Es gibt Filme, die man einmal schaut, einmal vergisst und dann zehn Jahre später beim Scrollen durch Netflix wieder entdeckt – mit einem leisen Gefühl von: „Ach ja, das gab’s ja.” The Babysitter von 2017 ist so ein Film. Regisseur McG – ja, genau der McG, der Charlie’s Angels verantwortete – lieferte hier eine Horrorkomödie, die irgendwo zwischen Teenie-Slasher und selbstbewusstem Genrebeitrag pendelt. Die Handlung ist simpel: Der zwölfjährige Cole entdeckt, dass seine attraktive Babysitterin Bee in Wirklichkeit einer satanischen Sekte angehört. Blut, Chaos, schwarzer Humor – fertig.
Was den Film am Leben hält, ist weniger das Drehbuch als die Energie des Casts. Aber schauen wir mal genauer hin – denn die Besetzung von The Babysitter ist, vorsichtig formuliert, ein buntes Sammelsurium aus hoffnungsvollen Talenten, soliden B-Darstellern und dem einen oder anderen Gesicht, das man aus dem Hintergrund anderer Produktionen kennt. Spoiler: Mittelmäßigkeit dominiert, mit vereinzelten Lichtblicken.
Die Besetzung von The Babysitter – viel Durchschnitt, wenig Glanz
Wenn man sich die vollständige Besetzung von The Babysitter anschaut, fällt sofort auf: McG hat hier weniger gecastet als zusammengewürfelt. Man hat das Gefühl, dass die Casting-Direktive lautete: „Nehmt jemanden, der gut aussieht, jemanden, der lustig wirkt, und jemanden, der schon mal in einer Netflix-Serie war.” Das Ergebnis ist ein Cast & Crew-Profil, das auf IMDb ordentlich aussieht, in der Praxis aber öfter enttäuscht als überrascht.
Das ist kein Totalausfall. Samara Weaving ist tatsächlich ein Gewinn für den Film – charismatisch, präsent, mit echtem Screenstar-Potenzial. Judah Lewis als junger Hauptdarsteller macht seine Sache passabel. Aber dann gibt es da noch die restliche Besetzung, die größtenteils Stereotypen bedient: den Muskelprotz, die Tussi, den coolen Schwarzen, die Stille. Alles sehr vorhersehbar, alles sehr 2017.
Was mich wirklich beschäftigt: Hat irgendjemand bei dieser Produktion gefragt, ob die Schauspieler auch Charaktere spielen – oder nur Funktionen erfüllen? Die Antwort dürfte unbefriedigend sein.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Samara Weaving | Bee | 8/10 | Strahlt echtes Star-Potenzial aus. Trägt den Film. |
| Judah Lewis | Cole | 6/10 | Solide, aber selten mehr als das. |
| Bella Thorne | Allison | 4/10 | Typecasting at its finest. Kaum mehr als Dekoration. |
| Robbie Amell | Max | 5/10 | Sieht gut aus. Spielt gut aus. Mehr nicht. |
| Hana Mae Lee | Sonya | 5/10 | Wiederholt ihren Pitch Perfect-Trick. Einmal war’s lustig. |
| Andrew Bachelor | John | 5/10 | Komödiantisches Timing vorhanden, Tiefe fehlt. |
| Ken Marino | Cole’s Vater | 6/10 | Routiniert. Macht seinen Job, nicht mehr. |
| Leslie Bibb | Cole’s Mutter | 5/10 | Nette Nebenrolle, sofort vergessen. |
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Die Hauptdarsteller im kritischen Blick
Samara Weaving als Bee
Samara Weaving ist das Beste, was dieser Film zu bieten hat – und das sage ich nicht leichtfertig. Die australische Schauspielerin spielt die Babysitterin Bee mit einer Mischung aus strahlendem Charme und unterschwelliger Bedrohlichkeit, die wirklich funktioniert. Sie ist der Grund, warum man der Geschichte überhaupt abnimmt, dass ein Zwölfjähriger in sie verliebt sein könnte – und gleichzeitig der Grund, warum man ihr als Antagonistin glaubt.
Was Weaving hier leistet, ist mehr als das Drehbuch verlangt. Sie gibt einer eindimensional geschriebenen Figur echte Konturen, spielt mit Ironie und Ernst zugleich und hat eine natürliche Leinwandpräsenz, die man nicht kaufen kann. Dass sie nach diesem Film in Ready or Not eine noch stärkere Leistung ablieferte, kommt nicht von ungefähr.
Der einzige Vorbehalt: Auch Weaving kann nicht verhindern, dass Bee am Ende mehr Symbol als Mensch bleibt. Das ist das Drehbuch-Problem, nicht ihr Problem.
Bewertung: 8/10
Judah Lewis als Cole
Judah Lewis trägt als Cole die Last des Films auf seinen Schultern – und das merkt man. Er ist der Hauptdarsteller, durch dessen Augen wir alles erleben, und er macht das… okay. Wirklich. Okay. Nicht schlecht, nicht mitreißend, sondern solide im Rahmen dessen, was das Skript erlaubt.
