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Besetzung von Der Geschmack von Rost und Knochen

Es gibt Filme, die man sieht und sofort vergisst. Und dann gibt es Filme wie Der Geschmack von Rost und Knochen – auf Französisch De rouille et d’os – die sich in die Netzhaut brennen, ob man will oder nicht. Der französische Regisseur Jacques Audiard lieferte 2012 ein hartes, ehrgeiziges Drama, das auf den Kurzgeschichten von Craig Davidson basiert und beim Cannes Filmfestival für Aufsehen sorgte. Die Geschichte dreht sich um zwei beschädigte Menschen: Stéphanie, eine Orca-Trainerin, die nach einem Unfall mit einem Killerwal beide Beine verliert, und Ali, ein mittelloser Schläger, der langsam so etwas wie Menschlichkeit entdeckt. Behinderung, Prothesen, Armut – Audiard inszeniert das mit einer Rohheit, die manchmal erschöpft und manchmal beeindruckt.

Aber was ist ein Film ohne seinen Cast? Die Besetzung von Der Geschmack von Rost und Knochen ist das Thema, das uns heute beschäftigt – und die Antwort fällt, wie so oft, gemischter aus, als die Festspielatmosphäre rund um den Film vermuten ließ.

Die Besetzung von Der Geschmack von Rost und Knochen – viel Durchschnitt, wenig Glanz

Wenn man sich die Besetzung dieser Produktion genauer ansieht, merkt man schnell: Hier tragen vor allem zwei Namen das gesamte Gewicht. Marion Cotillard und Matthias Schoenaerts sind die Säulen, auf denen dieser Spielfilm ruht – und ehrlich gesagt ist das eine riskante Konstruktion. Der Rest des Casts ist solide, stellenweise brav, aber selten aufregend.

Das Casting selbst ist nachvollziehbar, aber nicht unbedingt überraschend. Cotillard war 2012 längst ein Weltstar, ihre Nominierung schien fast selbstverständlich. Schoenaerts hatte gerade mit Rundskop international auf sich aufmerksam gemacht und wurde hier als rauer Diamant vermarktet. Das funktioniert – bis zu einem gewissen Grad. Originalität sieht anders aus. Die Schauspieler in den Nebenrollen wirken oft wie Staffage, Figuren, die existieren, damit die Hauptdarsteller jemanden haben, gegen den sie spielen können.

Das Produktionsland Frankreich liefert wie üblich ein ensemble-freundliches Umfeld, und die Kinofassung profitiert davon. Trotzdem bleibt der Eindruck: Audiard wusste genau, wen er wollte – und alles andere wurde nebenbei erledigt.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Anatomie d’une Chute – einem weiteren französischen Drama, das mit ähnlicher Schärfe gespielt wird.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung (1–10) Kommentar
Marion Cotillard Stéphanie 8/10 Körperlich und emotional mutig, aber gelegentlich zu kalkuliert
Matthias Schoenaerts Ali 7/10 Überzeugend roh, doch die Figur bleibt eindimensional
Armand Verdure Sam 5/10 Kindliche Unschuld ohne echte Tiefe
Céline Sallette Louise 5/10 Solide, aber vollständig austauschbar
Corinne Masiero Anna 6/10 Der einzige Nebencharakter mit echter Textur
Bouli Lanners Martial 5/10 Funktioniert, hinterlässt keinen Eindruck

Die Hauptdarsteller im kritischen Blick

Marion Cotillard als Stéphanie

Man muss Marion Cotillard lassen: Sie zieht die Sache durch. Die Rolle der Stéphanie – einer Frau, die nach dem Orca-Unfall ihre Beine verliert und lernen muss, ihren Körper neu zu bewohnen – verlangt körperliche Präsenz, emotionale Verletzlichkeit und eine gewisse Kälte. Cotillard liefert das. Die Szenen mit den Prothesen, das mühsame Wiederentdecken des eigenen Körpers, die rohe Sexualität ohne Sentimentalität – das ist gutes Handwerk.

Aber – und hier kommt das Aber, das bei Cotillard nie ganz verschwindet – man sieht ihr manchmal zu deutlich zu, wie sie spielt. Es gibt Momente, in denen die Leinwand förmlich flüstert: “Schau her, ich bin Marion Cotillard und ich lege meine Seele bloß.” Das ist keine Katastrophe, aber es ist der Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Ergebnis. Die Filmkritik war zumeist begeistert, und die Nominierungen folgten auf dem Fuß – Cannes war gnädig. Ich bin es weniger.

