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Besetzung von Space Force

Steve Carell verlässt Scranton, zieht einen Militäranzug an und soll Amerika zurück auf den Mond bringen. Klingt nach einer vielversprechenden Prämisse für eine Netflix-Serie – und tatsächlich hat Space Force beim Start 2020 einige Aufmerksamkeit erregt. Die US-Serie von Schöpfer Greg Daniels (ja, der Mann hinter The Office) versammelt einen Cast, der auf dem Papier beeindruckend wirkt: Carell, John Malkovich, Lisa Kudrow, Ben Schwartz. Was könnte schiefgehen?

Ziemlich viel, wie sich herausstellt.

Die Fernsehserie dümpelt irgendwo zwischen ambitioniertem Satire-Anspruch und lauwarmem Workplace-Comedy-Durchschnitt. Und die Besetzung? Eine gemischte Angelegenheit. Einige Schauspieler retten das Schiff, andere versenken es aktiv, und wieder andere sitzen einfach nur mit auf dem Boot, ohne groß aufzufallen. Ich habe beide Staffeln gesehen. Ich habe Meinungen.

Die Besetzung von Space Force – viel Durchschnitt, wenig Glanz

Man muss dem Casting von Space Force eines lassen: Es ist nicht uninspiriert. Namen wie Malkovich und Kudrow zu verpflichten, zeigt zumindest, dass Netflix Geld in die Hand genommen hat. Aber da liegt auch schon das Problem: Bekannte Gesichter sind kein Ersatz für gutes Drehbuch und klare Figurenentwicklung.

Steve Carell spielt im Grunde eine leicht modifizierte Version von Michael Scott – diesmal in Uniform. John Malkovich wirkt, als würde er sich halb langweilen und halb amüsieren. Und der Rest des Casts? Solide Fernsehhandwerker, die ihre Zeilen aufsagen, ihre Reaktionsshots abliefern und nach Hause gehen.

Was fehlt, ist echte Schärfe. Die Besetzung von Space Force hätte eine bissige politische Satire ermöglichen können – ein Cast voller Charakterdarsteller, die wirklich in die Tiefe gehen. Stattdessen bekommt man eine Workplace-Comedy-Besetzung, die zu brav ist, um wirklich zu provozieren. Einzelne positive Überraschungen gibt es dennoch – dazu später mehr.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Steve Carell General Mark Naird 6/10 Bekannte Carell-Mechanismen, kaum Neues
John Malkovich Dr. Adrian Mallory 7/10 Klarer Höhepunkt des Casts – underused
Ben Schwartz F. Tony Scarapiducci 5/10 Nervtötend komisch – aber gewollt? Unklar
Lisa Kudrow Maggie Naird 5/10 Zu wenig Screentime, verschwendetes Talent
Diana Silvers Erin Naird 5/10 Sympathisch, aber eindimensional
Tawny Newsome Angela Ali 6/10 Einer der frischeren Charaktere
Jimmy O. Yang Dr. Chan Kaifang 6/10 Mehr Potenzial als genutzt wird
Noah Emmerich General Kick Grabaski 5/10 Funktional, austauschbar
Don Lake Brad Gregory 5/10 Solide Nebenrolle, nichts Besonderes
Patrick Warburton Captain Peterson 5/10 Typisches Warburton-Gesicht, typische Warburton-Rolle

Die Hauptdarsteller im kritischen Blick

Steve Carell als General Mark Naird

Es gibt einen Moment in der ersten Episode, in dem Carell mit diesem verwirrten, leicht überforderten Blick in die Kamera schaut – und man denkt unweigerlich: Michael Scott in Uniform. Das ist kein Kompliment.

Carell ist ein talentierter Comedian und hat in Filmen wie Foxcatcher bewiesen, dass er deutlich mehr kann. Aber in Space Force fällt er in alte Muster zurück. General Naird ist ein Mann, der das Richtige will, aber ständig scheitert – das kennen wir. Die Figur hat Momente echter Verletzlichkeit, besonders in den Szenen mit seiner Tochter Erin, aber insgesamt fehlt die Überraschung. Man sieht jeden Beat kommen, bevor Carell ihn spielt.

