Lee Daniels hat 2013 einen Film inszeniert, der mit historischem Gewicht, amerikanischer Schuld und einer schwindelerregenden Anzahl bekannter Gesichter aufwartet. Der Butler – im Original Lee Daniels’ The Butler – erzählt die Geschichte von Cecil Gaines, einem fiktionalisierten Diener im Weißen Haus, der an mehreren Jahrzehnten amerikanischer Geschichte teilhat, inspiriert von dem realen Butler Eugene Allen. Das klingt nach Oscar-Bait, und das ist es auch. Die Frage ist nur: Trägt die Besetzung von Der Butler diese Last, oder bricht sie darunter zusammen?
Die Antwort ist, wie so oft bei Filmen, die sich auf ihr Staraufgebot verlassen, unangenehm gespalten.
Wer steckt eigentlich hinter diesem Ensemble?
Bevor wir uns in Meinungen verlieren, ein klarer Überblick über die Besetzung von Der Butler – ohne Schönfärberei, aber auch ohne künstliche Dramatik:
| Schauspieler | Rolle | Episoden / Jahr | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| Forest Whitaker | Cecil Gaines | Film (2013) | 8 | Würdevoll, kontrolliert – aber manchmal zu zurückgenommen |
| Oprah Winfrey | Gloria Gaines | Film (2013) | 7 | Überraschend geerdet, doch der Star überstrahlt die Figur |
| David Oyelowo | Louis Gaines | Film (2013) | 8 | Stärkste emotionale Energie im Film |
| Cuba Gooding Jr. | Carter Wilson | Film (2013) | 6 | Solide, aber austauschbar |
| Lenny Kravitz | James Holloway | Film (2013) | 6 | Charmant, aber kaum gefordert |
| Jane Fonda | Nancy Reagan | Film (2013) | 7 | Mutige Besetzungswahl – funktioniert besser als erwartet |
| John Cusack | Richard Nixon | Film (2013) | 5 | Fehlbesetzung – zu weich für Nixon |
| Robin Williams | Dwight D. Eisenhower | Film (2013) | 6 | Gegen den Typ besetzt, mit gemischtem Ergebnis |
| James Marsden | John F. Kennedy | Film (2013) | 7 | Überraschend überzeugend |
| Liev Schreiber | Lyndon B. Johnson | Film (2013) | 7 | Einer der stärkeren Präsidenten im Film |
| Alan Rickman | Ronald Reagan | Film (2013) | 6 | Mechanisch korrekt, aber seltsam leblos |
| Terrence Howard | Howard | Film (2013) | 6 | Verschwendetes Potenzial |
| Vanessa Redgrave | Annabeth Westfall | Film (2013) | 7 | Klasse im kleinen Rahmen |
| Mariah Carey | Hattie Pearl | Film (2013) | 5 | Kurzer Auftritt, begrenzter Eindruck |
| Clarence Williams III | Carter | Film (2013) | 7 | Unterschätzt und überzeugend |
| Yaya DaCosta | Carol Hammie | Film (2013) | 6 | Funktional, aber wenig Raum |
| Colman Domingo | aktivistischer Charakter | Film (2013) | 7 | Lebhaft, zu selten eingesetzt |
Zu viele bekannte Gesichter, zu wenig Tiefe
Lassen wir uns nichts vormachen: Der Butler Besetzung liest sich wie ein Who’s Who Hollywoods – und genau das ist das Problem. Wenn ein Film mehr Energie darauf verwendet, berühmte Schauspieler in Kostüme zu stecken als echte Charakterarbeit zu leisten, verliert er seinen dramatischen Kern.
Das historische Drama spielt mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, dem Weißen Haus und mehreren Jahrzehnten amerikanischer Geschichte als Kulisse. Das ist ein enormes Gewicht. Und statt dieses Gewicht durch konzentrierte Schauspielkunst zu tragen, verteilt der Film es auf ein Ensemble, das so groß ist, dass manche Figuren kaum Zeit haben, zu atmen.
Das Casting-Konzept ist verführerisch: Warum nicht echte Stars für echte Präsidenten einsetzen? In der Theorie klingt das nach cineastischem Spektakel. In der Praxis wirkt es gelegentlich wie eine teure Kostümparty.
Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Der Pate – einem weiteren klassischen Drama mit einem starken Ensemble.
