Raum für spektakuläre Gastauftritte – die Darsteller der regulären Besetzung trugen die Serie von Anfang bis Ende.



