Es gibt Momente im Kino, in denen man sich fragt, ob Hollywood wirklich keine neuen Ideen mehr hat – oder ob man einfach aufgehört hat, danach zu suchen. Die Nackte Kanone kehrt 2025 auf die Leinwand zurück, diesmal als Remake unter der Regie von Akiva Schaffer, und bringt mit sich ein Cast, das auf dem Papier glänzt, in der Praxis aber mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Liam Neeson als neuer Frank Drebin? Pamela Anderson in einer tragenden Rolle? Man muss kein eingefleischter Filmkritiker sein, um zumindest leise Zweifel anzumelden. Die Besetzung von Die Nackte Kanone ist das, was man wohlwollend als „mutig” und ehrlicher als „riskant” bezeichnen würde. Ob das Experiment aufgeht, lässt sich diskutieren – und genau das werden wir hier tun.
Die Besetzung von Die Nackte Kanone – viel Durchschnitt, wenig Glanz
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Leslie Nielsen war Frank Drebin. Punkt. Der Mann hat diese Rolle mit einer Mischung aus totpokerfacernstem Spiel und absurder Komik erfunden, die bis heute unerreicht ist. Wenn man das Original kennt – und wer den Klassiker von 1988 liebt, kennt es auswendig – dann schaut man auf den neuen Cast automatisch mit einer gewissen Skepsis. Das ist fair. Das ist menschlich.
Der neue Film, der 2025 in die deutschen Kinos kommt und von Paramount Pictures produziert wird, versucht gar nicht erst, das Original zu kopieren. Es ist eine Fortsetzung, kein direktes Remake – zumindest dem Anspruch nach. Die Besetzung setzt auf bekannte Gesichter statt auf echtes komödiantisches Risikokapital. Liam Neeson ist ein Weltstar. Pamela Anderson ist eine Ikone. Kevin Pollak und Paul Walter Hauser sind solide Charakterdarsteller. Aber solide ist nicht dasselbe wie brilliant. Und bekannt ist nicht dasselbe wie passend.
Das grundsätzliche Problem: Für eine Parodie – und Die Nackte Kanone ist im Kern immer eine Action-Komödie gewesen, die sich selbst auf die Schippe nimmt – braucht man Schauspieler mit einem bestimmten Timing. Einem Gespür für den genauen Moment, in dem der Witz landet oder nicht. Das lässt sich nicht mit Ruhm ersetzen. Leider scheint das Casting mehr auf Zugkraft an der Kinokasse als auf komödiantische Finesse ausgerichtet zu sein.
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Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Liam Neeson | Frank Drebin Jr. | 6/10 | Solide, aber man sieht den Action-Star durch die Komödienmaske |
| Pamela Anderson | Pamela Anderson (sie selbst / tragende Rolle) | 6/10 | Selbstironie funktioniert – bis sie nicht mehr funktioniert |
| Kevin Pollak | Nebenrolle | 5/10 | Zuverlässig, aber kaum in Erinnerung bleibend |
| Paul Walter Hauser | Nebenrolle | 7/10 | Die positivste Überraschung im Cast |
| Celia Weston | Nebenrolle | 5/10 | Routiniert, aber ohne besonderen Abdruck |
Die Hauptdarsteller im kritischen Blick
Liam Neeson als Frank Drebin Jr.
Lassen wir uns nichts vormachen: Liam Neeson wurde weltberühmt durch ernste, gewichtige Rollen. Schindler’s Liste. Michael Collins. Und dann natürlich die endlose Reihe von Taken-Filmen, in denen er jeden Bösewicht mit monoton tiefer Stimme zur Strecke bringt. Er ist ein Schwergewicht – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.
Als Frank Drebin Jr. in der neuen Nackte Kanone tritt er in die Fußstapfen einer Legende. Die Rolle ist keine direkte Fortsetzung von Nielsens Frank Drebin, sondern dessen Sohn – eine kluge Entscheidung der Drehbuchautoren, die sich damit etwas Spielraum verschaffen. Neeson darf also seinen eigenen Drebin entwickeln, ohne sich direkt messen lassen zu müssen.
Das Problem: Neeson ist als Komiker erkennbar bemüht. Man sieht ihm an, dass er die Komödie ernst nimmt – zu ernst, vielleicht. Das Deadpan-Spiel, das Nielsen zur Perfektion brachte, erfordert eine bestimmte Leichtigkeit, eine Unfähigkeit, sich selbst zu wichtig zu nehmen. Neeson ist zu präsent, zu bewusst. Er spielt den Witz, anstatt ihn einfach zu sein.
Gibt es positive Momente? Ja. Wenn Neeson sich fallen lässt und aufhört, „Liam Neeson in einer Komödie” zu sein, blitzen Momente auf, die funktionieren. Aber diese Momente sind zu selten, um das Gesamtbild zu kippen.
