Es gibt Filme, bei denen man sich fragt, ob das Casting aus künstlerischen Überzeugungen getroffen wurde – oder ob schlicht Namen gebraucht wurden, die das Projekt verkaufbar machen. BlacKkKlansman, Spike Lees bitterböse Krimifilm-Drama-Mischung aus dem Jahr 2018, fällt irgendwo in die Mitte. Die Geschichte eines schwarzen Polizisten, der den Ku-Klux-Klan infiltriert, ist so bizarr und real, dass sie eigentlich kein Casting braucht, das sie aufwertet. Und doch: Der Spielfilm liefert interessante Momente – aber eben auch einige, bei denen man sich leise fragt, ob es wirklich die beste Entscheidung war. Die Besetzung von BlacKkKlansman ist solide. Manchmal mehr. Selten weniger. Aber selten wirklich aufregend.
Wer trägt diesen Film eigentlich – ein Überblick
Bevor wir uns in die Details verlieren, zunächst die sachliche Übersicht. Was die Besetzung von BlacKkKlansman angeht, hier die wichtigsten Darsteller und Rollen im Überblick:
| Schauspieler | Rolle | Episoden / Jahr | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| John David Washington | Ron Stallworth | Film (2018) | 8 | Überzeugend, charismatisch – aber manchmal zu glatt |
| Adam Driver | Flip Zimmerman | Film (2018) | 9 | Der eigentliche Anker des Films |
| Topher Grace | David Duke | Film (2018) | 7 | Überraschend effektiv in einer undankbaren Rolle |
| Laura Harrier | Patrice Dumas | Film (2018) | 6 | Zu wenig Raum, zu wenig Tiefe |
| Corey Hawkins | Kwame Ture | Film (2018) | 7 | Kurz aber eindrucksvoll |
| Ryan Eggold | Felix Kendrickson | Film (2018) | 6 | Solides Handwerk, keine Überraschungen |
Regie: Spike Lee. Drehbuch: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott u.a. Kamera: Chayse Irvin. Schnitt: Barry Alexander Brown. Musik: Terence Blanchard. Produktion: USA. Verleih: Universal Pictures. Auszeichnung: Grand Prix bei den Filmfestspielen Cannes 2018, Oscar für das Drehbuch. FSK: 12. Laufzeit: 135 Minuten.
Wenn ein Name nicht ausreicht – die Gesamtbewertung des Casts
Seien wir ehrlich: Spike Lee hat einen Film gedreht, der auf dem Papier fast unmöglich zu verderben ist. Die wahre Geschichte hinter BlacKkKlansman ist derart absurd und erschütternd zugleich, dass selbst ein mittelmäßiger Cast kaum schaden könnte. Was Lee tatsächlich zusammengestellt hat, ist aber besser als das – wenn auch nicht so brillant, wie manche Kritiker behaupten.
Das Casting folgt einer erkennbaren Logik: Nimm einen weitgehend unbekannten Hauptdarsteller (John David Washington), umgib ihn mit einem zuverlässigen Charakterdarsteller (Adam Driver), würze mit einem überraschenden Gegenbesetzungs-Coup (Topher Grace als David Duke) – und hoffe, dass das Ganze mehr wird als die Summe seiner Teile. Meistens funktioniert das. Die Blackkklansman Besetzung hat zweifellos ihre Momente.
Allerdings: Originalität sieht anders aus. Lee bedient sich hier aus einem Pool von Darstellern, die in Hollywood längst bekannt und berechenbar sind. Der Mut, echte Außenseiter zu besetzen, die wirklich überraschen, fehlt weitgehend. Wer den BlacKkKlansman Cast kritisch betrachtet, erkennt ein gut geöltes Maschinchen – aber keine Revolution.
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Washington und Driver – Talent trifft auf Kalkulation
John David Washington als Ron Stallworth
John David Washington als Ron Stallworth ist die zentrale Figur der Besetzung von BlacKkKlansman – und er macht seine Sache gut. Sohn von Denzel, das weiß hier jeder, und man kann sich des Eindrucks nicht ganz erwehren, dass dieser Name beim Casting eine Rolle gespielt hat. Ist das unfair? Vielleicht. Aber es wäre naiv, es zu ignorieren.