Lewis spielt den ängstlichen, etwas weltfremden Jungen mit einer gewissen Authentizität. Die Momente, in denen Cole tapfer wird, wirken manchmal erzwungen – als würde der Schauspieler das Drehbuch spielen statt die Figur. Dennoch: Für einen jungen Darsteller in einem Netflix-Horrorfilm ist das durchaus respektabel. Kein Wunderkind, aber auch kein Totalausfall.
Was fehlt, ist dieser eine Moment, in dem man wirklich vergisst, dass man einen Schauspieler sieht. Der kommt nie.
Bewertung: 6/10
Bella Thorne als Allison
Und hier beginnt das, was ich als das „Bella-Thorne-Problem” bezeichnen möchte. Allison ist die klischeehafte Cheerleader-Type, oberflächlich, hübsch, funktional. Bella Thorne spielt genau das – und man fragt sich unweigerlich, ob das Casting oder das Drehbuch das Henne-Ei-Problem dieser Figur verursacht hat.
Thorne ist in diesem Film im Wesentlichen Kulisse. Schöne Kulisse, gewiss. Aber Kulisse. Es gibt kaum einen Moment, in dem Allison als Charakter existiert, und Thorne macht keine erkennbare Anstrengung, das zu ändern. Das ist entweder faules Schauspiel oder konsequentes Underacting – ich tippe auf eine unglückliche Mischung aus beidem.
Dass Thorne im popkulturellen Raum weit präsenter ist als ihre tatsächliche schauspielerische Leistung rechtfertigen würde, ist eine der kleinen Tragödien des modernen Streaming-Zeitalters.
Bewertung: 4/10
Robbie Amell als Max
Robbie Amell ist der Muskelprotz. Das ist seine Rolle. Das ist seine Funktion. Das ist, seien wir ehrlich, seine gesamte Karriere in einem Satz zusammengefasst. Max ist der attraktive, bedrohliche Kult-Jünger, der Dinge kaputtmacht und aussieht, als würde er Proteinshakes trinken, während er Okkultismus betreibt.
Amell liefert das Erwartete – nicht mehr, nicht weniger. Er sieht gut aus, wirkt physisch bedrohlich, und hat null innere Welt. Das ist Typecasting in seiner reinsten Form. Dass er der Cousin von Stephen Amell ist, erklärt einiges über seinen Karriereweg, erklärt aber nicht, warum er hier nicht mehr versucht.
Bewertung: 5/10
Einen ähnlichen Blick auf das Ensemble eines anderen Horror-Klassikers bietet der Artikel über die Besetzung von Evil Dead.
Nebenrollen – solide Arbeit oder reine Füllmasse?
Die Nebenrollen in The Babysitter sind, um es direkt zu sagen, weitgehend Füllmasse mit gelegentlichen Momenten der Brauchbarkeit.
Hana Mae Lee als Sonya wiederholt exakt dasselbe Shtick, das sie in den Pitch Perfect-Filmen etabliert hat: die leise, seltsame Außenseiterin mit deadpan Humor. Das funktionierte dort, es funktioniert hier ansatzweise, aber man kann nicht anders, als zu denken: Macht sie eigentlich irgendetwas anderes? Die Antwort lautet: kaum.
Andrew Bachelor als John hat tatsächlich komödiantisches Timing. Er ist der einzige in der Sekte, bei dem man gelegentlich lacht, weil er es will – nicht weil er unfreiwillig komisch ist. Das ist die positive Überraschung dieser Nebenrollen, wenn auch eine bescheidene.
Ken Marino und Leslie Bibb als Coles Eltern sind gut besetzt im Sinne von: Sie sehen wie Eltern aus, verhalten sich wie Eltern, und man vergisst sie unmittelbar nach ihren Szenen. Das ist solides Handwerk, kein Schauspiel.
Die vollständige Besetzung hinterlässt den Eindruck, dass die Nebenrollen als Funktionen geschrieben wurden, nicht als Menschen – und die Darsteller haben diese Einladung zur Oberflächlichkeit dankbar angenommen.
Filmografie – und immer wieder das Gleiche?
Schaut man sich die Filmografien der Hauptdarsteller an, ergibt sich ein bekanntes Muster.
Samara Weaving
- The Babysitter (2017)
- Ready or Not
Weaving ist die einzige, die eine erkennbare Entwicklung zeigt. Sie nutzt den Film als Sprungbrett, was klug ist.
Bella Thorne
- The Babysitter (2017)
Bella Thorne macht… Bella Thorne-Dinge. Viele Projekte, wenig Tiefe, viel Social-Media-Präsenz. Die Filmografie liest sich wie eine Liste von Rollen, die alle dasselbe verlangen: hübsch sein, aufmerksamkeitsstark wirken, wenig liefern.
Robbie Amell
- The Babysitter (2017)
- The Babysitter: Killer Queen
Amell pendelt zwischen TV-Serien und solchen Nebenrollen – immer der gut aussehende Kerl, immer physisch präsent, selten schauspielerisch gefordert. Das Sequel ändert daran wenig.