Forest Whitaker und die Kunst der stillen Präsenz
Kommen wir zu dem, was funktioniert – und das ist vor allem Forest Whitaker in der Hauptrolle als Cecil Gaines. Whitaker ist einer jener seltenen Schauspieler, der mit einem Blick mehr sagen kann als andere mit einem Monolog. Er trägt die Last eines Mannes, der sein ganzes Leben dem Weißen Haus gewidmet hat, der gesehen hat, wie Präsidenten kamen und gingen, der die Bürgerrechtsbewegung aus sicherer Distanz beobachtete, während sein Sohn Louis – gespielt von David Oyelowo – direkt in ihr Zentrum marschierte.
Die Spannung zwischen Vater und Sohn ist der emotionale Motor des Films, und sie funktioniert, weil Whitaker und Oyelowo es wirklich meinen. Oyelowo ist dabei möglicherweise der heimliche Star der Besetzung von Der Butler – seine Energie, seine Überzeugung, seine Wut sind authentisch und durchdringen die manchmal schwerfällige Dramaturgie des Films.
Oprah Winfrey als Gloria Gaines ist eine eigene Geschichte. Sie ist gut. Wirklich gut. Aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Name Oprah Winfrey immer zwischen der Figur und dem Zuschauer steht. Das ist kein Vorwurf an ihre Leistung – es ist ein strukturelles Problem, wenn man Superstars in Charakterrollen castet.
Bewertung Hauptrollen: 7/10
Das Präsidentenpanorama – zwischen Geniestreich und Groteske
Hier wird es interessant – und ehrlich gesagt auch etwas komisch. Die Idee, bekannte Schauspieler als amerikanische Präsidenten einzusetzen, ist konzeptionell mutig. Das Ergebnis ist jedoch uneinheitlich bis zur Erschöpfung.
James Marsden als Kennedy funktioniert. Liev Schreiber als Johnson ist glaubwürdig rau. Aber John Cusack als Nixon? Das ist, mit Verlaub, eine Fehlbesetzung. Cusack ist ein talentierter Schauspieler – aber er besitzt nicht die dunkle Schwere, die Nixon auszeichnete. Er wirkt eher wie jemand, der Nixon in einer Schulaufführung spielt.
Alan Rickman als Ronald Reagan ist eine traurige Angelegenheit – traurig, weil man weiß, was Rickman hätte leisten können, und dann sieht, wie er in einem Kostüm steckt, das mehr nach Verkleidung als nach Charakterstudie aussieht. Robin Williams als Eisenhower ist gegen den Typ besetzt, was mutig klingt, aber das Ergebnis ist: ambivalent.
Jane Fonda als Nancy Reagan hingegen ist eine der wenigen Entscheidungen, die mutig ist und funktioniert – vielleicht gerade weil die Besetzung so provokant schien.
Die Nebendarsteller wie Clarence Williams III überzeugen in dem kurzen Raum, den sie bekommen. Colman Domingo leuchtet auf, wenn er erscheint, und man wünscht sich sofort mehr von ihm. Vanessa Redgrave macht aus ihrer kleinen Rolle mehr, als das Drehbuch verdient.
Cuba Gooding Jr. und Lenny Kravitz erfüllen ihre Funktion – nicht mehr, nicht weniger. Terrence Howard ist in einer Rolle, die nie wirklich das Potenzial des Schauspielers ausschöpft.
Mehr über ähnlich gelagerte historische Epen finden Sie im Artikel über die Besetzung von Vom Winde verweht.
Schauspieler zwischen Biografie und Typecasting
Wenn man sich die Filmografien der Beteiligten ansieht, fällt eines auf: Viele der Schauspieler in Der Butler werden immer wieder in ähnlichen historischen oder politischen Dramen eingesetzt. Forest Whitaker, David Oyelowo, Oprah Winfrey – sie alle kennen dieses Terrain. Das ist Stärke und Schwäche zugleich.
- Die Stärke: Sie wissen, wie man sich in solchen Stoffen bewegt.
- Die Schwäche: Man sieht manchmal den Routinebetrieb. Der Bürgerrechtsbewegungsfilm ist ein Genre mit klaren Konventionen, und es ist verlockend, sich in diesen Konventionen zu bewegen, anstatt sie herauszufordern.
Bei Der Butler passiert das gelegentlich – besonders in den Szenen rund um die Aktivisten, die manchmal mehr nach dramaturgischer Pflicht wirken als nach echtem Erzähldrang.
Das deutsche Synchronsprecher-Ensemble gibt dem Film eine eigene Textur – Manfred Lehmann leiht Forest Whitaker seine Stimme, was eine bewährte Kombination darstellt, die dem Film Würde verleiht.
Was bleibt nach zwei Stunden Weißes Haus?