Washington bringt Stallworth eine natürliche Lässigkeit mit, die dem Film gut tut. Er ist nie unangenehm, nie wirklich aufdringlich – aber auch selten wirklich überraschend. Die Szenen, in denen er am Telefon den weißen Polizisten mimt, tragen eine komödiantische Qualität in sich, die Washington solide nutzt. Aber die emotionalen Tiefen, die dieser Charakter eigentlich verdient hätte, kratzt er nur an der Oberfläche.
Adam Driver als Flip Zimmerman
Adam Driver als Flip Zimmerman ist, und das sage ich ungern, da ich Drivers manchmal anstrengend selbstbewusstes Auftreten kenne, die eigentliche Stärke des Films. Driver spielt den jüdischen Undercover-Polizisten mit einer kontrollierten Spannung, die den Film immer wieder aus seiner gelegentlichen Selbstgefälligkeit rettet. Die Szenen, in denen Zimmerman direkt mit den KKK-Mitgliedern interagiert, gehören zu den stärksten des gesamten Spielfilms. Driver weiß genau, wann er zurückhalten und wann er loslassen muss.
Die Chemie zwischen Washington und Driver funktioniert – nicht wegen überwältigender schauspielerischer Chemie, sondern weil die beiden Schauspieler professionell genug sind, sich gegenseitig Raum zu lassen. Das ist nicht dasselbe wie echte Kino-Magie. Aber es reicht.
Bewertung der Hauptrollen: 8/10
Einen ähnlich kritischen Blick auf ein Ensemble finden Sie in unserem Artikel über die Besetzung von Black Christmas.
Zwischen Funktion und Füllmaterial – die Nebenrollen
Hier wird es interessanter – und ehrlicher. Die Nebenrollen im BlacKkKlansman Cast sind das klassische Problem des modernen amerikanischen Kinos: zu viele Figuren, zu wenig Zeit, zu viel Beliebigkeit.
Topher Grace als David Duke
Topher Grace als David Duke ist die eigentliche Überraschung. Grace, den viele vor allem aus That ’70s Show kennen und der sich seitdem in einem Karrierelimbus befand, spielt den KKK-Anführer mit einer beunruhigenden Normalität. Er ist nicht der grölende Rassist aus dem Lehrbuch – er ist der freundliche Nachbar, der zufällig eine Hasspropaganda-Organisation leitet. Das ist effektiv. Das ist sogar beunruhigend gut.
Laura Harrier als Patrice Dumas
Laura Harrier als Patrice Dumas hat das klassische Problem der weiblichen Nebenrolle in einem von Männern dominierten Film: Sie bekommt nicht genug Raum. Harrier spielt die Rolle mit Würde und erkennbarem Einsatz, aber Spike Lee hat ihr schlicht zu wenig gegeben, um wirklich zu leuchten. Eine vertane Chance.
Corey Hawkins als Kwame Ture
Corey Hawkins als Kwame Ture taucht kurz auf und hinterlässt einen Eindruck. Kurze Auftritte, die funktionieren – das kann auch eine Kunst sein.
Ryan Eggold als Felix Kendrickson
Ryan Eggold als Felix Kendrickson erledigt seinen Job. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist keine Kritik an Eggold als Schauspieler – es ist eine Kritik an einem Drehbuch, das diese Figur nie wirklich interessant macht.
Ein Blick in die Karrieren – Typecasting oder echte Wahl?
Der BlacKkKlansman Schauspieler Washington wurde nach diesem Film zu einem anerkannten Namen – seine Karriere nahm Fahrt auf. Dass dies mit seiner Herkunft zusammenhängt, ist zumindest diskutierbar. Driver hingegen war bereits auf dem Weg zur A-Liste und hat diese Rolle genutzt, um sein Spektrum zu erweitern. Das ist der Unterschied zwischen einem Schauspieler, der einen Film braucht, und einem Schauspieler, der einem Film gibt.
Topher Grace’ Casting ist der mutigste Griff des Films. Hier widersteht Lee dem Impuls, einen offensichtlich unsympathischen Charakterdarsteller zu nehmen – und wählt stattdessen jemanden, den das Publikum instinktiv als harmlos wahrnimmt. Das ist cleveres Denken hinter dem Casting.
