Es gibt Serien, die von ihrem Cast getragen werden – und dann gibt es Serien, bei denen man sich fragt, was mit dem ganzen Talent eigentlich passiert ist. This Is Going to Hurt gehört zu einer dritten, selteneren Kategorie: eine Serie, die tatsächlich guten Schauspielern begegnet, die tatsächlich gute Arbeit leisten – und trotzdem hat man das Gefühl, dass irgendjemand am Set ständig auf die Bremse getreten hat.
Die BBC-Miniserie aus dem Jahr 2022, basierend auf der gleichnamigen Autobiografie von Adam Kay, spielt in einer gynäkologischen Geburtsabteilung eines britischen Krankenhauses und zeigt den Alltag von überarbeiteten NHS-Ärzten mit einer Mischung aus schwarzem Humor und emotionalem Gewicht. Das klingt vielversprechend. Das Drehbuch hat Potential. Und die Besetzung von This Is Going to Hurt ist auf dem Papier mehr als respektabel. Aber schauen wir uns das genauer an – denn auf dem Papier ist bekanntlich noch keine einzige Folge gedreht worden.
Wer steckt eigentlich hinter dieser Serie?
| Schauspieler | Rolle | Episoden / Jahr | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| Ben Whishaw | Adam Kay | Miniserie, 2022 | 9/10 | Trägt die ganze Last – und macht es mit beängstigender Präzision |
| Ambika Mod | Shruti Acharya | Miniserie, 2022 | 8/10 | Die eigentliche emotionale Seele der Serie |
| Rory Fleck Byrne | Harry | Miniserie, 2022 | 6/10 | Solide, aber selten überraschend |
| Alex Jennings | Günstige Rolle | Miniserie, 2022 | 7/10 | Routiniert – man merkt, dass er das im Schlaf kann |
| Harriet Walter | Weitere Rolle | Miniserie, 2022 | 7/10 | Kompetent wie immer, aber chronisch unterbesetzt |
| Ashley McGuire | Weitere Rolle | Miniserie, 2022 | 6/10 | Funktioniert, hinterlässt aber keinen Eindruck |
| Tom Durant-Pritchard | Weitere Rolle | Miniserie, 2022 | 5/10 | Kaum erkennbar zwischen den anderen Figuren |
| Michele Austin | Weitere Rolle | Miniserie, 2022 | 6/10 | Hat Momente – die leider zu selten kommen |
| Kadiff Kirwan | Weitere Rolle | Miniserie, 2022 | 6/10 | Ordentlich, aber austauschbar |
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Zwischen Kalkül und Glücksgriff – Die Casting-Entscheidungen unter der Lupe
Beginnen wir mit der ehrlichen Frage: War die Besetzung dieser Serie mutig oder einfach naheliegend? Ben Whishaw in der Titelrolle des Adam Kay ist keine Überraschung – er ist einer der wenigen britischen Schauspieler, dem man wirklich glaubt, wenn er erschöpft, zynisch und innerlich zerrissen wirkt. Das ist keine Schmeichelei, sondern eine nüchterne Feststellung. Whishaw wurde für solche Rollen gebaut. Oder hat er sich selbst dafür gebaut. Schwer zu sagen.
Ambika Mod als Shruti ist die interessantere Wahl – eine weniger bekannte Schauspielerin, die ihre Rolle mit einer Verletzlichkeit spielt, die man in dieser Art von Drama selten findet. Gut, dass jemand beim Casting nicht einfach wieder eine etablierte Gesichtsgröße aus dem BBC-Repertoire gezogen hat.
Der Rest des Casts ist das, was ich höflich als „solide britische Fernsehbesetzung” bezeichnen würde – und weniger höflich als „dieselben zwanzig Leute, die man immer sieht, wenn die BBC eine ambitionierte Miniserie dreht.” Das ist kein Vorwurf an die Darsteller selbst. Es ist ein Vorwurf an ein System, das immer wieder zu denselben verlässlichen Gesichtern greift, anstatt wirklich zu suchen.
