Prequel, Nostalgie, Lykaner-Romantik – und mittendrin ein Cast, der zwischen echtem Können und Fantasy-Pflichterfüllung pendelt. Underworld – Aufstand der Lykaner erzählt die Vorgeschichte zur bekannten Vampir-gegen-Werwolf-Saga und liefert dabei eine Besetzung, die auf dem Papier respektabel wirkt. Ob die Schauspieler dem Film tatsächlich Leben einhauchen oder ihn nur dekorativ bevölkern – das ist eine andere Frage. Spoiler: Es ist kompliziert.
Wer steckt eigentlich in diesen Kostümen?
Bevor man urteilt, sollte man wissen, mit wem man es zu tun hat. Hier ein Überblick über den Cast von Underworld – Aufstand der Lykaner:
| Schauspieler | Rolle | Episoden / Jahr | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| Michael Sheen | Lucian | Film (2009) | 8 | Der einzige, der wirklich brennt |
| Rhona Mitra | Sonja | Film (2009) | 7 | Überzeugend, aber untergeschrieben |
| Bill Nighy | Viktor | Film (2009) | 7 | Kalt, böse, routiniert |
| Steven Mackintosh | Tanis | Film (2009) | 5 | Blass und funktional |
| Kevin Grevioux | Raze | Film (2009) | 6 | Markant, aber eindimensional |
| David Aston | Barabbas | Film (2009) | 4 | Dekoratives Inventar |
| Sophia Myles | — | Film (2009) | — | Kurze Erscheinung, kaum Wirkung |
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Ein Prequel, das sich auf Altbewährtes verlässt – und dabei fast zu bequem wird
Das grundlegende Problem mit dem Cast von Underworld – Aufstand der Lykaner ist kein Mangel an Talent. Es ist ein Mangel an Risikobereitschaft. Regisseur Patrick Tatopoulos – der vom Produktionsdesigner zum Regisseur aufgestiegene Neuling – hat sich bei der Besetzung auf Gesichter verlassen, die man bereits aus der Underworld-Reihe kannte. Das ist verständlich aus Marketingsicht. Aus künstlerischer Sicht ist es die sichere, etwas langweilige Wahl.
Das Drehbuch schreibt Figuren vor, die entweder edel leiden oder eisig herrschen. Die Vampire bleiben Vampire, die Lykaner bleiben Lykaner. Hier wäre ein Cast nötig gewesen, der gegen das Material spielt – der Nuancen dort einbringt, wo das Drehbuch Klischees bevorzugt. Stattdessen bekommt man solides Handwerk. Und manchmal – just manchmal – ein bisschen mehr.
Michael Sheen und Rhona Mitra: Wenn zwei Darsteller einen Film am Leben halten
Michael Sheen als Lucian
Man muss fair sein: Michael Sheen als Lucian ist eine Offenbarung. Nicht weil die Rolle neu oder originell wäre – der tragische Werwolf-Anführer, der für Freiheit kämpft und liebt, ist ein Archetyp so alt wie die Fantasy selbst. Sondern weil Sheen diesen Archetyp mit einer Intensität spielt, die man in diesem Genre schlicht nicht erwartet. Er schreit, er leidet, er flüstert – und man glaubt ihm jedes Mal. In einer Welt aus CGI-Lykaner und Kunstblut wirkt er erschreckend echt.
Rhona Mitra als Sonja
Rhona Mitra als Sonja ist die zweite tragende Säule. Sie übernimmt eine Rolle, die Kate Beckinsale ursprünglich ablehnte – und man merkt, dass Mitra beweisen will, dass sie die richtige Wahl war. Sie hat Haltung, sie hat Präsenz. Was sie nicht hat, ist genug Screentime, um die Liebesgeschichte zwischen Sonja und Lucian so zu entwickeln, dass man beim unvermeidlichen Ende wirklich erschüttert ist. Das Drehbuch lässt sie im Stich, nicht ihre Leistung.
Bewertung Hauptensemble: 7/10
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Die Randfiguren: Zwischen Kulissenfüller und angenehmer Überraschung
Bill Nighy als Viktor
Bill Nighy als Viktor weiß genau, was er tut. Er hat diese Rolle schon gespielt – im ersten und zweiten Teil der Underworld-Reihe – und er verfeinert sie hier zur eiskalten Perfektion. Viktor ist Tyrann, Patriarch und Antagonist in einer Person. Nighy gibt ihm eine aristokratische Kälte, die funktioniert. Mehr nicht. Er überrascht niemanden mehr.
Kevin Grevioux als Raze
Kevin Grevioux als Raze ist eine der markantesten physischen Erscheinungen im Film. Seine tiefe Stimme, seine Statur – das passt. Aber sein Charakter bleibt so eindimensional wie eine Blaupause: der loyale Recke ohne inneres Leben.
Steven Mackintosh als Tanis
Steven Mackintosh als Tanis bleibt so blass, dass man sich beim Zuschauen fragt, ob er weiß, in welchem Film er gerade mitspielt. Kein Vorwurf an den Schauspieler – die Rolle gibt schlicht nichts her.
Die eigentliche Überraschung? Es gibt keine. Was man sieht, ist was man bekommt. Solide Darsteller in einem Film, der keine echten Überraschungen will.