Judah Lewis
- The Babysitter (2017)
- The Babysitter: Killer Queen
Lewis hat nach The Babysitter und Killer Queen keine besonders prominente Filmkarriere entwickelt – was symptomatisch für das Problem ist: Diese Filme machen keine Stars, sie verwalten vorhandene Bekanntheitsgrade.
Wer sich für ähnliche Casting-Analysen im Horrorgenre interessiert, findet weitere Einblicke im Artikel über die Besetzung von Freddy vs. Jason.
Funktioniert die Besetzung wirklich? Eine ehrliche Einschätzung
Die kurze Antwort: teilweise.
Die Chemie zwischen Samara Weaving und Judah Lewis funktioniert – das Verhältnis zwischen Bee und Cole ist das emotionale Herzstück des Films, und beide liefern genug, damit man ihnen die Beziehung abnimmt. Das ist mehr, als man erwarten durfte.
Die Chemie innerhalb der Sekte hingegen ist holzschnittartig. Amell, Thorne, Lee und Bachelor wirken wie Figuren aus vier verschiedenen Filmen, die zufällig in denselben Szenen auftauchen. Es gibt keine echte Gruppenchemie, keinen gemeinsamen Ton – jeder spielt sein eigenes Klischee ohne Rücksicht auf die anderen.
Ob die Besetzung den Film hebt oder schwächt? Weaving hebt ihn. Der Rest schwächt ihn nicht dramatisch, trägt aber auch nichts bei. The Babysitter ist trotz seiner Besetzung sehenswert – nicht wegen ihr.
Warum mittelmäßiges Schauspiel heute oft ausreicht
Hier möchte ich kurz ehrlich sein, auch wenn es unbequem ist.
The Babysitter ist ein Streaming-Produkt. Er wurde für Netflix entwickelt, für Netflix veröffentlicht, und er funktioniert nach der Logik des Netflix-Algorithmus: Ein bekanntes Gesicht im Thumbnail, ein eingängiges Premise, 85 Minuten Laufzeit – fertig. Ob die Schauspieler wirklich spielen oder nur präsent sind, spielt für die Plattform-Metrik keine Rolle.
Das ist das fundamentale Problem des modernen Streaming-Zeitalters: Die Qualitätskontrolle, die früher durch Kinoauswertung, Kritikerdruck und Produktionsstudio-Reputation ausgeübt wurde, existiert in dieser Form nicht mehr. Netflix braucht Content. Viel Content. Schnell. Bella Thornes Instagram-Reichweite ist für das Marketing wertvoller als ihre Darstellungstiefe. Robbie Amells Körperbau verkauft Thumbnails besser als nuanciertes Spiel.
Das Ergebnis: Schauspieler wie Samara Weaving – die wirklich etwas können – fallen auf, weil die Messlatte so tief liegt. Ein 8/10 fühlt sich wie ein Geniestreich an in einem Umfeld, in dem 5/10 der Normalzustand ist. Das sagt mehr über die Produktionsbedingungen aus als über die einzelnen Darsteller.
McG, als Regisseur, ist Teil dieses Systems. Er macht handwerklich kompetente, ästhetisch ansprechende Unterhaltungsprodukte – und er stellt keine Anforderungen, die über diesen Rahmen hinausgehen. Das ist keine Kritik an seiner Persönlichkeit, sondern eine Beobachtung seiner Produktionsphilosophie.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt in The Babysitter (2017) die Hauptrolle?
Die eigentliche Hauptfigur ist Cole, gespielt von Judah Lewis. Die präsenteste und eindrucksvollste Figur ist jedoch Bee, gespielt von Samara Weaving – sie dominiert den Film trotz ihrer technisch antagonistischen Rolle.
Wer ist der beste Schauspieler in The Babysitter?
Ohne Zweifel Samara Weaving. Sie ist die einzige Darstellerin im Cast, die einer flach geschriebenen Figur echte Substanz verleiht und dabei sowohl charismatisch als auch bedrohlich wirkt. Bewertung: 8/10.
Wer liefert die schwächste Leistung in der Besetzung?
Bella Thorne als Allison. Die Rolle ist kaum geschrieben, und Thorne unternimmt keinen erkennbaren Versuch, das zu kompensieren. Reine Dekoration mit großem Namen.
Lohnt sich The Babysitter trotz der mittelmäßigen Besetzung?
Ja – aber mit gedämpften Erwartungen. Als kurzweilige Horrorkomödie für einen Netflix-Abend funktioniert der Film. Als Schauspiel-Showcase ist er weitgehend uninteressant. Weaving allein ist den Abend wert.
Ist die Besetzung von The Babysitter: Killer Queen besser?
Nicht wirklich. Das Sequel The Babysitter: Killer Queen wiederholt viele der gleichen Casting-Entscheidungen und -probleme. Weaving ist weniger präsent, Lewis muss mehr tragen – mit gemischten Ergebnissen.
Gibt es deutsche Synchronsprecher für The Babysitter?
Ja, der Film wurde für den deutschsprachigen Raum synchronisiert. Die deutschen Synchronsprecher sind in der Synchronkartei dokumentiert, verleihen den Figuren jedoch keine zusätzliche Tiefe gegenüber dem Original – was bei dieser Art von Film ohnehin kaum möglich wäre.