Ben Whishaw und Ambika Mod – Wenn zwei Schauspieler eine Serie retten müssen
Ben Whishaw als Adam Kay
Reden wir offen über Ben Whishaw. Seine Darstellung von Adam Kay – dem überarbeiteten, emotional abgestumpften Arzt im britischen NHS – ist schlicht die beste Leistung, die diese Serie zu bieten hat. Er schafft etwas, das ich immer seltener sehe: Er spielt einen unsympathischen Menschen so, dass man ihm trotzdem nicht entkommt. Man mag Adam Kay nicht immer. Man versteht ihn trotzdem. Das ist schwieriger als es aussieht.
Ambika Mod als Shruti Acharya
Ambika Mod hält mit. Das ist keine Kleinigkeit. Als Shruti bringt sie eine Erdung in die Serie, die der etwas selbstverliebten Hauptfigur dringend fehlt. Die Chemie zwischen den beiden ist nicht immer perfekt – manchmal wirkt es, als würden zwei verschiedene Serien aufeinanderprallen – aber wenn es funktioniert, funktioniert es außerordentlich gut.
Das Problem: Die Serie vertraut ihren beiden stärksten Darstellern nicht konsequent. Es gibt Episoden, in denen Whishaw brilliert und das Skript trotzdem das Gefühl hinterlässt, als würde jemand eine Kerze unter einem Eimer verstecken.
Bewertung: 8/10
Einen ähnlichen Blick auf ein akkurat besetztes, aber nicht immer optimal genutztes Ensemble bietet auch der Artikel über die Besetzung von Bosch.
Das Drumherum – Wenn Talent auf Unterbeschäftigung trifft
Harriet Walter
Harriet Walter, Alex Jennings, Ashley McGuire – das sind Namen, bei denen man als Zuschauer aufhorcht. Das sind Schauspieler, die in anderen Kontexten ganze Staffeln tragen können. Hier werden sie zu gut gekleideter Dekoration.
Harriet Walter bekommt zu wenig zu tun. Das ist inzwischen fast ein britisches Kulturgut: Harriet Walter in eine Serie casten und sie dann sträflich unternutzen. Man könnte fast eine eigene Folge darüber schreiben.
Tom Durant-Pritchard und Kadiff Kirwan
Tom Durant-Pritchard und Kadiff Kirwan liefern ordentliche Arbeit ab – aber ordentlich ist in einem Drama dieser Qualitätsansprüche nicht das Kompliment, das es klingt. Sie sind Füllmasse, auch wenn sie sich redlich mühen.
Michele Austin
Michele Austin hat einzelne Momente, die aufblitzen wie ein kaputtes Neonlicht – kurz, aber hell. Man hätte mehr daraus machen können.
Die positive Überraschung? Ambika Mod hätte auch in den Nebenfiguren Platz gefunden – aber zum Glück hat man sie für Wichtigeres gebraucht.
Typecast, Wiederholungstäter und alte Bekannte
Man muss es ansprechen: Ben Whishaw spielt wieder einen sensiblen, intellektuellen Mann unter extremem emotionalen Druck. Das ist seine Spezialität. Das kann er besser als fast jeder andere. Aber irgendwann muss man die Frage stellen: Wachsen Schauspieler noch, wenn man sie immer wieder in dieselbe Schublade steckt?
Alex Jennings ist ein ähnlicher Fall. Er ist immer gut. Er ist fast nie überraschend. Das ist das Schicksal von jemandem, der so professionell ist, dass das Casting aufgehört hat, über ihn nachzudenken. Er wird gebucht wie ein gutes Hotel – zuverlässig, komfortabel, keine Überraschungen.
Die Produktion von This Is Going to Hurt – ursprünglich für BBC und später auch auf AMC+ und Apple TV+ ausgestrahlt – hat sich für Sicherheit entschieden. Das ist nachvollziehbar. Manchmal ist Sicherheit das Richtige. Manchmal ist es das, was großes Drama von mittlerem unterscheidet.
