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Besetzung von Auftrag Rache

Mel Gibson ist zurück. Zumindest war er das im Jahr 2010, als Auftrag Rache – Originaltitel: Edge of Darkness – in den deutschen Kinos anlief. Ein Thriller aus den USA, bei dem Martin Campbell die Regie übernahm, einem Mann, der zumindest wusste, wie man Spannung aufbaut. Die Handlung dreht sich um den Bostoner Polizisten Thomas Craven, dessen Tochter Emma Craven vor seinen Augen ermordet wird – was ihn in ein Labyrinth aus Verschwörung, Atomwaffen und Mord treibt. Klingt gut. Und die Besetzung von Auftrag Rache klingt auf dem Papier ebenfalls solide. Ob das Ensemble dann auch auf der Leinwand funktioniert? Eine andere Frage.

Das Drehbuch stammt von William Monahan und Andrew Bovell, die Produktion liegt unter anderem in den Händen von Graham King, Michael Wearing und Tim Headington. Die Kamera lieferte entsprechende Thriller-Ästhetik. Alles korrekt. Alles professionell. Und irgendwie auch alles ein bisschen vorhersehbar.

Wer steckt eigentlich hinter diesem Film?

Schauspieler Rolle Episoden / Jahr Bewertung (1–10) Kommentar
Mel Gibson Thomas Craven Film (2010) 7 Solider Wiedereinstieg, aber keine Offenbarung
Ray Winstone Darius Jedburgh Film (2010) 8 Der heimliche Retter des Films
Danny Huston Jack Bennett Film (2010) 6 Routiniert böse, wenig Tiefe
Bojana Novakovic Emma Craven Film (2010) 6 Zu wenig Leinwandzeit für echten Eindruck

Zwischen Comeback-Euphorie und nüchterner Realität

Reden wir ehrlich über das, was die Besetzung von Auftrag Rache eigentlich ist: ein Vehikel für Mel Gibsons Rückkehr ins Mainstream-Kino. Nach Jahren abseits der großen Produktionen brauchte Gibson einen Film, der ihm wieder Seriosität verleiht – und Auftrag Rache sollte genau das sein. Das Casting-Kalkül war also weniger künstlerisch motiviert als strategisch. Man nahm einen bekannten Namen, baute eine solide Crew drumherum und hoffte auf das Beste. Das ist kein Vorwurf, das ist Hollywood-Mechanismus – aber es lohnt sich, ihn beim Namen zu nennen.

Die Frage beim Casting war nie: „Wer ist die beste Wahl für Thomas Craven?” Die Frage war: „Wer macht diesen Film finanzierbar?” Das sind zwei sehr verschiedene Dinge. Und die Besetzung trägt diese Kompromisslogik manchmal leider sichtbar mit sich.

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Mel Gibson als Thomas Craven – Rückkehr ohne Triumph

Gibson spielt Thomas Craven mit der gereizten Melancholie eines Mannes, der weiß, dass er zu alt für diesen Unsinn ist – was in diesem Fall auch für den Schauspieler zutreffen könnte. Er ist glaubwürdig als Polizist, der seine Tochter verliert und zur Rache getrieben wird. Das emotionale Fundament sitzt. Wenn Gibson schweigt, funktioniert er am besten. Wenn er spricht – besonders in den dramatischeren Momenten – wirkt es gelegentlich wie jemand, der eine Rolle spielt, die er vor zwanzig Jahren mit mehr Überzeugung gespielt hätte.

Trotzdem: Er ist kein Totalausfall. Weit davon entfernt. Es ist ein ordentlicher Darsteller in einer ordentlichen Rolle. Nur wer eine Wiedergeburt eines Großen erwartet, wird enttäuscht.

Bewertung: 7/10

Die wahre Stärke sitzt rechts neben ihm

Und dann ist da Ray Winstone als Darius Jedburgh – und hier wird der Film plötzlich interessant. Winstone bringt eine Art lässige Bedrohlichkeit mit, die Gibson schlicht nicht erreicht. Jedburgh ist kein klassischer Bösewicht, kein klassischer Held – er ist eine moralisch verschwommene Figur, die im Thriller-Genre eigentlich selten so gut besetzt ist. Winstone spielt das mit einer Selbstverständlichkeit, die fast irritiert: Warum ist dieser Mann nicht Hauptdarsteller?

Danny Huston als Jack Bennett erfüllt seinen Zweck als Antagonist. Er ist elegant, kühl, überzeugend unmoralisch. Aber es fehlt ihm die eine Szene, die einen echten Schurken unvergesslich macht. Bojana Novakovic als Emma Craven hat kaum Zeit, etwas zu entwickeln – ihre Rolle ist strukturell darauf ausgelegt, tot zu sein, bevor der Film richtig beginnt. Das ist schade und deutet auf eine Schwäche im Drehbuch hin, nicht im Talent der Schauspielerin.