Bewertung: 6/10
Pamela Anderson
Die Verpflichtung von Pamela Anderson ist ein Casting-Entscheid, der sich mehr nach einem kulturellen Kommentar anfühlt als nach einer echten kreativen Entscheidung. Nach ihrem gefeierten Comeback durch die Hulu-Dokumentation und den Pamela-Anderson-Renaissance-Moment der vergangenen Jahre ist sie wieder präsent – und das nutzt der Film bewusst aus.
Anderson spielt – soweit aus den Quellen hervorgeht – eine Rolle, die stark mit ihrer eigenen öffentlichen Persona verknüpft ist. Die Selbstironie ist offensichtlich und durchaus reizvoll. Anderson hat bewiesen, dass sie sich selbst nicht zu ernst nimmt, und das ist in einer Parodie ein echter Vorteil.
Das Aber: Selbstironie allein trägt keine Filmrolle. Wenn der Witz darin besteht, dass Pamela Anderson „Pamela Anderson” spielt, dann ist das nach dem dritten Mal ausgereizt. Die Frage ist, ob der Film genug hat, um über diesen einen Gag hinaus zu bestehen – und ob Anderson die schauspielerische Bandbreite mitbringt, um das aufzufangen. Die Antwort ist: teilweise.
Bewertung: 6/10
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Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?
Paul Walter Hauser – der heimliche Gewinner
Wenn überhaupt jemand im Cast positiv überrascht, dann ist es Paul Walter Hauser. Der amerikanische Charakterdarsteller, bekannt aus Filmen wie Richard Jewell, bringt eine Energie mit, die dem Film guttut. Hauser hat das seltene Talent, gleichzeitig komisch und glaubwürdig zu sein – eine Qualität, die in diesem Genre unverzichtbar ist.
Er ist nicht der Star des Films, und das spielt ihm in die Karten. Nebenrollen bieten in Komödien oft mehr Freiheit als die Hauptrolle, und Hauser nutzt diese Freiheit. Er ist der einzige Schauspieler im Cast, bei dem man das Gefühl hat, er hätte wirklich Spaß – nicht den gespielten Spaß eines Werbevideos, sondern echten, unkontrollierten Spaß.
Bewertung: 7/10
Kevin Pollak – verlässlich, aber unsichtbar
Kevin Pollak ist ein Name, den Cineasten kennen und schätzen. Er hat eine lange Karriere voller solider Nebenrollen hinter sich. In Die Nackte Kanone tut er, was er immer tut: Er ist da, er spielt seine Szenen sauber, und er fällt nicht unangenehm auf. Das ist das Höchste der Gefühle, das man für diese Performance aufbringen kann.
Pollak ist der Typ Schauspieler, der eine Produktion stabilisiert, ohne ihr Feuer zu geben. Für eine Komödie, die auf Chaos und Energie angewiesen ist, ist das eine zweischneidige Qualität.
Bewertung: 5/10
Celia Weston – Routine pur
Celia Weston ist eine erfahrene Charakterdarstellerin, die in Hollywood seit Jahrzehnten feste Größe ist. In Die Nackte Kanone macht sie ihren Job. Nicht mehr, nicht weniger. Ihre Szenen funktionieren im Kontext, hinterlassen aber keinen bleibenden Eindruck.
Bewertung: 5/10
Filmografie – und immer wieder das Gleiche?
Schauen wir uns die Filmografien der Hauptdarsteller an, wird ein Muster sichtbar, das man aus Hollywood so kennt wie das Popcorn im Kino.
Liam Neeson
- Taken
- The Grey
- Memory
- Schindler’s Liste
- Michael Collins
Seine Verpflichtung für Die Nackte Kanone wirkt weniger wie eine künstlerische Entscheidung als wie ein bewusster Versuch, das Image aufzubrechen. Das ist lobenswert. Ob es gelingt, ist eine andere Frage.
Pamela Anderson
Nach Jahren in der Popkultur-Versenkung hat Anderson ein Comeback hingelegt, das mehr mit öffentlicher Wahrnehmung als mit schauspielerischer Entwicklung zu tun hat. Ihre Beteiligung an Die Nackte Kanone passt in dieses Bild: Es geht um Symbol, um Statement, um Metaebene. Das kann funktionieren – muss es aber nicht.
Paul Walter Hauser
- I, Tonya
- Richard Jewell
Er ist der einzige im Hauptcast, dessen Filmografie eine klare Aufwärtskurve zeigt. Er entwickelt sich. Das ist selten, und das sollte anerkannt werden.
Kevin Pollak
Pollak ist seit Jahrzehnten derselbe Kevin Pollak. Das ist keine Kritik – es ist eine Beobachtung. Manche Schauspieler finden früh ihre Nische und besetzen sie dauerhaft. Er ist einer davon.
Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung
Die ehrliche Antwort lautet: teilweise.
Die Besetzung von Die Nackte Kanone funktioniert als Marketing-Strategie besser als als künstlerisches Ensemble. Die Namen ziehen. Liam Neeson bringt Fans mit. Pamela Anderson generiert Klicks und Schlagzeilen. Das ist Kalkül, kein Casting – und der Unterschied ist spürbar.
Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern ist das vielleicht größte Fragezeichen. Komödien, insbesondere Parodien, leben von einem Ensemble, das sich gegenseitig die Bälle zuspielt. Das erfordert Vertrauen, Timing und – man kann es nicht anders nennen – Kompatibilität. Ob Neeson und Anderson dieses Timing entwickeln, hängt stark davon ab, wie gut Regisseur Akiva Schaffer seinen Cast geführt hat.
Regie spielt hier eine entscheidende Rolle. Schaffer, bekannt aus dem Lonely Island-Kosmos und als einer der Saturday Night Live-Regisseure, bringt durchaus komödiantische Credentials mit. Er weiß, wie Humor funktioniert. Die Frage ist, ob er seinen Cast in die richtige Richtung lenken konnte oder ob die Stardome der Beteiligten das Ruder übernommen haben.
Was bleibt: Police Squad und das originale Die Nackte Kanone haben die Latte unfair hoch gelegt. Jeder Vergleich wird dieses Remake/diese Fortsetzung benachteiligen. Das ist nicht zwingend fair – aber es ist die Realität, mit der sich dieser Film konfrontiert sieht.
Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht
Hier liegt der eigentliche Elefant im Raum, und wir sollten ihn ansprechen: Die Ansprüche an schauspielerische Leistungen sind gesunken. Nicht dramatisch, nicht über Nacht – aber spürbar.
Streaming hat das Konsumverhalten verändert. Filme werden heute oft auf einem Laptop geschaut, zwischen zwei anderen Tabs, während man nebenbei scrollt. In diesem Kontext muss eine Performance nicht brillant sein – sie muss nur ausreichend sein. Ausreichend, um nicht abzulenken. Ausreichend, um den Plot voranzutreiben.
Das klingt zynisch, weil es zynisch ist. Aber es erklärt, warum Paramount Pictures bei einem Film wie Die Nackte Kanone auf Bekanntheit statt auf komödiantische Präzision setzt. Bekannte Gesichter verkaufen Trailer. Bekannte Gesichter generieren Aufmerksamkeit beim Kinostart. Ob der zweite Akt wirklich funktioniert, ist sekundär.
Liam Neeson ist kein Komiker – aber er ist Liam Neeson. Das reicht für ein Wochenend-Opening. Pamela Anderson ist keine Charakterdarstellerin – aber sie ist eine Ikone. Das reicht für Schlagzeilen.
Und das ist vielleicht das Tristeste an der ganzen Besetzung von Die Nackte Kanone: nicht dass die Schauspieler schlecht wären, sondern dass man gar nicht erst versucht hat, die besten für die Rolle zu finden. Man hat die bekanntesten genommen. Und in einem System, das Klicks über Kritik stellt, ist das eine vollkommen rationale Entscheidung.
Die deutschen Synchronsprecher werden übrigens laut Synchronkartei noch eine eigene Herausforderung darstellen – das komödiantische Timing einer Parodie in einer anderen Sprache zu reproduzieren ist eine Kunst für sich, die im Deutschen traditionell mit gemischtem Erfolg umgesetzt wird. Auch hier: hoffen und beten.
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Häufig gestellte Fragen
Wer spielt in Die Nackte Kanone (2025) die Hauptrolle?
Liam Neeson spielt Frank Drebin Jr., den Sohn der von Leslie Nielsen verkörperten Originalfigur. Eine mutige Wahl – ob es eine gute Wahl ist, darüber lässt sich trefflich streiten.
Wer ist der beste Schauspieler in Die Nackte Kanone?
Auf Basis des verfügbaren Castings: Paul Walter Hauser. Er bringt echte komödiantische Energie mit und ist der einzige, bei dem man das Gefühl hat, er gehört wirklich in diesen Film.
Was macht Pamela Anderson in Die Nackte Kanone?
Anderson übernimmt eine tragende Rolle, die offenbar stark mit ihrer eigenen Persona verknüpft ist. Die Selbstironie funktioniert – zumindest bis zu einem gewissen Punkt.
Lohnt sich Die Nackte Kanone für Fans des Originals?
Mit gedämpften Erwartungen: vielleicht. Wer Leslie Nielsen und die Police Squad-Ära als heilig betrachtet, wird enttäuscht werden. Wer einfach eine unterhaltsame Action-Komödie sucht, könnte seine Freude haben.
Wie sind die deutschen Synchronsprecher?
Dazu liegen noch keine detaillierten Informationen vor. Erfahrungsgemäß ist die Qualität der deutschen Synchronsprecher bei Komödien ein echtes Glücksspiel – das Timing, das im Original funktioniert, geht in der Übersetzung oft verloren.
Wann ist der Kinostart von Die Nackte Kanone 2025?
Der Film kommt 2025 in die deutschen Kinos. Der genaue Kinostart-Termin sollte auf aktuellen Kinoportalen wie Cinestar oder über offizielle Paramount Pictures-Kanäle überprüft werden.