Was funktioniert: seine Timing-Komik ist nach wie vor präzise. Was nicht funktioniert: die Tiefe der Figur bleibt über zwei Staffeln und mehrere Folgen hinweg erstaunlich flach. Naird bleibt eine Skizze, kein vollständiger Mensch.

Bewertung: 6/10

John Malkovich als Dr. Adrian Mallory

Hier ist der eigentliche Star der Serie – und das Tragische ist, dass die Produktion das offenbar nicht begriffen hat.

Malkovich spielt den wissenschaftlichen Berater der Space Force mit trockenem Witz, echtem Timing und einer müden Eleganz, die perfekt zu einer Satire über Bürokratie und Inkompetenz passt. Wenn er spricht, hört man zu. Wenn er schweigt, schaut man hin. Er ist der einzige Darsteller im Cast, der das Gefühl vermittelt, er könnte jederzeit etwas tun, das man nicht erwartet.

Das Problem: die Serie weiß nicht, was sie mit ihm anfangen soll. Er wird zur Reaktionsfigur degradiert, zum klugen Mann, der den Unsinn um sich herum kommentiert. Das reicht für gute Momente, aber nicht für eine wirklich ausgearbeitete Figur.

Bewertung: 7/10

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Barry.

Ben Schwartz als F. Tony Scarapiducci

Ben Schwartz macht genau das, was Ben Schwartz immer macht: er redet schnell, gestikuliert viel und ist laut. Als PR-Direktor der Space Force ist er per Definition ein nerviger Charakter – die Frage ist nur, ob das Design oder ein Versehen ist.

Nach zwei Staffeln bin ich mir immer noch nicht sicher. Schwartz liefert seine Rolle technisch sauber ab, aber die Figur ermüdet schnell. Es gibt kaum Entwicklung, kaum Überraschungen. Wer ihn aus Parks and Recreation kennt, bekommt hier mehr vom Gleichen – in einem schlechteren Umfeld.

Bewertung: 5/10

Lisa Kudrow als Maggie Naird

Lisa Kudrow ist ein gutes Beispiel dafür, wie man Talent in einer Serie verschwenden kann. Ihre Figur sitzt zu Beginn im Gefängnis, taucht sporadisch auf und wird nie wirklich erklärt oder entwickelt. Kudrow macht das Beste daraus – sie hat Timing, sie hat Präsenz – aber das Drehbuch lässt sie schlicht nicht arbeiten.

In Staffel 2 bekommt sie etwas mehr Raum, was beweist, dass das Potenzial da war. Dass man es zwei Jahre lang nicht genutzt hat, ist eine der ärgerlichsten Entscheidungen dieser Netflix-Serie.

Bewertung: 5/10

Diana Silvers als Erin Naird

Silvers spielt Nairds Tochter und ist technisch kompetent. Die Figur ist sympathisch, der Coming-of-Age-Subplot nicht uninteressant. Aber mehr als eine solide Nebenrolle ist Erin Naird nicht – sie reagiert auf die Erwachsenen um sie herum, ohne eigene dramatische Schubkraft zu entwickeln.

Bewertung: 5/10

Tawny Newsome als Angela Ali

Newsome ist eine der angenehmen Überraschungen der Serie. Als Pilotin Angela Ali bringt sie Energie und Glaubwürdigkeit in eine Figur, die leicht hätte zur Klischeehelden-Figur werden können. Sie hat echten Charm und gutes Timing. Mehr davon hätte der Serie gutgetan.

Bewertung: 6/10

Jimmy O. Yang als Dr. Chan Kaifang

Yang ist charmant, klar. Aber seine Figur bleibt seltsam unfertig. Als Wissenschaftler mit Herz hat er einige der besseren komischen Momente der ersten Staffel, aber die Serie hat keine klare Idee, wohin sie mit ihm will. Für sein Talent wird er unterschätzend eingesetzt.