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Typecasting in seiner verlässlichsten Form

Schaut man auf die Karrieren der Schauspieler von Auftrag Rache, fällt eines auf: Überraschungen gibt es keine. Gibson spielt den rächenden Einzelgänger – wie gehabt. Winstone spielt den britischen Harten mit Grauzone – wie immer. Huston spielt den eleganten Schurken – wie üblich. Das ist kein Zufall, das ist Kalkül. Der Cast wurde ausgewählt, weil jeder Beteiligte eine Art Markenidentität mitbringt, die dem Publikum sofortige Orientierung gibt.

Das funktioniert im ActionDrama oft besser als riskante Besetzungen. Nur kauft man sich damit auch eine gewisse Vorhersehbarkeit ein, die dem Film schadet. Man weiß sehr früh, wer überlebt, wer stirbt und wer zweifelhaft bleibt – nicht wegen der Handlung, sondern wegen der Rollen, die diese Darsteller üblicherweise spielen.

Ein Ensemble, das gut genug ist – und nicht mehr

Die Synchronisation im deutschsprachigen Raum trägt ihren Teil dazu bei, wie der Cast wahrgenommen wird – wer sich für die deutschen Synchronsprecher interessiert, findet entsprechende Informationen in der Deutschen Synchronkartei. Die Qualität der Synchronarbeit ist dabei erfahrungsgemäß solide, ohne das Original vollständig ersetzen zu können.

Das Gesamtbild der Besetzung von Auftrag Rache ist das eines Films, der seinen Job macht. Das Ensemble funktioniert, die Chemie zwischen Gibson und Winstone trägt den Film über seine schwächeren Momente. Der Thriller ist glaubwürdig besetzt ohne bahnbrechend zu sein. Laufzeit, FSK und Genre sind im Einklang mit dem, was man erwartet. Ein Film, der im Regal zwischen Blu-ray und DVD seinen Platz findet – und beim Streaming heute noch gut funktioniert, ohne in Erinnerung zu brennen.

Mehr zum Thema Ensemble-Casting in verwandten Filmen finden Sie im Artikel über die Besetzung von Watchmen – Die Wächter.

Was dieser Film über das System verrät

Hier lohnt ein ehrlicher Blick auf den größeren Kontext: Auftrag Rache ist kein schlechter Film, aber er ist ein symptomatischer. Er zeigt, wie ein Studio einen Originaltitel wie Edge of Darkness – der auf einer britischen TV-Serie basiert – in ein verlässliches Produkt verwandelt, indem es bekannte Gesichter in bekannte Rollen steckt. Das Ergebnis ist kommerziell kalkuliert und künstlerisch begrenzt.

Das ist kein Phänomen von 2010 – es ist das Grundprinzip einer Industrie, die Risiken scheut und auf Wiedererkennungswert setzt. Mel Gibson als Zugpferd, Martin Campbell als bewährter Handwerker, ein Drehbuch von William Monahan, der nach The Departed das Vertrauen der Studios hatte. Jede Entscheidung war rational. Und genau darin liegt das Problem: Große Filme entstehen selten aus rationalen Entscheidungen allein.

Die Bewertung dieses Films fällt je nach Erwartungshaltung sehr unterschiedlich aus – wer einen soliden Thriller aus Boston erwartet, wird nicht enttäuscht. Wer mehr erwartet, schon.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in Auftrag Rache die Hauptrolle?

Mel Gibson spielt den Bostoner Polizisten Thomas Craven, dessen Tochter ermordet wird und der daraufhin in eine gefährliche Verschwörung gerät.

Wer spielt Darius Jedburgh in Auftrag Rache?

Ray Winstone übernimmt die Rolle des Darius Jedburgh – und ist dabei nach Meinung vieler Kritiker die stärkste Leistung des Films.

Wer ist Jack Bennett in Auftrag Rache?

Jack Bennett wird von Danny Huston gespielt – ein routinierter Antagonist, der seine Aufgabe solide, aber ohne besondere Tiefe erfüllt.

Wer spielt Emma Craven?

Emma Craven, die Tochter von Thomas Craven, wird von Bojana Novakovic gespielt. Die Rolle ist strukturell begrenzt, da Emma früh aus dem Film ausscheidet.

Lohnt sich Auftrag Rache wegen seiner Besetzung?

Ray Winstone allein ist ein guter Grund. Der Rest des Casts ist solide, ohne außergewöhnlich zu sein. Wer den Genre-Thriller mag, wird gut unterhalten – nicht mehr, nicht weniger.

Wer hat Regie bei Auftrag Rache geführt?

Martin Campbell führte Regie – ein Handwerker mit Erfahrung im Thriller-Genre, der das Ensemble professionell, aber uninspiriert in Szene setzt.

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