Brennpunkt24 ist werbefinanziert, und alle Inhalte auf der Website sind als Werbung zu betrachten.

Besetzung von Black Christmas

Es gibt Horrorfilme, bei denen man bereits nach zehn Minuten weiß, wie das Ganze endet – nicht weil die Handlung so vorhersehbar wäre, sondern weil man die Gesichter kennt. Black Christmas ist so ein Fall. Ob die Version von 2006 unter der Regie von Glen Morgan oder die Neuverfilmung von 2019 unter Sophia Takal: Beide Male beschleicht einen das Gefühl, dass das Casting-Büro weniger nach schauspielerischer Tiefe gesucht hat, sondern eher nach Wiedererkennungswert. Und ja, es gibt Unterschiede – aber keiner davon ist besonders aufregend.

Der ursprüngliche Black Christmas von Bob Clark aus dem Jahr 1974 gilt als Meilenstein des Slasher-Genres. Was danach kam, sind Neuverfilmungen, die sich mehr auf bekannte Gesichter verlassen als auf handwerkliches Können. Das Ergebnis: ein Cast, der ordentlich aussieht auf dem Poster, aber selten unter die Oberfläche kommt.

Die Besetzung von Black Christmas – viel Durchschnitt, wenig Glanz

Fangen wir mit der ehrlichen Einschätzung an: Die Besetzung von Black Christmas – sowohl 2006 als auch 2019 – ist das, was man im Branchenslang “solid enough” nennen würde. Nicht katastrophal, aber auch nicht besonders mutig. Glen Morgan setzte 2006 auf eine Reihe von Gesichtern, die damals aus TV-Serien bekannt waren: Katie Cassidy, Michelle Trachtenberg, Mary Elizabeth Winstead, Lacey Chabert. Namen, die man kennt. Namen, die Klicks generieren. Namen, die nicht unbedingt für schauspielerische Meisterleistungen bekannt sind.

Das Black Christmas Cast von 2006 liest sich wie eine Zusammenstellung von Teenager-Dramen und WB-Network-Nostalgie. Alle hübsch, alle jung, alle austauschbar. Das Casting funktioniert auf der Ebene des Horrorfilms – schöne Gesichter in Gefahr – aber es fehlt die Verwundbarkeit, die echte Spannung erzeugt.

Die Neuverfilmung 2019 mit Imogen Poots, Aleyse Shannon, Lily Donoghue und Cary Elwes versucht einen anderen Ansatz: mehr Message, mehr Bewusstsein. Was dabei auf der Strecke bleibt? Glaubwürdigkeit. Cary Elwes karikiert sich selbst beinahe, und der Rest des Ensembles wirkt wie aus einem gut gemeinten, aber schlecht ausgeführten Social-Media-Manifest.

Kurz gesagt: Die Castingentscheidungen beider Versionen spiegeln das wieder, was mit dem Horrorfilm im Allgemeinen nicht stimmt – Sichtbarkeit vor Substanz.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Black Christmas (2006)

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Katie Cassidy Kelli Presley 6/10 Solide Hauptdarstellerin, aber wenig Tiefe
Michelle Trachtenberg Melissa Kitt 5/10 Bekanntes Gesicht, vorhersehbare Performance
Mary Elizabeth Winstead Heather Fitzgerald 7/10 Die Überraschung im Cast – zeigt echtes Talent
Lacey Chabert Dana Mathis 5/10 Typecasting in Reinform
Crystal Lowe Lauren Hannon 5/10 Funktioniert, aber bleibt blass
Oliver Hudson Kyle Autry 5/10 Austauschbare Nebenrolle
Kristen Cloke Leigh Colvin 6/10 Erfahrener als der Rest, merkt man

Black Christmas (2019)

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Imogen Poots Hawthorne 6/10 Bemüht, aber der Film lässt sie im Stich
Aleyse Shannon Kris 5/10 Eindimensional trotz guter Absichten
Lily Donoghue Marty 5/10 Kaum Profil, kaum Erinnerungswert
Cary Elwes Professor Gelson 4/10 Wirkt wie eine Selbstparodie

Die Hauptdarsteller im kritischen Blick

Katie Cassidy als Kelli Presley (2006)

Katie Cassidy war 2006 frisch aus dem TV-Serienuniversum und hatte das, was Horrorfilme suchen: ein attraktives Gesicht, das gut schreit. Als Kelli Presley verkörpert sie die klassische Überlebende – vernünftig, reaktionsfähig, moralisch integer. Soweit, so generisch.

Das Problem: Man glaubt ihr nicht wirklich. Ihre Reaktionen sind kalibriert, nicht organisch. Sie liefert ab, was das Drehbuch verlangt – nicht mehr und nicht weniger. Für einen Horrorfilm reicht das. Für einen guten Film? Kaum.

Bewertung: 6/10

Michelle Trachtenberg als Melissa Kitt (2006)

Trachtenberg hatte nach Buffy und Gossip Girl das nötige Fanbase-Kapital. Was sie mitbrachte: den typischen Blick des überforderten Teenagers. Was fehlte: Varianz. Ihre Melissa Kitt ist eine Figur, die sterben soll, und das weiß man von Minute eins. Trachtenberg spielt sie pflichtbewusst, aber ohne jede Überraschung.