Was bleibt, wenn der Abspann läuft
Die Besetzung von This Is Going to Hurt ist besser als die Serie manchmal verdient. Das ist mein abschließendes Urteil – und ich stehe dazu. Whishaw und Mod tragen eine Miniserie, die mit ihrer Gynäkologie– und Geburtshilfe-Kulisse eigentlich das Potenzial gehabt hätte, wirklich unter die Haut zu gehen.
Die Chemie stimmt – in den besten Momenten. Der Realismus der Darstellungen ist oft verblüffend – das Buch von Adam Kay gibt dem Drehbuch ein starkes Fundament, und die Schauspieler nutzen es. Aber das Gesamtbild ist das eines Ensembles, das mehr kann als die Serie von ihnen verlangt.
Bewertung des Gesamtensembles: 7/10
Streaming, bekannte Gesichter und die Frage, ob Talent noch reicht
Hier wird es unbequem: AMC+, Apple TV+, BBC – alle haben Interesse an This Is Going to Hurt gezeigt oder die Serie ausgestrahlt. Das bedeutet Budget. Das bedeutet Aufmerksamkeit. Und es bedeutet den inzwischen fast unvermeidlichen Reflex der Streaming-Industrie, bekannte Namen über echtes Risiko zu stellen.
Ben Whishaw ist ein sicherer Name. Er liefert. Das weiß jeder. Aber die Streaming-Ära hat eine beunruhigende Gewohnheit entwickelt: Man bucht Qualität, um Qualität zu simulieren, ohne wirklich in sie zu investieren. Darsteller von Rang werden in Projekte gesteckt, die ihre Fähigkeiten respektieren, ohne sie wirklich herauszufordern.
This Is Going to Hurt kommt dieser Falle gefährlich nah. Die Serie funktioniert. Sie ist gut. Manchmal sogar sehr gut. Aber sie könnte außerordentlich sein – wenn man dem Cast wirklich vertraut hätte. Stattdessen wurde Sicherheit gewählt. Und Sicherheit ist, im Drama, fast immer eine Form von Feigheit.
Wer sich grundsätzlich für die Entwicklung des Streamingmarkts interessiert, dem sei auch der Artikel empfohlen: Warum immer mehr Kinofilme direkt auf Streamingplattformen erscheinen.
Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von This Is Going to Hurt
Wer spielt in This Is Going to Hurt die Hauptrolle?
Ben Whishaw spielt Adam Kay, die zentrale Figur der Serie – basierend auf der realen Person und Autobiografie desselben Namens. Er trägt die Serie mit einer Intensität, die selten geworden ist.
Wer spielt Shruti in This Is Going to Hurt?
Shruti Acharya wird von Ambika Mod gespielt – die stärkste Überraschung des gesamten Casts und emotional der Gegenpol zu Whishas Adam Kay.
Ist die Besetzung von This Is Going to Hurt sehenswert?
Ja – wenn man britisches Schauspiel auf hohem Niveau schätzt. Whishaw und Mod allein rechtfertigen die Zeitinvestition. Der Rest des Ensembles ist solide, selten mehr.
Wer hat This Is Going to Hurt geschrieben?
Das Drehbuch basiert auf der Autobiografie von Adam Kay. Er hat auch am Drehbuch mitgewirkt – was erklärt, warum die Charaktere so detailliert wirken.
Wo kann man This Is Going to Hurt streamen?
Die Serie ist unter anderem über Apple TV+ und Amazon Prime Video verfügbar – je nach Region.
Ist Harriet Walter in This Is Going to Hurt gut besetzt?
Harriet Walter ist immer gut. Ob sie in dieser Serie gut eingesetzt wurde, ist eine andere Frage – und die Antwort ist leider: nicht wirklich. Zu wenig Screentime für zu viel Talent.