Der Butler ist kein schlechter Film. Die Besetzung von Der Butler ist kein schlechtes Ensemble. Aber er ist ein Film, der weniger ist als die Summe seiner Teile – und das liegt an einem strukturellen Problem: Wenn man so viele Stars für so viele historische Figuren einsetzt, riskiert man, dass der Film zum Panoptikum wird statt zur Erzählung.
Forest Whitaker hält das Ganze zusammen. David Oyelowo gibt ihm elektrische Momente. Aber der Film ringt ständig mit seiner eigenen Ambition. Er will gleichzeitig persönliches Drama, historisches Epos und politischer Kommentar sein – und erfüllt keine dieser Rollen vollständig.
Die Laufzeit von etwa zwei Stunden fühlt sich an vielen Stellen gestreckt an. Das Produktionsjahr 2013 ist deutlich spürbar: Der Film hat eine bestimmte Oscar-Season-Ästhetik, die heute leicht gestrig wirkt.
Gesamtbewertung Besetzung: 7/10 – Talentiert, aber nicht so mutig, wie der Film glaubt, es zu sein.
Hollywood, Starpower und die Frage, ob das noch reicht
Es lohnt sich, einen Moment innezuhalten und über das nachzudenken, was Der Butler symptomatisch macht. Das Modell „großes Thema + großes Ensemble = großes Kino” funktioniert seltener, als Hollywood glaubt. Die Besetzung von Der Butler ist ein Paradebeispiel für dieses Denken.
Man engagiert Oprah Winfrey, Forest Whitaker, Robin Williams, Alan Rickman, Jane Fonda – und irgendwo in diesem Reigen bekannter Gesichter verliert sich die eigentliche Geschichte von Eugene Allen, dem echten Butler, dessen Leben den Film inspirierte. Das ist eine Form von Ironie, die man sich nicht ausdenken könnte: Ein Film über einen Mann, der sein Leben lang unsichtbar war und gesehen werden wollte, wird selbst unsichtbar gemacht durch die Strahlkraft seiner Schauspieler.
Das ist kein Vorwurf an die einzelnen Schauspieler. Es ist ein strukturelles Problem der Art, wie Hollywood dramatische Stoffe aufbereitet. Man vertraut der Geschichte nicht genug, also fügt man Stars hinzu. Man vertraut den Stars nicht genug, also fügt man mehr Stars hinzu. Am Ende hat man ein Tableau bekannter Gesichter – und fragt sich, wo Cecil Gaines geblieben ist.
Einen ähnlichen Blick auf amerikanische Gesellschaftsdramen mit starkem Cast wirft auch der Artikel über die Besetzung von Gran Torino.
FAQ: Besetzung von Der Butler
Wer spielt die Hauptrolle in Der Butler?
Forest Whitaker spielt Cecil Gaines, die fiktionalisierte Hauptfigur, basierend auf dem realen Butler Eugene Allen. Er trägt den Film mit kontrollierter Würde – auch wenn er manchmal zu zurückgenommen wirkt.
Wer sind die bekanntesten Schauspieler in Der Butler Cast?
Der Cast umfasst unter anderem Oprah Winfrey, David Oyelowo, Cuba Gooding Jr., Lenny Kravitz, Jane Fonda, John Cusack, Robin Williams, James Marsden, Liev Schreiber und Alan Rickman – ein außergewöhnlich prominentes Ensemble.
Wer ist der beste Schauspieler in Der Butler?
David Oyelowo als Louis Gaines ist nach Meinung vieler Kritiker die stärkste Leistung des Films – energiegeladen, emotional glaubwürdig und ohne die Manierismen, die andere Schauspieler zeigen.
Welche Präsidenten kommen in Der Butler vor und wer spielt sie?
Mehrere US-Präsidenten erscheinen: Robin Williams als Eisenhower, James Marsden als Kennedy, Liev Schreiber als Johnson, John Cusack als Nixon, Alan Rickman als Reagan und Jane Fonda als Nancy Reagan. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich.
Ist die Besetzung von Der Butler sehenswert?
Wenn man das Ensemble als Erlebnis betrachtet und keine homogene Qualität erwartet, ja. Wer ein konsistent überzeugendes Schauspielensemble sucht, wird an manchen Stellen enttäuscht werden – aber die Hauptrolle und einige Nebenfiguren rechtfertigen den Film.
Wer synchronisiert Forest Whitaker in Der Butler auf Deutsch?
Laut Synchronkartei-Quellen leiht Manfred Lehmann Forest Whitaker in der deutschen Fassung seine Stimme – eine bewährte Kombination, die dem Film im deutschen Sprachraum eine eigene Würde verleiht.