Bewertung: 6/10

Einen ähnlichen Blick auf verschenktes Potenzial wirft auch der Artikel über die Besetzung von 11.22.63 – Der Anschlag.

Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?

Der Rest des Casts liefert das, was man von einem Netflix-Workplace-Comedy-Cast erwartet: professionelle Mittelmäßigkeit.

Noah Emmerich als General Kick Grabaski ist der klassische Antagonisten-Typ – breite Schultern, knapper Blick, wenig Text. Er funktioniert, ist aber in jeder anderen US-Serie genauso austauschbar eingesetzt worden. Dass man einen Darsteller seiner Qualität auf eine funktionale Nebenrolle reduziert, sagt einiges über die Ambition des Projekts.

Don Lake als Brad Gregory ist der treue Assistent, der immer einen Schritt hinter Carell läuft und milde Pointen abliefert. Er macht seinen Job. Nicht mehr, nicht weniger.

Patrick Warburton ist Patrick Warburton. Wer seine Arbeit kennt, weiß, was kommt: der große, stoische Typ mit leicht dumpfem Humor. Als Captain Peterson macht er – Überraschung – genau das. Typecasting in Reinform.

Die positive Überraschung liegt eher in der Summe: Die Nebenrollen funktionieren als Ensemble passabel. Sie stören nicht, sie beeindrucken nicht. In einer besseren Serie hätten einzelne von ihnen glänzen können.

Filmografie – und immer wieder das Gleiche?

Wenn man die Filmografien der Hauptdarsteller betrachtet, fällt eines auf: Space Force ist für die meisten von ihnen kein Risiko.

Steve Carell

  • The Office – Durchbruch als Michael Scott
  • Foxcatcher – Beweis für dramatisches Potenzial
  • Space Force – Schritt zurück in bekanntes Terrain

Nach The Office hat Carell jahrelang versucht, sich neu zu erfinden – mit wechselndem Erfolg. Space Force wirkt wie ein Rückzug ins Vertraute. Sicheres Territorium statt kreativer Risikobereitschaft.

John Malkovich

  • Jahrzehntelange Karriere als hochintelligente, leicht distanzierte Figuren mit Weltmüdigkeit
  • Space Force – handwerklich tadellos, filmografisch vollkommen überraschungslos

Ben Schwartz

  • Parks and Recreation
  • Sonic the Hedgehog
  • Space Force

Die Figuren wechseln, das Spielprinzip bleibt gleich: nervöser, schnell redender Komiker.

Lisa Kudrow

  • Friends – bis heute ihr bekanntestes Werk
  • Space Force – setzt die Tradition fort, Kudrow zu unterschätzen und unterzubesetzen

Was die Synchronsprecher der deutschen Fassung betrifft: Die Synchronkartei verzeichnet die entsprechenden Besetzungen für diese US-Serie, die für den deutschen Markt lokalisiert wurde. Grundsätzlich ist die Synchronarbeit solide – die Qualität der deutschen Stimmen kann den Figuren aber nicht mehr geben, als das Original hergibt.

Weitere Einblicke in Casting-Entscheidungen bei Produktionen mit namhaften Schauspielern bietet der Artikel über die Besetzung von Kingsman.

Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung

Kurze Antwort: Leidlich.

Die Chemie zwischen Carell und Malkovich funktioniert am besten – der überforderte Optimist und der müde Realist sind ein komisches Paar, das echtes Potenzial hat. Wenn diese beiden Figuren aufeinandertreffen, hat Space Force seine stärksten Momente.

Die restliche Besetzung von Space Force agiert dagegen oft isoliert. Newsome und Yang haben untereinander gute Szenen, aber das Ensemble findet nie wirklich zusammen. Es wirkt wie eine Ansammlung von Figuren in denselben Räumen, nicht wie ein wirklich funktionierendes Ensemble.