Laura Harrier wiederum kämpft gegen das Typecasting der „schönen und klugen Begleitfigur” an – und verliert diesen Kampf, nicht weil sie schlecht ist, sondern weil die Blackkklansman Rollen für Frauen strukturell zu dünn geschrieben sind.
Mehr über Filme, die ähnliche historische Themen behandeln, erfahren Sie im Artikel über die Besetzung von Der Butler.
Ein Film, der mehr kann als sein Cast – die Gesamtwirkung
Die Besetzung von BlacKkKlansman ist im Endeffekt angemessen für einen Spike-Lee-Film, der ohnehin von seiner Regie, seinem Rhythmus und seiner politischen Wucht lebt – und weniger von schauspielerischer Brillanz. Lee braucht Werkzeuge, keine Ausnahmekünstler. Und die hat er bekommen.
Das Ensemble funktioniert als Ganzes besser als in seinen Einzelteilen. Die Chemie ist professionell, nicht leidenschaftlich. Die Realismuskette hält, auch wenn sie manchmal bedenklich knarrt – insbesondere in den Momenten, in denen die Figuren zu sehr zu Symbolen und zu wenig zu Menschen werden.
Der Film hat seinen Grand Prix bei den Filmfestspielen Cannes zu Recht bekommen – aber der ging an Lee und sein Team, nicht primär an das Ensemble. Und das ist, wenn man ehrlich ist, auch korrekt.
Das Streaming-Zeitalter und die Mittelmäßigkeit der Zufriedenheit
Hier möchte ich kurz innehalten und das größere Bild betrachten. Wir leben in einer Ära, in der Streaming-Plattformen so viel Inhalt produzieren, dass die Qualitätsschwelle systematisch abgesenkt wurde. BlacKkKlansman ist kein Streaming-Produkt – er ist ein echter Kinospielfilm mit echter Produktion und echtem Anspruch. Und genau deshalb ist er so wertvoll.
Aber selbst hier merkt man den Druck: Bekannte Namen werden eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu generieren. Adam Driver, der nach Star Wars zur Kassenmarke wurde. Topher Grace, der als Nostalgie-Faktor funktioniert. John David Washington, der mit seinem Nachnamen mehr Türen öffnet als mit seiner Filmografie.
Das ist die Wahrheit des modernen Kinos: Casting ist oft Marketing. Die Blackkklansman Schauspieler sind gut – einige sogar sehr gut. Aber man fragt sich, ob Lee in einer anderen Industrie noch mutigere Entscheidungen getroffen hätte. Ob er unbekannte Gesichter gewählt hätte, die wirklich überraschen.
Stattdessen bekommt man ein verlässliches, gut zusammengestelltes, manchmal brillantes Ensemble – und das Gefühl, dass da noch mehr möglich gewesen wäre.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt in BlacKkKlansman die Hauptrolle?
John David Washington spielt Ron Stallworth, den schwarzen Polizisten, der den KKK infiltriert. Adam Driver spielt seinen Partner Flip Zimmerman.
Wer hat bei BlacKkKlansman Regie geführt?
Spike Lee hat den Film inszeniert. Das Drehbuch stammt unter anderem von Charlie Wachtel, David Rabinowitz und Kevin Willmott.
Hat BlacKkKlansman Preise gewonnen?
Ja. Der Film gewann den Grand Prix bei den Filmfestspielen Cannes 2018 und erhielt einen Oscar für das Drehbuch.
Wer ist die schwächste Leistung in der Besetzung von BlacKkKlansman?
Laura Harrier als Patrice Dumas wird am meisten von einem unterdurchschnittlich geschriebenen Charakter eingeschränkt – was weniger an ihr als an den Rollen liegt, die Frauen in diesem Film bekommen haben.
Ist die Besetzung von BlacKkKlansman sehenswert?
Ja, vor allem Adam Driver und Topher Grace rechtfertigen das Eintrittsgeld. Washington ist solide. Der Film ist insgesamt mehr als die Summe seines Casts.
Wo kann man BlacKkKlansman sehen?
Der Film ist über verschiedene Plattformen abrufbar, unter anderem bei Amazon. Ursprünglich wurde er von Universal Pictures verlegt.