Bewertung: 5/10

Mary Elizabeth Winstead als Heather Fitzgerald (2006)

Hier ist die ehrliche Überraschung des Films. Winstead zeigt, was passiert, wenn echtes Talent in einem mittelmäßigen Film landet: Man merkt den Unterschied sofort. Ihre Heather Fitzgerald hat Momente echter Verletzlichkeit, die den anderen Figuren fehlen. Sie schaut nicht in die Kamera – sie lebt in der Szene.

War sie gut besetzt? Vielleicht zu gut für diesen Film.

Bewertung: 7/10

Auch interessant für Fans von Filmbesetzungen: ein Blick auf die Besetzung von Kingsman – ein weiteres Beispiel dafür, wie Casting über Erfolg oder Mittelmäßigkeit entscheiden kann.

Lacey Chabert als Dana Mathis (2006)

Lacey Chabert ist das Paradebeispiel für Typecasting: die nette, leicht naive Blondine in Not. Als Dana Mathis tut sie genau das, was man erwartet. Keine Entwicklung, keine Nuancen, keine Momente, die man sich eine Woche später noch erinnert. Sie ist Inventar des Films, kein Charakter.

Bewertung: 5/10

Crystal Lowe als Lauren Hannon (2006)

Crystal Lowe liefert das ab, was der Film braucht: Reaktionen auf Horrorelemente, etwas Humor, ein gewisses Maß an Hysterie. Ihre Lauren Hannon ist eine der farbloseren Figuren, was weniger an Lowe liegt als an Glen Morgans Drehbuch. Man sieht sie nicht – man sieht ihre Funktion.

Bewertung: 5/10

Imogen Poots als Hawthorne (2019)

Poots ist fraglos die technisch fähigste Darstellerin im Cast der 2019er Version. Sie versucht, aus einer flachen Figur etwas Dreidimensionales zu formen. Manchmal gelingt es. Häufiger nicht – weil das Drehbuch ihr keinen Raum gibt. Was bleibt, ist das Bild einer Schauspielerin, die besseres Material verdient.

Bewertung: 6/10

Cary Elwes als Professor Gelson (2019)

Ehrlich gesagt: Das ist eine verschenkte Rolle. Cary Elwes gibt den klischeehaften, bedrohlichen Autoritätsmenschen, und er tut es mit einer Überheblichkeit, die zwischen gewollt ironisch und unfreiwillig komisch schwankt. Man fragt sich unweigerlich: Hat er das Drehbuch gelesen, bevor er unterschrieben hat?

Bewertung: 4/10

Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?

Oliver Hudson (2006)

Oliver Hudson als Kyle Autry ist das klassische männliche Dekorelement im Slasher-Film – er existiert, um verdächtig zu wirken und dann entweder zu sterben oder entlastet zu werden. Hudson macht seine Sache kompetent, aber die Rolle gibt ihm keinerlei Material, mit dem er arbeiten könnte.

Kristen Cloke (2006)

Kristen Cloke als Leigh Colvin ist eine der wenigen Figuren im Film, die eine erkennbare Vergangenheit zu haben scheint. Cloke bringt eine gewisse Ruhe mit, die sich wohltuend vom Rest des aufgeregten Ensembles abhebt. Nicht brilliant, aber ehrlich.

Aleyse Shannon und Lily Donoghue (2019)

Beide Schauspielerinnen verkörpern in der 2019er Neuverfilmung Figuren, die mehr Symbol als Mensch sind. Aleyse Shannon als Kris und Lily Donoghue als Marty erfüllen ihre Funktion im narrativen Rahmen des Films – aber sie hinterlassen kaum Eindruck. Das ist schade, denn beide haben in anderen Projekten durchaus gezeigt, dass sie mehr können.

Filmografie – und immer wieder das Gleiche?

Wenn man sich die Black Christmas Schauspieler näher ansieht, fällt ein Muster auf, das über diesen Film hinausgeht:

Katie Cassidy

  • Supernatural
  • Arrow
  • Black Christmas (2006)

Die Figuren ändern sich kaum: stark, kämpferisch, emotional eindimensional. Typecasting als Karrierestrategie.

Michelle Trachtenberg

  • Buffy the Vampire Slayer
  • Gossip Girl
  • Black Christmas (2006)

Der Weg führt selten zu anspruchsvolleren Rollen. Man fragt sich, ob das der eigene Wunsch ist oder die Grenze dessen, was die Industrie ihr zutraut.

Mary Elizabeth Winstead

  • Black Christmas (2006)

Der interessanteste Fall: Sie hat Black Christmas genutzt, um sich zu zeigen, und ist danach tatsächlich in ernsthaftere Produktionen gewechselt. Ihr Weg zeigt, dass Können letztlich doch belohnt wird – nur langsam.

Cary Elwes

  • The Princess Bride
  • Black Christmas (2019)

Einst The Princess Bride, nun Antagonist in B-Horror-Remakes. Die Ironie ist zu groß, um sie zu kommentieren.

Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung

Die kurze Antwort: Teilweise.

Die Besetzung von Black Christmas 2006 funktioniert auf einer handwerklichen Ebene. Glen Morgan hat ausreichend bekannte Gesichter versammelt, um das Horrorpublikum zu bedienen. Die Chemie zwischen den Darstellerinnen ist… akzeptabel. Man glaubt ihnen als Hausgemeinschaft im Ansatz, auch wenn die Dialoge kaum zur Charakterentwicklung beitragen.

Das Problem ist die fehlende Glaubwürdigkeit in den Stressmomenten. Wenn echte Angst gezeigt werden soll, merkt man den Unterschied zwischen denen, die sie spielen, und denen, die sie fühlen. Winstead fühlt. Die meisten anderen spielen.

Die Besetzung der 2019er Version kämpft mit einem anderen Problem: Das Drehbuch verlangt von den Schauspielerinnen, Botschafterinnen einer Agenda zu sein, bevor sie Menschen sein dürfen. Das macht jeden Moment der Gefahr weniger glaubwürdig, weil die Figuren selten wie echte Personen wirken.

Chemie? Mangelware. Trotz des Sorority-Settings, das eigentlich für intensive Gruppendynamiken prädestiniert wäre, bleibt die zwischenmenschliche Energie beider Filme erschreckend flach.

Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht

Das ist vielleicht die eigentlich relevante Frage: Warum wird mittelmäßiges Schauspiel in Horrorfilmen wie Black Christmas nicht stärker kritisiert?

Die Antwort ist unangenehm simpel: Weil es niemanden mehr wirklich stört.

Das Streaming-Zeitalter hat die Erwartungen an schauspielerische Qualität in Genre-Produktionen systematisch gesenkt. Plattformen produzieren Content in einem Volumen, das tiefe Charakterarbeit schlicht nicht mehr belohnt. Was zählt: Name-Erkennung, Social-Media-Präsenz und das Gesicht, das gut aussieht im Thumbnail.

Bekannte Gesichter schlagen gute Präsentationen – das ist das unausgesprochene Casting-Credo der Gegenwart. Katie Cassidy in einem Horrorfilm zieht mehr Klicks als eine unbekannte Schauspielerin mit dreimal so viel Können. Das ist keine Kritik an den Darstellern – das ist eine Kritik an der Industrie.

Was dabei verloren geht: die Momente, in denen Schauspielkunst einen Horrorfilm in etwas Beunruhigendes verwandelt, das über den Abend hinaus nachwirkt. Bob Clarks Original von 1974 hatte diese Momente. Die Neuverfilmungen – mit ihren gut frisierten, bekannten Gesichtern – meistens nicht.

Das Traurige daran: Das Publikum hat sich daran gewöhnt. Und die Industrie weiß das.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Black Christmas

Wer spielt in Black Christmas (2006) die Hauptrolle?

Die Hauptrolle der Kelli Presley spielt Katie Cassidy. Weitere zentrale Figuren werden von Michelle Trachtenberg, Mary Elizabeth Winstead und Lacey Chabert verkörpert.

Wer ist die beste Schauspielerin im Black Christmas Cast?

Ohne großen Zweifel: Mary Elizabeth Winstead. Sie ist die einzige Darstellerin, die dem Film eine echte Glaubwürdigkeit verleiht – auch wenn das Material sie im Stich lässt.

Wer spielt in der Neuverfilmung von Black Christmas (2019)?

Die Besetzung von Black Christmas 2019 umfasst Imogen Poots, Aleyse Shannon, Lily Donoghue und Cary Elwes in einer der enttäuschendsten Rollen seiner jüngeren Karriere.

Ist die Besetzung ein Grund, Black Christmas zu schauen?

Für die 2006er Version: Bedingt ja – Winstead allein ist einen Blick wert. Für die 2019er Version: Eher wegen Imogen Poots, die trotz allem zeigt, dass sie zu den besseren Darstellerinnen ihrer Generation gehört.

Gibt es eine deutsche Synchronisation von Black Christmas?

Ja, beide Versionen wurden für den deutschen Markt synchronisiert. Die Deutsche Synchronisation ist solide, ändert aber nichts an den grundlegenden Schwächen des Schauspiels.

Warum wirkt die Besetzung des 2019er Films so flach?

Das liegt weniger an den Schauspielern als an Sophia Takals Drehbuch, das Figuren als Symbole konstruiert statt als Menschen. Wenn Charaktere primär Standpunkte vertreten sollen, verlieren sie ihre Menschlichkeit – und damit ihre Fähigkeit, Angst zu erzeugen.

Mehr Beiträge

Besetzung von Speechless

Es gibt Serien, die klingen auf dem Papier wie ein Experiment, das schief gehen müsste. Eine chaotische britische Mutter, ein Kind mit cerebraler Lähmung, zwei

Besetzung von Der Schwarze Falke

Es gibt Filme, die sich ihren Status als Klassiker redlich verdient haben. Der Schwarze Falke (1956), John Fords episches Western-Meisterwerk, gehört zweifellos dazu. Ethan Edwards,

Senden Sie uns eine Nachricht