Die Glaubwürdigkeit leidet außerdem darunter, dass niemand wirklich wie jemand wirkt, der in einer Militärorganisation arbeitet. Das ist natürlich gewollt – es ist eine Comedy – aber der Satire fehlt der Biss, der nötig wäre, um das zu rechtfertigen. Zum Vergleich: Veep hatte eine Besetzung, die ihre politische Satire tatsächlich trug. Space Force tut so, als würde es dasselbe versuchen, und liefert dann doch nur eine zahme Workplace-Comedy ab.

Das Cast hebt die Serie nicht auf ein anderes Niveau. Es verhindert lediglich, dass sie vollständig versinkt.

Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht

Das ist die unbequeme Wahrheit hinter Space Force – und hinter einer ganzen Reihe ähnlicher Netflix-Produktionen: Im Streaming-Zeitalter reicht es aus, bekannte Gesichter zu versammeln.

Die Logik ist simpel. Carell auf dem Thumbnail, Malkovich im Trailer – schon sind die Klickzahlen gesichert. Ob die Serie tatsächlich das Beste aus diesem Talent herausholt, ist sekundär. Die Kennzahlen zählen Stunden, keine Qualität.

Das verändert den kreativen Anreiz fundamental. Warum ein Risiko eingehen mit unbekannten Darstellern, die wirklich in eine Figur hineinwachsen können? Warum eine Besetzung zusammenstellen, die wirklich überrascht? Der Markt belohnt das nicht zuverlässig – er belohnt Wiedererkennungswert.

Greg Daniels hat das mit The Office einmal anders gemacht. Damals hatte er einen Cast, der gemeinsam wuchs, der in seiner Uncoolness echt wirkte. Space Force fühlt sich an wie der Versuch, dieselbe Magie mit größerem Budget zu replizieren – und beweist damit nur, dass Budget kein Ersatz für Mut ist.

Die Serie ist ein Symptom: In einer Welt, in der Staffel 1 und Staffel 2 bereits vor der Veröffentlichung finanziert werden, in der Folgen halb fertig erscheinen und Serien nach einer Episode abgebrochen werden, braucht man keinen großartigen Cast. Man braucht einen verkaufbaren Cast.

Das ist der eigentliche Unterschied. Und er erklärt vieles.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Space Force

Wer spielt in Space Force die Hauptrolle?

Steve Carell spielt General Mark Naird, den Vier-Sterne-General, der die neu gegründete Space Force der US-Armee leiten soll. Er ist der zentrale Darsteller der Serie, auch wenn John Malkovich oft der interessantere Schauspieler von beiden ist.

Wer ist der beste Schauspieler in Space Force?

Ohne Zögern: John Malkovich als Dr. Adrian Mallory. Er bringt Trockenwitz, Timing und eine echte Präsenz mit, die die meisten anderen Darsteller in der Serie nicht erreichen. Schade, dass das Drehbuch ihn zu wenig nutzt.

Wo kann man Space Force streamen?

Die Serie ist auf Netflix verfügbar. Beide Staffeln sind dort abrufbar.

Lohnt sich Space Force wegen der Besetzung?

Das ist die schwierigste Frage. Für Malkovich-Fans: ja, zumindest Staffel 1. Für alle anderen: Es gibt bessere Möglichkeiten, zwei Stunden pro Woche zu verbringen. Die Besetzung von Space Force ist zu gut für die Durchschnittlichkeit der Serie – aber zu schlecht genutzt, um darüber hinwegzutäuschen.

Hat Space Force eine Staffel 3 bekommen?

Netflix hat nach Staffel 2 keine weitere Staffel bestellt. Die Serie wurde eingestellt – was angesichts der sinkenden Begeisterung nicht überraschend kam.

Wie gut sind die deutschen Synchronsprecher?

Die Synchronkartei verzeichnet die Besetzung der deutschen Fassung. Die Synchronarbeit ist professionell und unauffällig – was bei dieser Serie bedeutet: Sie passt zum Rest.

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