Bewertung: 8/10

Matthias Schoenaerts als Ali

Matthias Schoenaerts spielt Ali mit einer Physis, die einschüchtert. Der Mann sieht aus wie eine Bedrohung – und das ist keine Kleinigkeit, wenn man einen Charakter verkörpern soll, der zwischen brutaler Direktheit und schüchterner Zuneigung schwankt. Der belgische Schauspieler war nach Rundskop ein heißes Eisen im europäischen Drama, und Audiard nutzte das clever.

Das Problem ist die Figur selbst. Ali ist konstruiert. Er ist der Archetyp des schweigsamen, kaputtgegangenen Mannes, der durch die Liebe – oder zumindest durch den Körper einer Frau – wieder zusammenfindet. Das ist kein besonders originelles Konzept, und Schoenaerts gibt ihm nicht die Nuancen, die man sich wünschen würde. Er ist präsent, ja. Er füllt den Raum aus, ja. Aber es fehlt das Innenleben. Ali bleibt letztlich eine Silhouette, hinter der man immer wieder vergeblich nach etwas sucht, das einen wirklich überrascht.

Bewertung: 7/10

Einen ähnlich kritischen Blick auf ein anderes intensives Drama-Cast lohnt sich: Besetzung von Beast – auch dort stellt sich die Frage, ob die Hauptdarsteller das Gewicht alleine tragen können.

Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?

Kommen wir zur Wahrheit über die Nebenrollen der Besetzung von Der Geschmack von Rost und Knochen: Die meisten von ihnen existieren, um den Hauptfiguren einen Spiegel vorzuhalten. Das ist dramaturgisch legitim, künstlerisch aber wenig ambitioniert.

Corinne Masiero als Anna – Alis Schwester – ist die positive Überraschung. Sie bringt eine Erdigkeit mit, die dem Film gut steht. Wenn Masiero auf der Leinwand ist, atmet das Drama durch; sie verkörpert eine Erschöpfung, die echt wirkt. Kein Overacting, kein Unterstreichen. Eine der wenigen Figuren, bei der man das Gefühl hat, sie hätte auch außerhalb dieser Geschichte ein Leben.

Céline Sallette als Louise bleibt dagegen blass. Die Figur ist funktional, die Darstellerin macht ihre Arbeit ordentlich – aber mehr auch nicht. Kein Moment, der hängenbleibt.

Bouli Lanners als Martial ist ähnlich: präsent, verlässlich, vergesslich. Er füllt seinen Platz aus, ohne ihn zu formen.

Und dann ist da noch Armand Verdure als Sam – der Junge in der Geschichte. Kindliche Unschuld ist immer riskant im Drama, weil sie schnell in Kitsch kippt. Hier bleibt man knapp diesseits der Grenze, aber wirklich nur knapp.

Filmografie – und immer wieder das Gleiche?

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Karrieren der Hauptbeteiligten – und stellen uns die obligatorische Frage: Wiederholen sich diese Schauspieler eigentlich nur?

Marion Cotillard

  • La Vie en Rose
  • Zwei Tage, eine Nacht
  • Hollywood-Ausflüge in Blockbuster-Franchises
  • Der Geschmack von Rost und Knochen

Marion Cotillard ist eine der interessantesten und gleichzeitig frustrierendsten Figuren des gegenwärtigen europäischen Drama-Kinos. Sie kann alles. Und doch schleicht sich der Verdacht ein, dass sie bestimmte Muster wiederholt: die leidende, starke Frau. Die Frau, die bricht und sich wieder zusammensetzt. Das ist ihr Terrain, und sie verteidigt es zuverlässig.

Matthias Schoenaerts

  • Rundskop (Bullhead)
  • Der Rücken der Welt
  • Diverse englischsprachige Produktionen
  • Der Geschmack von Rost und Knochen

Matthias Schoenaerts hat seit diesem Film eine ordentliche internationale Karriere gemacht. Das Muster ist ähnlich: der schweigsame Hüne mit dem verletzten Kern. Man fragt sich irgendwann, ob das Typecasting ist oder schlicht das, was er am besten kann. Vielleicht beides.

Corinne Masiero

  • Konsequente Arbeit im französischen Kino und Fernsehen
  • Oft in Nebenrollen, die mehr verdienen würden als sie bekommen

Corinne Masiero arbeitet konsequent im französischen Kino und Fernsehen. Ihr Fall ist exemplarisch für das Schicksal guter Charakterdarsteller im zeitgenössischen Spielfilm.

Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung

Ja – aber mit Abstrichen. Die Besetzung von Der Geschmack von Rost und Knochen trägt den Film, weil Cotillard und Schoenaerts zusammen eine Energie erzeugen, die man nicht einfach wegdiskutieren kann. Die Chemie zwischen den beiden ist roh, körperlich, mitunter unbequem – und das ist genau das, was Audiards Regie hier braucht.

Aber die Trotz gilt: Der Cast funktioniert vor allem deshalb, weil die Hauptdarsteller stark genug sind, um die Schwächen der Nebenrollen zu übertünchen. Das ist keine Teamleistung, das ist eine Zweierschaft, die den Rest mitschleift. Und wenn man ehrlich ist, gibt es Momente – besonders in der zweiten Hälfte der Kinofassung –, wo die fehlende Tiefe der Nebencharaktere wie ein Loch im Stoff des Films wirkt.

Trotzdem: Die Geschichte, die Regie, das Drehbuch und das Hauptdarsteller-Duo sorgen dafür, dass der Film funktioniert. Die Chemie stimmt, auch wenn sie manchmal berechnet wirkt.

Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht

Hier möchte ich einen Moment innehalten und etwas sagen, das niemand gerne hört: Das Niveau, das wir heute im Drama akzeptieren – sei es im Kino oder in der wachsenden Streaming-Industrie –, ist erschreckend niedrig geworden.

Wir leben in einer Ära, in der ein bekanntes Gesicht wichtiger ist als eine starke Leistung. Marion Cotillard in einem Film = Ticket verkauft. Matthias Schoenaerts mit entblößtem Oberkörper = internationaler Verleih gesichert. Das klingt zynisch, aber es ist die Wahrheit. Die Streaming-Plattformen haben diesen Trend verschlimmert. Inhalte werden schneller konsumiert, Schauspieler schneller verbraucht. Die Anforderung an Tiefe sinkt, weil der Zuschauer nicht mehr im Kino sitzt und wirklich zuschaut – er scrollt nebenbei, er schaut auf einem Bildschirm, der in seiner Hosentasche passt. Was bleibt, ist der Eindruck, nicht die Nuance.

Mehr darüber, wie sich diese Entwicklung auf die Filmbranche auswirkt, lesen Sie im Artikel: Warum immer mehr Kinofilme direkt auf Streamingplattformen erscheinen.

Der Geschmack von Rost und Knochen stammt aus einer Zeit – 2012, Cannes, Kinostart in Deutschland, seriöser Verleih, FSK-Freigabe, echte Debatte über das Drama –, in der das Kino noch etwas riskieren durfte. Heute würde ein Film wie dieser wahrscheinlich auf einer Plattform landen, als “anspruchsvoll” beworben werden, und nach einer Woche vergessen sein. Das sagt mehr über uns als über den Cast.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in Der Geschmack von Rost und Knochen die Hauptrolle?

Die beiden Hauptrollen spielen Marion Cotillard (als Stéphanie) und Matthias Schoenaerts (als Ali). Sie tragen das gesamte dramatische Gewicht des Films – und das meistens überzeugend.

Wer ist der beste Schauspieler im Cast von Der Geschmack von Rost und Knochen?

Trotz gelegentlicher Berechnung ist Marion Cotillard die stärkste Leistung des Films. Ihre körperliche Darstellung der Behinderung und des Wiederaufbaus ist mutig und handwerklich beeindruckend. Corinne Masiero in der Nebenrolle verdient ebenfalls Erwähnung.

Welche Schauspieler liefern eine enttäuschende Leistung?

“Enttäuschend” ist vielleicht zu hart – aber Céline Sallette und Bouli Lanners bleiben weit unter ihren Möglichkeiten. Ihre Figuren sind funktional, aber austauschbar. Kein Moment, der nachwirkt.

Lohnt es sich, Der Geschmack von Rost und Knochen zu sehen?

Ja – aber mit realistischen Erwartungen. Es ist kein makelloser Film, und der Cast trägt Unebenheiten. Aber als hartes, ehrliches Drama über Verlust, Körper und Klasse ist er sehenswert. Audiards Regie macht vieles wett, was das Ensemble nicht ganz schafft.

Auf welchem Originaltitel basiert der Film?

Der Originaltitel lautet De rouille et d’os, auf Deutsch Der Geschmack von Rost und Knochen. Er basiert auf Kurzgeschichten des kanadischen Autors Craig Davidson.

Ist der Film auf DVD oder Blu-ray erhältlich?

Ja, der Film ist sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray verfügbar – unter anderem bei bekannten deutschen Anbietern. Die Bildqualität der Blu-ray-Fassung tut den eindringlichen Bildern gut.

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