Typecast bis zur Erschöpfung – oder: Wer hier schon immer derselbe war
Michael Sheen hat nach seiner Rolle als Lucian in der Underworld-Reihe eine bemerkenswerte Karriere gemacht – von Frost/Nixon bis Masters of Sex. Man sieht in seiner Arbeit hier bereits das Potenzial, das er anderswo ausschöpfen sollte. Umso trauriger, dass er in dieser Produktionswelt auf „epischer Werwolf” reduziert wird.
Bill Nighy wiederum ist einer der berühmtesten Darsteller desselben Charaktertyps in Hollywood: der vornehme, leicht überlegene Antagonist in historisch angehauchtem Setting. Von Pirates of the Caribbean bis hier – Nighy spielt sich selbst, und er tut es meisterhaft. Aber man beginnt sich zu fragen, ob er je wirklich gefordert wird.
Rhona Mitra hat nach diesem Film nie die Karriere gebaut, die dieser Auftritt hätte anstoßen können. Das ist schade und symptomatisch für ein Genre, das Schauspielerinnen als dekorative Kämpferinnen verwaltet, nicht als Menschen entwickelt.
Einen ähnlichen Blick auf Typecast-Problematiken und Creature-Feature-Ensembles wirft unser Artikel über die Besetzung von Prey.
Kein echter Funken, aber ein respektables Handwerk
Wenn man den gesamten Cast von Underworld – Aufstand der Lykaner betrachtet, bleibt eine gemischte Bilanz. Sheen und Mitra erzeugen Wärme in einer kalten Vampir-Mythologie. Nighy liefert das Böse mit gewohnter Präzision. Aber die Chemie zwischen den Figuren bleibt merkwürdig distanziert – als hätten alle Schauspieler in verschiedenen Filmen gespielt und man hätte ihre Szenen hinterher zusammengeschnitten.
Die Liebesgeschichte zwischen Lucian und Sonja – das emotionale Herzstück des Prequels – zieht an, aber sie reißt nicht mit. Dafür fehlt es an gemeinsamen Momenten, an Zwischentönen, an Szenen, die über Action und Exposition hinausgehen. Fantasy und Horror brauchen Emotion als Fundament. Hier ist das Fundament solide, aber nicht tief genug.
Das Ensemble als Ganzes ist kompetent. Und Kompetenz ist in einem Blockbuster-Franchise nicht nichts. Aber sie ist auch nicht genug, um wirklich in Erinnerung zu bleiben.
Das Franchise-Kalkül: Wenn Produktion wichtiger ist als Persönlichkeit
Es gibt einen Moment in jedem großen Franchise, in dem man merkt: Die Schauspieler dienen der Marke, nicht umgekehrt. Underworld – Aufstand der Lykaner ist genau dieser Moment in der Underworld-Reihe. Das Drehbuch ist auf Lückenfüllung ausgelegt – es erklärt die Vorgeschichte, setzt Marker, befriedigt Fans. Die Darsteller sind Vehikel für diese Exposition.
Das ist kein Problem, das mit besserem Casting lösbar wäre. Es ist ein strukturelles Problem der Produktion selbst. Patrick Tatopoulos als Regisseur hat mehr Erfahrung mit Creature-Design als mit Charakterführung – und das merkt man. Die Lykaner sehen gut aus. Die Menschen in diesen Kostümen sind weniger sorgfältig gestaltet.
Die Streaming- und DVD-Welt hat dieses Modell perfektioniert: Erkennbare Gesichter, bekannte Namen, sichere Marken. Originalsprache hin oder her – der internationale Markt belohnt keine Risikobereitschaft beim Casting. Er belohnt Wiedererkennbarkeit. Underworld – Aufstand der Lykaner bedient diesen Markt mit Disziplin. Ob das gut ist für das Kino als Kunstform, ist eine andere Frage – eine, die das Franchise nicht stellen will.
FAQ: Besetzung von Underworld – Aufstand der Lykaner
Wer spielt die Hauptrolle in Underworld – Aufstand der Lykaner?
Michael Sheen spielt Lucian, den Anführer der Lykaner und zentralen Protagonisten des Films. Rhona Mitra spielt Sonja, die Vampir-Tochter von Viktor und Lucians große Liebe.
Ist Michael Sheen in allen Underworld-Filmen dabei?
Nein. Sheen spielt Lucian in der Underworld-Reihe, ist aber nicht in allen Teilen präsent. In Aufstand der Lykaner trägt er den Film als klare Hauptfigur.
Wer spielt Viktor in Underworld – Aufstand der Lykaner?
Bill Nighy übernimmt erneut die Rolle des Vampir-Fürsten Viktor – kalt, kontrolliert und so routiniert wie man es von ihm erwartet.
Ist Rhona Mitra ein Ersatz für Kate Beckinsale?
Funktional betrachtet: ja. Mitra übernimmt die weibliche Hauptrolle, die in früheren Teilen Beckinsale innehatte. Sie macht ihre Sache gut – bekommt aber vom Drehbuch weniger zu tun, als sie verdient hätte.
Lohnt sich der Film trotz seiner Schwächen beim Casting?
Für Fans der Underworld-Reihe: ja. Für alle anderen: nur wenn man Sheen beim Brennen zusehen will – was für sich genommen schon ein Grund sein kann.
Wie ist der Cast im Vergleich zu den anderen Underworld-Filmen?
Aufstand der Lykaner hat das solideste Ensemble der Reihe, vor allem dank Sheen. Was ihm fehlt, ist die ikonische Energie von Beckinsale im Original. Prequel-Logik: Man erklärt die Vergangenheit, ohne die Gegenwart zu übertreffen.



